Node.js, Feminismus und der Werdegang zur eigenen Stiftung
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Angeheizt vom Aussteig von Ben Noordhuis aus dem Core-Entwicklerteam ist bei Node.js eine Diskussion darum entbrannt, wie man sich vom bisherigen Hauptfinancier Joyent loslösen wolle.

Angefangen hatte alles damit, dass Node.js-Hauptsponsor Joyent es verurteilt hat, dass Ben Noordhuis einen Pull Request zur Geschlechtsneutralität abgelehnt hatte. Im Anschluss an diesen Pull Request kam es zu einer ausufernden Feminismus-Debatte, bei der Noordhuis sich lange nicht zu Wort meldete. Erst zwei Tage später lieferte er ein eigenes Statement dazu. Doch schon vorher wurde er in einer offiziellen Joyent-Botschaft indirekt als Arschloch bezeichnet:

While we would fire Ben over this, node.js is an open source project and one doesn’t necessarily have the same levers. Indeed, one of the challenges of an open source project that depends on volunteer effort is dealing with assholes, […]

Noordhuis‘ Arbeitgeber StrongLoop nutzte die Gunst der Stunde, um dem Konkurrenten Joyent via Blog paroli zu bieten. Der junge Entwickler zog indes selbst Konsequenzen: Vielleicht, um Node.js nicht länger zu unterstützen, das zwar von Joyent gesponsert wird, aber auch für dessen Einkünfte sorgt, hat Noordhuis das Core-Team verlassen. Dies wurde nun auf der Node.js-Website bekannt gegeben. Aber auch andere Gründe könnten hinter dem Rücktritt stecken. So ist Noordhuis Mitgründer des Cloud-Plattform-Anbieters StrongLoop, der laut GigaOm schon seit Längerem versucht, Joyents Machtposition bei Node.js anzufechten. Dort heißt es:

As one source close to the action put it: “This is totally a food fight in Node land. StrongLoop and Joyent have been going at each other hard for a while over Node … The StrongLoop business crew comes from Red Hat and they want to turn Node into a Red Hat model.”

In diesem Licht steht nun die jüngste Diskussion, wie man sich mit Node.js aus dem Sponsoring durch Joyent lösen will. Ideen sind eine Unterbringung in der Apache Software Foundation, in Eclipse (was spannend werden würde angesichts der JVM-basierten Konkurrenz Vert.x), oder die Gründung einer eigenen Software-Stiftung (wie bei TYPO3 oder jQuery). Der Debatte schließen sich wichtige Team-Mitglieder an wie Isaac Schlüter (Joyent) oder Mikeal Rogers (NodeConf) an. Node.js- und Open-Source-Professional Sebastian Springer sagt uns dazu:

Ich habe ein Bisschen Sorge, dass es am Ende so läuft wie bei OpenOffice und LibreOffice also dass das System geforkt wird und der Aufwand, der in das Produkt laufen könnte, in zwei Ströme geteilt wird.

Einfach mal eine Stiftung gründen ist gar nicht so einfach, weil da Geldmittel und viel Bürokratie dahinter stehen. Als Open Source Plattform benötigt Node dann wiederum Sponsoren (wie es im Moment Joyent ist).

Eine weitere Alternative wäre es natürlich, wenn Node unter den Mantel der Apache Foundation schlüpft, wobei die hier geltenden Regeln für Einschränkungen sorgen könnten.

Zusammengefasst: zurücklehnen und abwarten was passiert. Wobei man beachten sollte: ohne Joyent wäre Node.js jetzt nicht da wo es jetzt ist…

Aufmacherbild: men pointing at each other von Shutterstock / Urheberrecht: Ribah

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