Programming C# 5.0
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Zusammen mit dem .NET 4.5 Framework hat Microsoft auch eine neue Version des C#-Compilers herausgebracht. Die Version 5.0 ist Thema des vorliegenden Buchs. Wer nun jedoch an eine Einführung in die Programmierung mit dieser Sprache denkt, dem sei gleich gesagt: das Buch ist nur für Fortgeschrittene geeignet.

Zwar kann ein gestandener Entwickler mithilfe dieses Buchs auch die Sprache von Grund auf erlernen, eine gewisse Erfahrung in C# ist für das Verständnis des Buchs aber ungemein hilfreich. Für Programmierneulinge ist es also nichts.

Dafür bietet es den Erfahrenen umso mehr: Ian Griffiths geht der Sache auf den Grund. Nach einer kurzen Einführung in C# und Visual Studio folgt das Kapitel „Basic Coding in C#“. Hier erläutert der Autor aber nicht, wie programmiert wird. Das setzt er vielmehr voraus und geht auf recht abstraktem Niveau auf die Grundlagen dieser Programmiersprache ein. Danach nimmt er sich einzelne Aspekte von C# wie Typen, Generics, Collections, Vererbung, Objektlebenszyklus, Behandlung, Delegates, Lambda-Ausdrücke und Events, LINQ und Reactive Extensions vor. Dabei zeigt er weniger die Verwendung am praktischen Beispiel, sondern beschränkt seine Codeausschnitte auf das Wesentliche und erläutert die zugrunde liegenden Ideen. So erschließt sich dem Leser die Welt unter der Oberfläche der Programmiersprache. Die Folge ist ein tiefer gehendes Verständnis der Zusammenhänge. So erlebt auch der C#-erfahrene Entwickler immer wieder Aha-Effekte.

Beispiel Generics: Hier spricht der Autor erst gar nicht von vordefinierten generischen Klassen, sondern erläutert gleich, wie Generics definiert und genutzt werden. Sodann geht er auf Constraints generischer Klassen ein und taucht ab ins Innere …

Zu den weiteren Themen des Buchs gehören Assemblies, Reflection verbunden mit der Möglichkeit, Assemblies auszulesen, und die dynamische Typisierung. Annotationen bezeichnet er zwar noch als Attribute (auch wenn Microsoft sich langsam von dieser unglücklichen, weil mehrdeutigen Benennung verabschiedet und z. B. im Rahmen des Entity Frameworks von Data Annotations spricht), aber auch hier geht es nicht nur um die Verwendung, sondern auch um die Definition und Nutzung eigener Annotationen. Ebenso gehören Multi-Threading und die asynchronen Sprachfeatures zu den besprochenen Themen. Kurz vor Schluss geht es dann noch um die Programmierung mit Brötchen (auch Semmel bzw. XAML) und ASP.NET. Auch hier findet der Leser mehr über Konzepte und Hintergründe als praktische Beispiele. Das letzte Kapitel befasst sich dann mit der Interoperabilität. Schließlich verlässt Microsoft mit Windows RT die schöne .NET-Welt und begibt sich in Teilen wieder in die COM-Hölle. Unabhängig davon kann dies beispielsweise für den Aufruf von C-Routinen oder anderen Natives genutzt werden.

Insgesamt schreibt Griffiths auf recht hohem Niveau, niemals aber wissenschaftlich trocken, sodass es Spaß macht, dieses Buch zu lesen. Obwohl es nicht dazu geeignet ist, die C#-Programmierung von Grund auf zu erlenen, ist es dennoch ein hervorragendes Buch, um die verschiedenen Aspekte von C# tiefer gehend zu verstehen. Eben ein Buch für den Profi.

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