Interview mit Michael Rohrlich

"NSA, Prism und Co. sorgten 2013 für Schlagzeilen"
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Das Jahr neigt sich dem Ende und wir blicken zusammen mit Experten aus allen Bereichen der IT zurück: Was waren 2013 die heißen Themen, was wurde Hype und was dürfen wir für 2014 erwarten? Diesmal gibt uns Rechtsanwalt Michael Rohrlich seinen persönlichen Jahresrückblick und einen Ausblick auf 2014.

PHP Magazin: Herr Rohrlich, was war Ihrer Meinung nach das heißeste Thema 2013?

Michael Rohrlich: Der Bereich des Onlinerechts ist derart dynamisch und spannend, dass es mir, ehrlich gesagt, sehr schwer fällt, ein einzelnes Thema herauszugreifen. Meiner Ansicht nach war und ist der Sektor Datenschutz / IT-Sicherheit ein „heißes Eisen“, das 2013 für zahlreiche Schlagzeilen – NSA, Prism, Snowden, Diebstahl von Adobe-Kundendaten etc. – gesorgt hat und auch in Zukunft noch Sorgen wird.

PM: … und welches Thema wurde dem Hype nicht gerecht?

Rohrlich: Ich kann mich da auch täuschen, aber nach dem Börsengang von Facebook scheint nicht der große Hype eingetreten zu sein, der ursprünglich von einigen „Experten“ erwartet worden war. Meiner Erfahrung nach ist der Trend unter vielen jungen Menschen in puncto Facebook eher rückläufig, die großen Nutzerzuwachszahlen der letzten Jahre konnten nicht mehr erreicht werden. Ob es beim Twitter-Börsengang eine vergleichbare Entwicklung geben wird, bleibt noch abzuwarten …

PM: Abschließend natürlich die Frage: Was wird 2014 besonders heiß? Was müssen wir besonders im Auge behalten?

Rohrlich: Aus juristischer Sicht bleibt es im Onlinerecht immer spannend, es treten immer mal wieder neue deutsche oder EU-Gesetze in Kraft, oder es werden regelmäßig Gerichtsentscheidungen veröffentlicht, die nicht selten auch Auswirkungen auf alle anderen oder jedenfalls sehr viele Online-Händler haben. Mitte 2014 wird es zu einer einschneidenden Reform im Fernabsatzrecht kommen, in deren Zuge z.B. das Widerrufsrecht für Verbraucher geändert und damit europaweit vereinheitlicht wird. Diese Gesetzesnovelle basiert auf entsprechenden EU-Vorschriften und wird 2014 auch hierzulande in nationales Recht umgesetzt, so dass davon dann alle deutschen Online-Händler betroffen sein werden. Das bedeutet, dass dann wieder einmal Anpassungen am Webshop notwendig werden. Es kann allen Betroffenen daher nur geraten werden, sich schon frühzeitig mit diesem Thema zu befassen und im Zweifel Rechtsrat einzuholen. Im Bereich des E-Commerce wird das wohl – vom jetzigen Standpunkt aus – zumindest ein vielversprechender Anwärter auf das heißeste Thema des Jahres.

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