Spielereien mit WordPress 4.7 – von Themes, Rechten und Struktur

WordPress 4.7 – die Neuerungen
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WordPress 4.7 steht in den Startlöchern. Daher lohnt es sich bereits jetzt, ein bisschen damit zu experimentieren. Zum Teil direkt im Code und zum Teil in Form von ein paar Gedankenexperimenten, weil viele Features (Stand heute) noch nicht fertig sind. Zum Auftakt beginnen wir mir einem Ausblick auf Themes, Rechte und die kommende Struktur.

Bevor es an die Sachen geht, die in WordPress 4.7 komplett in Stein bzw. die Versionskontrolle gemeißelt wurden, noch ein paar kleinere Sachen vorweg. Es gibt einige nennenswerte Proposals, die ich hier kurz anreißen möchte. Manche davon könnten mit Erscheinen des Magazins* sogar schon fest im Core sein. Das wäre super, denn es sind ein paar coole Ideen dabei.

Themes durchstöbern, Vorschau und Installation über den Customizer

Noch ist es zur Hälfte ein Vorschlag und zur Hälfte bereits in den Core eingeflossen: Themes per Customizer auswählen, eine Vorschau anzeigen lassen und installieren. Zusätzlich zu den üblichen Kacheln im Backend unter Designs | Themes soll der Customizer die installierten und im WordPress-Repo verfügbaren Themes in der in der folgenden Abbildung gezeigten Form zeigen.

WordPress 4.7: Theme-Vorschau im Customizer

Vorschlag zur Theme-Vorschau im Customizer von Davide Folletto Casali

Auch wenn der Customizer für mich an dieser Stelle etwas zu umfangreich wird, sieht er dennoch nett aus. Ich bin gespannt, wie sich dieses Feature in 4.7 entwickeln wird.

Twenty Seventeen kommt

Das Theme Twenty Seventeen kann sich ebenfalls sehen lassen. Es wurde von Mel Choyce entworfen, und da WordPress 4.7 das letzte (Nicht-Patch-)Release vor 2017 ist, wird es schon jetzt ausgeliefert. Mit seinem großen Header, breitem Menü und der Möglichkeit eines Rich Footer, trifft es die Anforderungen heutiger klassischer Businessseiten recht gut. Am schönsten wäre, wenn es mit einer ordentlichen Struktur und ein paar Sass-Dateien daherkommt. Dann ließe sich Twenty Seventeen ebenso wie Underscores als Theme-Basis für kleinere Projekte nehmen.

Dieser Artikel ist der erste von fünf in unserer WordPress-Themenwoche. In anderen Artikeln geht es um Bulk Actions, Shortcodes, Theme-Vererbung und ein eigenes Event-System mit WP_Hook.

Neue Rechte für Terms

Ein paar neue Capabilities speziell für die Terms sind erschienen. Bisher gab es leider nur manage_capabilities und Co. Das Problem dabei ist, dass sie auf die Blogkategorien zugeschnitten sind und nicht generell für alle Terms stehen. Dies wird durch neue bzw. andere Caps gelöst:

  • edit_term
  • delete_term
  • assign_term
  • aus manage_categories wird manage_post_tags
  • edit_categories entspricht edit_post_tags
  • delete_categories entspricht delete_post_tags
  • assign_categories entspricht assign_post_tags

Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Vorstufe des Status-API, das Terms befähigt, ähnlich wie Posts mit Status (Veröffentlicht, Entwürfe etc.), Datumsangaben und anderen Eigenschaften zu arbeiten. Boone Gorges hat diesen Vorschlag erstellt, und es scheint sich bereits einiges in diese Richtung zu bewegen. Zumindest sind dank seines Vorschlags die Term Capabilities in den Fokus geraten, die noch nicht ganz rund waren.

Die WP_Taxonomy-Klasse

Kurz vor Abgabe dieses Artikels kam noch der Commit für die WP_Taxonomy-Klasse herein. Die Klasse besteht aus den üblichen Eigenschaften einer Taxonomie und ein paar hilfreichen Methoden. Eine Taxonomie aus den URLs und deren Ajax Action zu entfernen, geht zum Beispiel in drei Zeilen:

$eine_tax = new \WP_Taxonomy( 'category', 'post' );
$eine_tax->remove_rewrite_rules();
$eine_tax->remove_hooks();

Ansonsten kann weiterhin wie gewohnt mit Taxonomien gearbeitet werden. Denn nebst dem Autocomplete in einer IDE war das auch schon der ganze Zauber der WP_Taxonomy-Klasse. Sie um eigene Methoden zu erweitern, geht leider nicht, da die Klasse final ist. Es wäre interessant zu wissen, was getan werden muss, damit die Klassen nicht mehr final sind. Zumindest bei WP_Posts gibt es einen Lichtblick, denn das soll eines Tages zu einer einfachen, erweiterbaren Klasse werden (Trac-Ticket #24672).

Mehr Struktur in WordPress 4.7

* WordPress Spezial

Entwickler Magazin Spezial Vol. 10: WordPress
Alles rund um WordPress im Entwickler Spezial Vol. 10 – ab 18.11.2016 im Handel.

Als ich Anfang September auf den Stand von WordPress 4.7 geschaut habe, wurde schwer aufgeräumt – vereinzelt kleine Commits, die den Weg in eine sauber strukturierte Zukunft von WordPress zeigen. Zumindest wünsche ich mir das – wie viele andere Entwickler auch. Unter anderem sind Klassen in jeweils einzelne Dateien gekommen. Das sieht wie die Vorstufe zu einem Autoloader aus. Er wird kommen, wenn auch nicht in 4.7, und auf dem Weg dahin wird bereits ein bisschen aufgeräumt.

Eine weitere Maßnahme, die gern fortgeführt werden darf, ist das Umwandeln von manchen Variablen zu Funktionen. Das altbackene global $wpdb durch einen Funktionsaufruf zu ersetzen, wirkt nicht wie eine schwere Aufgabe. Es wurde bereits für eine Variable probiert und später wieder revidiert. Scheinbar kam bei einem Test raus, dass es leider doch nicht so einfach geht.

Genug philosophiert über Dinge, die da noch kommen; beginnen wir mit etwas Greifbarem. Was nun folgt, ist bereits im Core und zum Teil sogar angekündigt. Ich habe meinem Spieltrieb freien Lauf gelassen und die daraus entstandenen Snippets einmal zusammengetragen. Doch dazu kommen wir morgen …

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