Ralf Eggert wirft einen kurzen und kompakten Blick auf das neue Major Release

Zend Framework 3 – die Neuerungen
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Am Dienstag, den 28. Juni 2016, ist vergleichsweise überraschend und mit Verzögerung endlich das dritte Major Release vom Zend Framework erschienen. Und dieses Release hat es wirklich in sich; im positiven Sinne.

Ursprünglich war bei Erscheinen des ZF2 im September 2012 geplant gewesen, dass es alle 18 bis 24 Monate neue Major Releases geben solle. Somit hätte das Zen Framework 3 eigentlich schon im September 2014 erscheinen sollen – doch daraus wurde nichts.

Zend Framework 3

Anfang 2015 wurde das ZF3 für das dritte Quartal 2015 angekündigt; doch auch dieser Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. Seitdem hielt sich das Zend-Framework-Team mit weiteren Ankündigungen eher bedeckt. Doch was interessiert uns das Geschwätz von gestern, wenn nun gestern nach 17 Monaten intensiver Arbeit endlich das Zend Framework 3 veröffentlicht wurde?

ZF3 – die wichtigsten Aspekte

Jetzt, da es veröffentlicht wurde, lohnt es sich natürlich, einen genaueren Blick auf alle Neuerungen – und den einen oder anderen Blick auf dessen Auswirkungen – zu werfen.

  • Das Zend Framework 3 kommt nur noch als Metapackage daher, in dem alle Zend-Framework-Komponenten eingebunden sind. Es wird für neue ZF3-Projekte nicht mehr empfohlen, dieses Metapackage zu verwenden – stattdessen sollten nur die Komponenten angefordert werden, die auch tatsächlich benötigt werden.
  • Die Performance einzelner Komponenten wurde ebenfalls stark verbessert. So ist der Zend\ServiceManager im ZF3 bis zu viermal schneller als im ZF2. Und beim Zend\EventManager konnte je nach Einsatzweise eine bis zu 15 mal bessere Performance erreicht werden. Doch auch die MVC-Komponente wurde stark beschleunigt.
  • Die Mindestanforderung liegt nun bei PHP 5.6, der Code unterstützt aber auch PHP 7.
  • Die Komponenten wurden stark entschlackt und Abhängigkeiten wurden aufgelöst. So konnte der Umfang der Zend\Mvc-Komponente auf ein Drittel reduziert werden, wobei ausgelagerte Funktionalitäten jederzeit per Composer nachinstalliert werden können. Diese Reduzierung der Abhängigkeiten wurde für viele Komponenten erreicht.
  • Jede Komponente bringt nun ihre eigene Dokumentation in ihrem Repository mit sich. Neue Features werden zukünftig nur akzeptiert, wenn sie auch dokumentiert werden. Migration-Guides für die einzelnen Komponenten sind ebenfalls vorhanden.
  • Auch die Skeleton Application und die beliebte Zend Developer Toolbar sind bereits für das ZF3 aktualisiert worden. Andere Module müssen da noch nachziehen.
  • Mit Zend\Expressive bietet das Zend Framework 3 nun als Alternative zum klassischen MVC auch ein eigenes Microframework auf Basis von PSR-7-kompatibler Middleware an. Einen Überblick zu Zend\Expressive biete ich übrigens im PHP Magazin 4.16.
  • Mit dem 28.9.2016 wurde das offizielle Ende der Weiterentwicklung des Zend Frameworks 1 angekündigt. Bis dahin wird das ZF1 nur noch Security-Fixes erhalten. Wer also noch auf dem ZF1 feststeckt, sollte sich langsam konkrete Gedanken um eine Aktualisierung machen und am besten gleich mit Zend\Expressive neu starten.
  • Zu guter Letzt wurde auch die Zend-Framework-Website runderneuert. Der alte grüne Elefant hat ausgedient und unter zend.com tritt ein Superheld tritt an seine Stelle.

Die Zukunft

Gerade die letzten Monate waren sehr spannend, was die Weiterentwicklung des Zend Frameworks betraf. Die Zeiten der monolithischen Framework-Silos hat nun ein Ende gefunden. Die Zukunft gehört offenen Frameworks, die sich selbst nicht so wichtig nehmen und dem Entwickler alle Tools für das Schreiben ihrer eigenen Webanwendungen an die Hand geben.

Das Zend Framework ist mit Version 3 nun in der Zukunft angekommen.

Go for PHP Developers

mit Terrence Ryan (google)

Everything you need to know about PHP 7.2

mit Sebastian Bergmann (thePHP.cc)

 

Aufmacherbild: Retro style microphone (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: I love photo

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