Kommentar: Angular 2 liebt TypeScript
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Im Rahmen der ng-conf, die vom 5. bis 6. März 2015 in Salt Lake City stattgefunden hat, ließen Microsoft und Googles Entwicklerteam, die für das Open-Source-Framework Angular schon seit mehreren Monaten zusammenarbeiten, die Katze aus dem Sack: Google wird Angular 2, die nächste Version des Frameworks für Web-Entwicklung, künftig mit TypeScript entwickeln.

Die hauseigene Sprache AtScript wird aufgegeben. Bedenkt man, dass TypeScript primär von Microsoft vorangetrieben wird, ist das eine kleine Sensation. Die beiden IT-Riesen Google und Microsoft machen trotz harter Konkurrenz in vielen Bereichen bei der Webentwicklung einen großen Schritt aufeinander zu.

TypeScript soll aufgestockt werden

TypeScript war AtScript schon bisher sehr ähnlich. Was TypeScript jedoch fehlte, waren Metadaten-Annotationen ähnlich den Attributen, die .NET-Entwickler aus C# kennen. Microsoft hat angekündigt, diese Lücke jetzt schließen zu wollen. Das Ergebnis sollen Entwickler in einigen Wochen mit der nächsten TypeScript-Version 1.5 ausprobiert können.

Warum diese Nachricht so große Relevanz hat, zeigt die folgende Grafik, die exemplarisch die Anzahl der Google-Suchanfragen nach AngularJS und KnockoutJS gegenüberstellt. Aus dieser geht hervor, wie stark das Interesse nach Angular in den letzten zwei Jahren angestiegen ist. Die Chance, dass die jetzt angekündigte Kooperation TypeScript einen ähnlichen Schub verpassen könnte, ist demnach nicht zu unterschätzen.

© Google

Wenn Angular 2 mit TypeScript entwickelt wird, könnte es für Verwender naheliegen, die Sprache ebenfalls in Betracht zu ziehen. Entwicklern wird aber auch bei Angular 2 offen stehen, auf jeglichen Aufsatz zu verzichten, und weiterhin mit purem JavaScript zu arbeiten. In diesem Fall muss jedoch einiges an Code manuell entwickelt und zum Teil auf Hilfsmittel verzichtet werden, beispielsweise die optionale Typprüfung, IntelliSense, etc.

Wer mit Angular 2 und TypeScript loslegen möchte, muss noch ein wenig Geduld haben. Angular 2 befindet sich noch in der frühen Entwicklungsphase und ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht für den Produktiveinsatz geeignet. TypeScript-Neulinge können aber schon jetzt ein Gefühl dafür bekommen, was der Aufsatz auf JavaScript mit sich bringt, denn AngularJS 1.x mit TypeScript 1.4 kann bereits jetzt ausprobiert werden: die entsprechenden TypeScript-Typinformationen für AngularJS findet man im GitHub-Projekt DefinitelyTyped. Einige Codebeispiele und Anleitungen finden sich zudem in unserem Blog.

Persönlich finde ich den Schritt von Google und Microsoft sehr erfreulich. Die Wahl eines passenden JavaScript-Frameworks ist schwierig genug. Auf die Qual der Wahl in Sachen Programmiersprache verzichte ich gerne. Die Entscheidung zeigt auch das Potential von Open Source. Die Offenheit von Angular und TypeScript lässt die Branchengrößen Google und Microsoft eine gewisse Abhängigkeit zueinander akzeptieren, da sie wissen, dass keiner der beiden sich in eine Sackgasse manövriert, aus der es keinen Ausweg mehr gibt.

Aufmacherbild: Business teamwork puzzle pieces von Shutterstock / Urheberrecht: Ferbies

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