Das Big Picture des neuen Cloud-Dienstes von Microsoft

Office 365
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Office 365 ist Microsofts erste große Antwort in Sachen Cloud Computing. Genauer genommen handelt es sich bei Office 365 um kein neues Produkt, sondern um den Nachfolger der weniger prominenten Business Productivity Online Suite, kurz BPOS genannt. Der neue Onlinedienst liefert ein Gespann seiner bekanntesten Office-Suiten zusammen mit bewährten Desktoplösungen. Office 365 vereint SharePoint Online, Exchange Online, Lync Online – ehemals Office Communication Server – sowie Office Professional Plus in einem zusammenhängenden Paket. Seit dem 19. Oktober 2010 wird Office 365 von zahlreichen Betatestern evaluiert. Dieser Artikel stellt Ihnen die wichtigsten Features und Neuerungen des neuen Cloud-Angebots von Microsoft vor.

Lange hat der Softwareriese aus Redmond auf sich warten lassen, bis auch er sich beim Thema Cloud Computing zu Wort meldete. Microsoft setzt hierbei auf sein wichtigstes Pferd – Office – und verpackt sein Angebot mit weiteren elementaren Onlinediensten, wie etwa Zusammenarbeit, Messaging oder Kommunikation. Wie in Abbildung 1 dargestellt, können Nutzer von Office 365 aus den Features von SharePoint Online, Exchange Online, Lync Online oder Office Professional Plus wählen.

Abb. 1: Die vier Pakete von Office 365
Abb. 1: Die vier Pakete von Office 365

Einer der wesentlichsten strategischen Unterschiede zu anderen bekannten Cloud-Anbietern, wie beispielsweise Google Apps, ist die Kombination von Onlineservices mit bewährten Desktopanwendungen. So können Abonnenten von Office 365 beispielsweise ein Office-Professional-Plus-Paket als Clientanwendung zusammen mit dem Onlinedienst beziehen. Daneben stellt Microsoft weitere nützliche Desktopanwendungen bereit, die die Arbeit des Nutzers und auch des Administrators erleichtern sollen.

Office 365 soll es möglich machen, quasi von überall auf Dokumente zuzugreifen. Dabei spielen die mit SharePoint 2010 veröffentlichten Office Web Applications sowie Windows Mobile 7 eine bedeutende Rolle. Office Web Apps liefern die technische Basis für den webbasierten Zugriff auf Office-Dokumente. Neu ist nicht nur die Möglichkeit, Office-Dokumente mit einem unterstützten Browser zu lesen, sondern auch zu bearbeiten. Die Office Web Applications unterstützen neben dem Internet Explorer (ab Version 7) auch die Browser Mozilla Firefox (ab 3.5) sowie den Safari in der aktuellsten Version. Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente lassen sich ebenso editieren wie onlinegespeicherte OneNote-Dateien. Wer möchte, kann auch mit seinem mobilen Windows-7-Gerät auf seinen Onlinearbeitsplatz zugreifen, um Dokumente zu lesen oder zu editieren.

Die Zielgruppe von Office 365 ist weit gefächert. Auf den ersten Blick würde man vermuten, dass sich das Angebot an kleine Unternehmen richtet, was natürlich auch so ist. Beschäftigt man sich etwas genauer mit dem Thema, wird einem schnell bewusst, dass Microsoft aber vor allem auf die mittleren und großen Unternehmen abzielt. Um seinen Kunden die Entscheidung in Richtung Cloud zu erleichtern, hat der Softwareriese einige interessante Infrastrukturdienste integriert, die einen leichten Umstieg nach Office 365 erlauben. Neben einem durchgängigen Single Sign-on (SSO) liefert Office 365 auch die Möglichkeit, vorhandene Active-Directory-Objekte oder Exchange-Mailboxes in den Onlineverzeichnisdienst zu migrieren. Doch darauf wird später eingegangen.

Abb. 2: Outlook Web Access liefert einen webbasierten E-Mail-Client
Abb. 2: Outlook Web Access liefert einen webbasierten E-Mail-Client
Exchange Online

Mit Exchange Online stellt Microsoft die Funktionalitäten von Exchange Server 2010 Service Pack 1 als Cloud-Anwendung bereit. Der Onlinedienst liefert seinen Nutzern ein 25 GB großes Postfach, das via Outlook oder Outlook Web Access (OWA) bedient werden kann. Das Postfach liefert die üblichen E-Mail-Funktionen, wie beispielsweise Posteingangsregeln, Abwesenheitsnotizen, E-Mail-Signaturen, die Verwaltung blockierter oder sicherer Absender oder die Definition von Verteilern. Neben dem E-Mail-Postfach stellt Exchange Online auch einen Kalender, Aufgaben sowie eine Kontaktliste zur Verfügung (Abb. 2).

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