PHP und die Community – Fluch oder Segen?
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Gestern haben wir Euch die Ansichten des PHP-Bloggers Anthony Ferrara vorgestellt. Er glaubt, dass das wahre Problem bei PHP die Community sei, die aus zu vielen mitteilungsfreudigen Semi-Professionellen

Gestern haben wir Euch die Ansichten des PHP-Bloggers Anthony Ferrara vorgestellt. Er glaubt, dass das wahre Problem bei PHP die Community sei, die aus zu vielen mitteilungsfreudigen Semi-Professionellen bestehe. Dabei werde Halb-Wissen verteilt, in dessen Flut oft die wahren innovativen Ideen untergehen.

Auf diesen Beitrag haben viele von euch Lesern reagiert. Darunter waren einige inspirierende Ansichten und Ideen, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

Zuerst einmal ist zu sagen, dass viele unter euch, wenn auch selbst Teil besagter Community, den Ideen Ferraras zustimmen. Oliver Sperke glaubt beispielsweise, dass die Web-Entwicklung mittlerweile zu komplex geworden ist, um Allrounder hervorzubringen. Er selbst sei auch zu spezialisiert, um von sich behaupten zu können, ein PHP-Profi zu sein – allerdings schreibe er auch keine Blog-Artikel über Dinge, mit denen er sich eigentlich gar nicht auskennt.

Ich bin selbst so hoch spezialisiert, dass ich zwar in bestimmten Bereich ganz präzise Lösungen anbieten kann, aber auf anderen Gebieten teilweise verloren bin. Jetzt maße ich mir aber auch nicht an, Artikel über Themen zu schreiben von denen ich keinen Plan hab. Oliver Sperke

Auch auf unserer Facebook-Seite hat das Problem der PHP-Community Beachtung gefunden. Ben Butschko sieht das Problem ähnlich wie Ferrara und kommentiert:

Ich gehe mit Anthony Ferrara konform. Bin es auch mitlerweile Leid in diversen Foren über die „vielen hilfreichen“ Codeschnipsel zu diskutieren. Was da viele Hilfesuchenden vorgesetzt bekommen – Wahnsinn. Das fängt bei nicht validierten POST / GET Parametern an, geht weiter über ungesichtere SQL-Queries bis hin zu XSS und XSRF. Will man dennoch auf die Problematiken ansprechen, riskiert man eine Diskussion wie „für den Anfang reicht es doch“ oder „Ist doch nur für eine Private Homepage“ oder „Später kann er sich ja das Wissen noch aneignen“. Bravo! Von der Einhaltung eines Codestils – egal ob 1TBS, East-Coast, Horstmann oder GNU – will ich erst gar nicht anfangen…Ben Butschko

SRIT erkennt diesen negativen Trend ebenfalls und empfiehlt allen Entwicklern, auf ihre Quellen zu achten und nicht alles, was sie irgendwo im Web lesen, auch gleich in ihre eigenen Projekte mit einfließen zu lassen. Außerdem sollte man nicht gleich jedem Trend hinterherlaufen, ohne zu verstehen, was dieser wirklich hergibt.

Wenn diese zwei simplen Sachen einfach mal befolgt werden würden und jeder ehrlich zu sich selbst wäre, würde die Community oder die PHP Entwickler nicht sonen merkwürdigen Ruf haben, weil halt nicht jeder Joomla Installateur sich PHP Entwickler nennen würde…SRIT

Auf die eigenen Quellen zu achten, genau hier sieht Ferrara ja das Problem der PHP-Community. Zwischen Wissen und Halb-Wissen zu unterscheiden, sei nämlich nicht einfach. Aus diesem Grund empfiehlt er ein PHP-Tutorial-Wiki, eine Sammlung von PHP-Anleitungen, die allein durch natürliche Selektion schon zu ihrer fachlichen Richtigkeit finden werde. Doch ist ein Wiki tatsächlich das Maß aller Dinge? Tom vom Berg meint nein und stellt das Prinzip Wiki an sich in Frage. Solch ein Gemeinschaftslexikon trenne nur „selten Wissen von Unwissenheit, sondern meistens nur Macht von Ohnmacht“. Nahezu jeder Artikel werde angezweifelt – rein aus Prinzip.

Andere wiederum finden die Idee eines PHP-Tutorial-Wikis gar nicht mal so schlecht und empfehlen bereits existierende Projekte. Phpbar.de setzt beispielsweise genau das um, was Ferrara vorschlägt, sogar in deutscher Sprache. Leider ist hier laut Carsten Witt noch nicht allzu viel los. Pluess empfiehlt die Plattform stackexchange.com, eine dortige Suche nach PHP und anschließendes Sortieren nach Votes. So werden, ähnlich wie in einem Wiki, die schlechten Antworten aussortiert und die guten hervorgehoben. Unser Kommentator Anton hingegen findet, dass die nötigen Informationen für Entwickler nicht in einem Wiki, sondern direkt auf php.net, in der offiziellen Dokumentation zu finden sein müssten. Alles andere sorge für eine „streubombenartige Verteilung von redundanter Information“.

Was denkt Ihr? Wer sollte sich darum kümmern, dass der PHP-Nachwuchs die Sprache von Grund auf lernt und zwar von zuverlässigen Quellen?

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