Highlights vom dritten Konferenztag

Freiheit am Arbeitsplatz, Big Data im Browser & motivierte Teams: 5 Take-aways von der iJS & IPC
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Auch am dritten Tag des Konferenzduos International PHP Conference und International JavaScript Conference haben wir spannende Sessions besucht. Was nehmen wir davon mit nach Hause?

Take-away #1: Neue Wege gehen: Per Smartphone-Sensor auf den Maus-Cursor zugreifen

Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst die Benutzung von Maus und Tastatur fällt manchen Menschen aus verschiedenen Gründen schwer. Ob es um Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung oder einen einfachen Zugang zu Inhalten für digitale Neulinge geht, über alternative Eingabewege nachzudenken, kann durchaus sinnvoll sein. Eine solche Option hat Katerina Skroumpelou (ThisDot) im Rahmen ihrer Session vorgestellt. Unter Verwendung der Sensoren mobiler Geräte können Anwendungen so programmiert werden, dass sie durch Veränderungen der Lage oder der Lichtverhältnisse nicht nur lokal eine Eingabe vollziehen, sondern diese auch auf andere Geräte übertragen können. Das ist sogar unter Verwendung von WebSockets, Angular und NGRX möglich, wie die Speakerin demonstrierte. Zwar hat die Lösung noch einige Schwächen; per Machine Learning sei jedoch denkbar, diese auszubessern. Also: Einfach mal ausprobieren!

Take-away #2: Big Data ist überall – Datenanalyse auch!

Wer an Datenanalysen und Statistiken denkt, wird erst einmal Programme wie R im Sinn haben, danach vielleicht die typischen Programmiersprachen des maschinellen Lernens, zum Beispiel Python. Es geht aber auch anders, wie Philipp Burckhardt am dritten und letzten Hauptkonferenztag der iJS demonstrierte: Datenanalysen sind im Browser angelangt, also genau dort, wo Big Data entsteht. Auch mit serverseitigem JavaScript unter Verwendung von Node.js ist es möglich, solche Analysen vorzunehmen. Natürlich war JavaScript dazu aber ursprünglich nicht gedacht. Darum sollten Entwickler auf eine der verfügbaren Bibliotheken dafür setzen, die entsprechende Funktionen unterstützen. Eine davon, stdlib, entwickelt Philipp Burckhardt mit – Näheres dazu erfahrt Ihr im Artikel des Speakers: Echtzeit-Statistik in JavaScript mit stdlib erstellen.

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Take-away #3: Sicherheitsfehler gemeinsam bekämpfen!

„Tales from the wrong end – a maintainer´s Story of open source & CVEs“, so lautete die Keynote von Marcus Bointon auf der IPC am Donnerstag. Bointon ist Projektleiter des beliebten Open-Source-PHP-Pakets PHPMailer. Im Dezember 2016 wurden im PHPMailer zwei kritische Sicherheitslücken bei der Codeausführung entdeckt, die möglicherweise mehrere zehn Millionen Websites betrafen. Eine CVE-Nummer ist etwas Gravierendes – Bointon beschrieb die Auswirkungen und wie er nach und nach dieses Problem in den Griff bekommen hat. Das Ganze verursachte nicht nur eine Menge Arbeit, sondern war auch eine emotionale Achterbahn für Bointon. Er erzählte die Geschichte, wie er als Projektleiter eines großen Open-Source-Projekts die Schwachstellen bekämpfte, zu Spenden aufrief und am Ende das Problem löste. Bointon bedankte sich bei der Community, die den Sicherheitsfehler entdeckte und maßgeblich bei der Lösung mitwirkte.

Take-away #4: Freiheit am Arbeitsplatz schafft Produktivität

Mit dem etwas provokanten Titel “Removing the product owner from the agile equation” startete Sebastian Heuer (die Kartenmacherei) seine Session. Heuer beschrieb die Herausforderungen agiler Projekte und kam zu dem Schluss: “Product owner never prioritize technical debt”. Sein erprobter Lösungsansatz: Programmierer müssen die Möglichkeit haben, autonom zu arbeiten. Dies ist der Schlüssel zur Mitarbeitermotivation. Am Ende des Talks zog Heuer ein nachvollziehbares Fazit für agiles Arbeiten, welches nur erfolgreich ist, wenn alle Chapter involviert werden: “Agile is not limited to software development”.

Take-away #5: Jedes Team hat seine Mission und Vision

Quasi eine thematische Fortführung des Themas von Sebastian Heuer bildete der Vortrag von Tina Dreimann (die Kartenmacherei) zu Working in Autonomous Teams. Dreimann beschrieb, wie die Kartenmacherei als schnell wachsendes Start-up an den Punkt kam, bei dem durch Personalzuwachs und Angebotserweiterung die Projektarbeit immer unübersichtlicher und ineffizienter wurde. Nach einem internen Workshop wurde dann ein Wandel von rein funktionalen Teams zu cross-funktionalen Teams vollzogen. Nun wurden die jeweiligen Experten aus Abteilungen wie Marketing, Design und Programmierung an einem Tisch gebracht und einem „Growth Mindset“ folgend eine neue effektive Arbeitskultur etabliert. Die jeweiligen Teams zeichnen sich entsprechend durch eine hohe Diversität und Autonomität in ihrer Arbeit aus. Jedes Team hat darüber hinaus seine eigene Vision und Mission und kann weitgehend Eigenverantwortung übernehmen. Das Ergebnis des vollzogenen Wandels: Hochmotivierte Mitarbeiter mit glänzenden Arbeitsergebnissen.

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