Office 2010 Programmierung mit VSTO und .NET 4.0
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Microsoft Office und Programmierung haben schon lange zusammengehört. Sei es, dass Sie in eigenen Anwendungen entsprechende Dokumente erzeugen müssen, sei es, dass Sie Office mit eigener Funktionalität

Microsoft Office und Programmierung haben schon lange zusammengehört. Sei es, dass Sie in eigenen Anwendungen entsprechende Dokumente erzeugen müssen, sei es, dass Sie Office mit eigener Funktionalität erweitern müssen. Im Zeitalter von Office 2010, Visual Studio 2010 und den Visual Studio Tools für Office (VSTO) hat sich das Programmiermodell gewandelt. Und das ist das Thema des vorliegenden Buchs, das sich dem Verlag zufolge an Entwickler richtet, die bereits Erfahrungen mit .NET und Visual Studio gesammelt haben.

Vorbei sind also die Zeiten, in denen Office-Anwendungen mittels VBA aufgepäppelt wurden. C# und Visual Basic stehen zur Ablösung bereit. Ganz neu ist das zwar nicht, denn die Anfänge von VSTO reichen bereits in die Version Office 2003 zurück, aber mit den aktuellen Versionen wurde das deutlich ausgebaut. Im Rahmen einer Einführung der Entwicklung mit VSTO vergisst Autor Jan Tittel nicht, die Unterschiede zu VBA aufzuführen: Mit VSTO werden Office-Anwendungen nämlich von außen und nicht mehr von innen heraus gesteuert. Damit sind auch viele Klimmzüge im Bereich der Sourcecode-Verwaltung obsolet. Das dient jedoch nur als Randbemerkung, denn das ist nicht das Thema des Buchs. Tittel erläutert die Vorlagentypen und Entwicklungen mit Visual Studio, Features von Office, die praktische Erweiterung des Menüsystems, Integration eigener Anwendungen, Features von Word, Excel und Outlook. Nach diesem Überblick gibt es drei Kapitel, die jeweils eine der drei genannten Office-Anwendungen Word, Excel und Outlook zum Thema haben. Sie starten jeweils mit dem Objektmodell, um dann auf die Besonderheiten der drei Applikationen, zum Beispiel das Durchsuchen von Word-Dokumenten, die Bearbeitung von Excel-Zellen oder E-Mails bei Outlook einzugehen. Ein weiteres Kapitel zeigt, wenn auch deutlich kürzer, Objektmodelle und Entwicklungsmöglichkeiten von PowerPoint und Visio. Es folgen noch ein Kapitel zur Interaktion mit anderen Technologien, zum Beispiel das Zusammenspiel mit VBA oder Open XML, sowie Grundlagen zur Sicherheit, Bereitstellung und Migration.

Insgesamt ist es also ein weitgefasstes Themenspektrum rund um die aktuelle Office-Programmierung. Das Buch wurde im Rahmen der von Dr. Holger Schwichtenberg herausgegebenen Reihe des Hanser Verlags „:NET Bibliothek“ veröffentlicht, und das ist ein Name, der üblicherweise für Anspruch und hohe Qualität steht. Das vorliegende Buch ist einfach zu lesen, was aber hauptsächlich daher kommen mag, dass es über recht wenig Tiefgang verfügt. Nicht überall, wo „Qualität“ drauf steht, ist also Qualität drin. Anschaulich wird das in diesem Fall auch zu Beginn der Kapitel über Excel und Outlook, denn hier wurde Wort für Wort aus dem Kapitel zu Word übernommen. Wobei noch nicht einmal jedes Vorkommen von „Word“ durch das jeweilige Zielwort ersetzt wurde. Das soll nicht heißen, dass es für dieses Buch kein mögliches Zielpublikum gibt: Entwickler, die zum ersten Mal mit der Programmierung von Office zu tun haben, werden hier sicherlich fündig. Erfahrene Entwickler, auch wenn bisher eher in den älteren Technologien zu Hause, werden aber kaum Neues entdecken. In einer Neuauflage wäre einiges nachzubessern.

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