Niemand muss HTML5 und JavaScript lernen
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Mit der Ankündigung von Windows 8 ging ein Aufschrei durch die .NET Community. Könnte das neue Metro UI, das ja vielmehr Apps in HTML5 und JavaScript beherbergt als die klassischen .NET-Anwendungen,

Mit der Ankündigung von Windows 8 ging ein Aufschrei durch die .NET Community. Könnte das neue Metro UI, das ja vielmehr Apps in HTML5 und JavaScript beherbergt als die klassischen .NET-Anwendungen, die .NET-Entwickler arbeitslos machen? Müssen wir jetzt alle diese Web-Sprachen lernen, um weiter für Windows entwickeln zu können?

Im Simple-Talk-Blog beschäftigt sich Simon Cooper mit dem Verhältnis zwischen .NET-Anwendungen und Metro Style Apps. Er fragt sich, wie man diese miteinander integrieren kann und welche der beiden Varianten die zukunftsträchtigere ist.

Zuerst einmal vorweg: Metro Apps werden Desktop-Anwendungen niemals ganz verdrängen. Die touch-optimierte Metro-Oberfläche passt einfach nicht zu jeder Anwendung und das wird sie auch nie. Aus diesem Grund kommt Windows 8 mit voller Unterstützung für .NET-Desktop-Anwendungen – alle Anwendungen aus früheren Windows-Versionen laufen auch unter Windows 8. Anstatt einander zu ersetzen, werden die beiden Anwendungstypen in Zukunft Seite an Seite existieren.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Desktop-Anwendungen von Metro Style Apps stark unterscheiden. Eine Desktop App zu Metro zu portieren, ist alles andere als einfach – die zugrundeliegenden Elemente Dateien-IO, Netzwerk, Timing und Database sind entweder von Grund auf verschieden oder fehlen sogar ganz. Und obwohl das Metro UI mit XAML programmiert wurde, unterscheidet sich dieses dennoch stark vom WPF XAML oder dem Silverlight XAML. Die neuen Design-Prinzipien und touch-basierten Interfaces erfordern ein vollkommen neues UI – Teile des bisherigen Codes können zwar wiederverwendet werden, das meiste muss man jedoch komplett neu schreiben.

Trotzdem ist es möglich, eine Klassenbibliothek zu schreiben, die sowohl in Metro Style Apps als auch in Desktop-Anwendungen verwendet werden kann. Dabei sollte man nur aufpassen, keine Typen zu benutzen, die nur in einer der beiden Anwendungsvarianten verfügbar sind. Auch die CLR ist immer noch dieselbe. Hierbei handelt es sich um die .NET 4.5 CLR, die weiterhin IL in .NET Assemblies laufen lässt.

Besonders einfach werden es Silverlight-Experten bei der Entwicklung von Metro Apps haben, denn sie kennen sich bereits mit den Methoden des Sandboxing und der Separation aus. Entwickler, die bisher nur Desktop-Anwendungen erstellt haben, werden eine gewisse Eingewöhnungsphase benötigen.

Alles in allem besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Metro Apps werden die klassischen Desktop-Anwendungen nicht verdrängen, sondern die Windows-Welt lediglich um eine neue und buntere Variante bereichern. Wer sich hierfür interessiert, kann Apps mit Hilfe von HTML5 und JavaScript entwickeln – wer nicht, darf allerdings auch bei seinen traditionellen .NET-Anwendungen bleiben. Niemand wird gezwungen, eine Web-Sprache zu lernen.

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