Interview mit Anna Löw und Matthias Lübken zur DevOps Conference 2015

“Oberziel ist ein neues Team mit eigener Kultur”
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Anna Löw und Matthias Lübken, Speaker auf der kommenden DevOps Conference 2015, sprachen mit uns über den Aufbau eines DevOps-Teams sowie darüber, auf welche Fallstricke man sich dabei gefasst machen sollte. 

Redaktion: Auf der DevOps Conference haltet ihr eine Session mit dem Titel „Auf- und Ausbau eines DevOps-Teams“ – ist es nicht per se der falsche Ansatz, ein DevOps-Team zu gründen? Es geht doch eher um die Zusammenführung zweier bisher getrennter Organisationseinheiten …

Anna Löw/Matthias Lübken: Ja und Nein. Der Aufbau eines neuen Teams muss nicht zwangsweise mit neuen, externen Kollegen stattfinden. Im Gegenteil, es geht darum, Kollegen aus bisher getrennten Abteilungen zu einer Einheit zusammen zu schweißen. Hier können dann natürlich auch Kollegen, die neu eingestellt werden, hinzukommen. Oberziel ist es, dass ein neues Team mit einer eigenen Kultur entsteht. Bei DevOps geht es darum, best practices aus den jeweiligen Fachgebieten zu nutzen und darüber hinaus Raum für neuartige DevOps Methoden zuzulassen. Frei nach dem Motto: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Redaktion: Welche besonderen Stolpersteine ergeben sich dabei eurer Erfahrung nach – abgesehen von offensichtlichen, wie den unterschiedlichen Interessen, versteht sich.

Löw/Lübken: Aus unseren Erfahrungen heraus ist es essentiell, eben genau diese „offensichtlich“ gegenläufigen Interessen in einem ersten Schritt transparent herauszuarbeiten und anzusprechen. Ist ein gegenseitiger Perspektivenwechsel erfolgt, kann man sich deutlich leichter der Herausforderung stellen, aus Einzelinteressen ein gemeinsames Teaminteresse zu entwickeln. Offenheit ist hier ein wesentlicher Parameter, der auch die weiteren Stolpersteine „Kommunikation” und „Unterschiedlicher Background der Teammitglieder“ abfedert. Das Denken in Stereotypen ist nun einmal nicht zielführend. Dass die technologischen Herausforderungen eine gebührende Berücksichtigung finden, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Redaktion: Welche Rolle spielt dabei die Einstellung der Team-Mitglieder aus den einzelnen Bereichen?

Löw/Lübken: Es gibt keine Wertigkeit der (ehemaligen) einzelnen Bereiche. Wichtig ist die Einstellung aller Teammitglieder. Extrem allgemein formuliert: Grundsätzlich braucht man aufgeschlossene Kollegen, die keine Lust haben, in Stereotypen zu Denken.

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Redaktion: Aus eurer Erfahrung heraus: Wie motiviert man die Mitglieder der Teams, enger Zusammenzuarbeiten?

Löw/Lübken: Wir sind überzeugt, dass man Motivation nicht „aufoktroyieren“ kann, sie muss aus den Teammitgliedern selbst erwachsen. Es geht vielmehr darum, ein Umfeld zu schaffen, dass darauf abzielt, ein gegenseitiges Verständnis für den Job des anderen zu kreieren. Teammitglieder müssen sich freuen, Kollegen mit anderem Hintergrund mit einzubeziehen. So müssen Entwickler für den Betrieb verantwortlich sein und Ops Leute müssen bei der Entwicklung neuer Features beteiligt werden. Was man als Unternehmen noch konkret tun kann? Ganz klar: Gemeinsame Erfolge auch gemeinsam feiern!

Redaktion: Ihr habt den Support ebenfalls in das Team eingebunden; war das ein zusätzlicher „Fremdkörper“?

Löw/Lübken: Fairerweise muss man sagen, dass unsere Erfahrungen auf dem Einsatz von Kollegen des Second-Level-Supports beruhen. Wir empfehlen nicht, ein sich formendes, unerfahrenes Team mit mehr als zwei Funktionsbereichen zu belegen. Dennoch wollen wir auch dieses, etwas weiter führende Modell, vorstellen. Wir sind der Auffassung, dass auch in diesem Bereich das Thema cross-funktionale Teams offen betrachtet werden muss. Letztendlich geht es um das Prinzip: „You build it. You run it.“ Hierzu ist direktes Feedback von Nutzern zwingend notwendig, welches vom Support aufgenommen wird.

Redaktion: Etwas ketzerisch gefragt: Wird das Berufsbild des „klassischen Admins“ durch die DevOps-Kultur aussterben?

Löw/Lübken: Gegenfrage: Wird das Berufsbild des „klassischen Redakteurs“ aussterben? In der IT und Medienwelt erleben wir ständig Veränderungen. Sicherlich sind diese zur Zeit im Bereich Betrieb von Software eher umfangreicher, das soll aber nicht heißen, dass wir das Know-how von Admins nicht brauchen. Im Gegenteil, Speziallisten im Bereich von Linux sind gefragter denn je. Allerdings werden es „klassische Admins“, die ihre Server als ihr Eigentum sehen, zukünftig schwerer haben. Wir glauben allerdings, dass sich viele Admins sehr wohl an DevOps-Themen heranwagen. Natürlich muss hier ein gutes Team zusammen finden, welches an gemeinsamen Zielen arbeitet und gut gecoacht wird – eine Aufgabe für das Management.

Anna LöwAnna Löw arbeitet bei Giant Swarm. Zuvor war sie HR Manager bei der Adcloud GmbH und verfügtüber generalistische HR- und Beratungserfahrung in verschiedenen Unternehmen. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind Systemisches Coaching, Recruiting, Beratung sowie Organisations- und Personalentwicklung.
Matthias LübkenMatthias Lübken ist Produktmanager bei Giant Swarm in Köln. Er hat langjährige Erfahrung mit verschiedenen Aspekten der Softwareentwicklung. Gegenwärtig beschäftigt er sich hauptsächlich mit dem Aufbau und der Organisation von Produktteams. Weitere Informationen unter luebken.com/about.

Aufmacherbild: Group of business people assembling jigsaw puzzle and represent team support and help concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: dotshock

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