Alles machbar

Oracle mit PHP verwenden
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Oracle ist teuer, benötigt viel Hardware, ist nur für Großkonzerne geeignet und für Webprojekte sowieso überdimensioniert. Doch was wäre, wenn Oracle sogar kostenlos wäre und zudem nicht sonderlich viel Hardware benötigen würde? Dann wäre Oracle durchaus für Webprojekte in Betracht zu ziehen, oder? Mit PHP geht das sogar – wie zu erwarten war – ziemlich simpel.

Der finanzielle Aspekt dürfte wohl bisher die meisten Anwender daran gehindert haben, Oracle einzusetzen. Diese seien beruhigt: Mit der Oracle Database 10g Express Edition steht eine auch für den kommerziellen Einsatz kostenlose Variante zur Verfügung. Hier sind zwar ein paar Einschränkungen vorhanden (1 CPU, 1 GB RAM, maximal 4 GB Datenbankgröße), man kann diese für kleinere bis mittlere Projekte jedoch ohne Weiteres verschmerzen. Version 11 der Express Edition soll voraussichtlich im Herbst/Winter 2009 erscheinen. Reicht die Express Edition nicht mehr aus, kann man als Nächstes Oracle Database 11g Standard Edition One einsetzen. Diese kostet laut Hersteller 180 US-Dollar pro User, bei einem Minimum von fünf Usern, ist mit 900 US-Dollar also auch noch erschwinglich und hat dafür keine Limitierung in RAM oder Datenbankgröße mehr. Allerdings ist diese Edition noch auf zwei Sockets beschränkt. Des Weiteren wären dann auch noch die Standard Edition und die Enterprise Edition erhältlich, die gegenüber der jeweils kleineren Version weniger Ressourcenlimitierungen und einen erweiterten Funktionsumfang (Real Application Clusters) mit sich bringen. Auf diese soll hier jedoch nicht weiter eingegangen werden. Im Internet findet sich eine Gegenüberstellung aller Editionen. Wichtig zu wissen ist, dass man jede Version, selbst die Enterprise Edition, kostenlos herunterladen und für Entwicklungszwecke einsetzen kann. Erst wenn alles produktiv gehen soll, muss man zum Geldbeutel greifen.

Installation, Tools

Um die in diesem Artikel aufgeführten Beispiele nachvollziehen zu können, werden wir uns zunächst Oracle installieren, und zwar in der Standard Edition One. Diese kann von der Oracle-Homepage nach einer kostenlosen Registrierung heruntergeladen werden. Nachdem wir das ungefähr 1,7 GB große Paket entpackt haben, folgen wir den darin enthaltenen Installationsanweisungen, wie in Abbildung 1 gezeigt ist.
Abb. 1: Installation unter Windows

Abb. 1: Installation unter Windows

Zusammen mit der Datenbanksoftware werden noch weitere Programme installiert, z. B. SQL Plus, Oracle SQL Developer, Datenbankkonfigurationsassistent und Webinterface zur Datenbankverwaltung. SQL Plus ist ein Kommandozeilentool für Administration und Bedienung der installierten Oracle-Instanzen. Der Oracle SQL Developer ist ein Verwaltungstool mit grafischer Benutzeroberfläche, das den Anwender beim Anlegen neuer Datenbankobjekte, Erstellen und Ausführen von SQL-Statements usw. unterstützt. Der SQL Developer ist auch als Standalone-Applikation kostenlos auf der Oracle-Seite verfügbar und eignet sich auch – sofern die entsprechenden JDBC-Treiber installiert sind – zur Verwaltung von Access-, MySQL- und MSSQL-Datenbanken. Mit dem Datenbankkonfigurationsassistenten kann man Datenbanken erstellen oder löschen, vorhandene Datenbanken konfigurieren und Datenbankvorlagen verwalten. Mit dem Webinterface zur Datenbankverwaltung lassen sich wertvolle Informationen über Oracle abfragen, wie beispielsweise Auslastung der Host-CPU oder die Anzahl der aktiven Sessions. Des Weiteren lassen sich Einstellungen zu Backup und Recovery vornehmen, Benutzer verwalten, Statistiken einsehen und Vieles mehr. In der Praxis hat sich die Verwendung des Oracle SQL Developer als sinnvoll herausgestellt. Diesen findet man im Installationsverzeichnis von Oracle im Verzeichnis /sqldeveloper/. Nach Starten der Anwendung fügen wir eine Verbindung hinzu, zunächst mit der Administratorkennung. Wir vergeben einen beliebigen Namen für Connection Name und geben als Benutzernamen sys und das während der Installation von Oracle gewählte Passwort ein. Aus Gründen der Bequemlichkeit setzen wir bei Save password den Haken. In der unteren Hälfte des Dialogfensters wählen wir den Oracle Tab aus, stellen als Role SYSDBA und als Connection Type TNS ein. Bei Network Alias wählen wir die Oracle-Instanz, in unserem Beispiel ORCL (Abb. 2).
Abb. 2: Einrichtung einer Verbindung im Oracle SQL Developer

Abb. 2: Einrichtung einer Verbindung im Oracle SQL Developer

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