PHP-Manifest – Vergleich mit Rock und Punk
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Im Funkatron-Blog zieht der Autor Ed Finkler den Vergleich zwischen dem heutigen PHP Zeitgeist und dem überdimensionierten Schlagzeug des Rush-Drummers Neil Peart. In das Drumset hätte man die komplette

Im Funkatron-Blog zieht der Autor Ed Finkler den Vergleich zwischen dem heutigen PHP Zeitgeist und dem überdimensionierten Schlagzeug des Rush-Drummers Neil Peart. In das Drumset hätte man die komplette Punk-Band „Black Flag“ unterbringen können, und sie hätten noch immer gerockt.

Was der Autor damit sagen will ist, dass kleine, pfiffige Einfälle oft mit großen, klobigen Frameworks, Bibliotheken oder Komponenten in Einklang gebracht werden müssen, obwohl zur Lösung des eigentlichen Problems nur wenige Zeilen Code nötig wären. Finklers Botschaft lautet deshalb: Zurück zur Einfachheit! Statt ständig schwergewichtige Frameworks wie das Zend Framework oder Symfony zu bemühen, solle man sich auf leichtgewichtige Libraries und Micro-Frameworks konzentrieren.

Ein grundlegendes Problem bei der Verwendung von Frameworks sieht Finkler in der Bindung an den Fremdcode, den er im normalen Alltag aus Zeitmangel nicht prüfen kann und somit vertrauen muss, dass alles funktioniert. Und was passiert mit den Abhängigkeiten im Falle eines Updates? Lädt sich der Entwickler damit nicht eine riesige Schuld auf, wenn er nicht jedes Mal zeitnah reagiert? Somit kann die anfängliche Zeitersparnis langfristigen Mehraufwand verursachen.

Ein weiteres Beispiel verdeutlicht auch die unterschiedlichen Auffassungen des Begiffs „lightweight“ innerhalb der PHP-Community: Mit Cloc hat der Autor einen selbstgeschriebenen git-Klon analysiert. Mit der symfony2-http-Kernel-Komponente kam er auf knapp 19.000 Zeilen Code, das Slim Framework ersparte ihm tausend Zeilen und das Epiphany Framework reduzierte die Zeilenzahl auf knapp über 5.000. Sein Kommentar dazu ist, dass er Komponenten ungern als leichtgewichtig bezeichnen möchte, die mehr Codezeilen enthalten als sein selbst gebautes Micro Framework.

Der Autor sagt, er wolle nicht Neil Peart sein, der seine Fans mit anmaßendem Progressive Rock einschüchtert. Er wolle lieber als Gregg Ginn in bühnenlosen Kellern spielen und die Fans so anheizen, dass sie ihre eigene Band gründen wollen. Am Ende stellt er ein Micro PHP Manifesto vor, in dem er wohl so etwas wie den Kern der „wahren“ PHP-Entwicklerkultur beschreiben möchte:

Ich bin ein PHP-Entwickler
  • Ich bin kein Zend-Framework- oder Symfony- oder CakePHP-Entwickler
  • Ich glaube, dass PHP kompliziert genug ist
Ich mag es, kleine Dinge zu bauen
  • Ich mag es, kleine Dinge für einfache Zwecke zu bauen
  • Ich mag es, Dinge zu machen, die Probleme lösen
  • Ich mag kleine Dinge, die zusammenwirken, um große Probleme zu lösen
Ich will weniger Code; nicht mehr
  • Ich will weniger Code schreiben; nicht mehr
  • Ich will weniger Code verwalten; nicht mehr
  • Ich will weniger Code supporten; nicht mehr
  • Ich muss jedes Stück Code rechtfertigen, das ich einem Projekt hinzufüge
Ich mag einfachen, lesbaren Code
  • Ich will Code schreiben, der leicht verstanden wird
  • Ich will Code, der leicht prüfbar ist

Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, inwiefern dieses Micro PHP Manifesto tatsächlich den Kern der PHP-Kultur trifft. Viele PHP-Entwickler, die mit den erklärten Ziel an den Start gehen, PHP zu professionalisieren und Enterprise-tauglich zu machen, werden das wohl lautstark verneinen.

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