Provisorium statt echter Problemlösung – eine Frage der Motivation
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Probleme sind ein Teil des Lebens und ihre Lösung kann manchmal viel Einsatz und tiefgehende Veränderungen erfordern – das ist bei der Software-Entwicklung nicht anders als im Leben. Dabei ist es wenig

Probleme sind ein Teil des Lebens und ihre Lösung kann manchmal viel Einsatz und tiefgehende Veränderungen erfordern – das ist bei der Software-Entwicklung nicht anders als im Leben. Dabei ist es wenig überraschend, wenn lieber zu einer provisorischen Lösung gegriffen wird, als den eigentlichen Problem-Ursprung zu ergründen. Das führt oft nicht nur zu neuen Komplikationen, sondern zeigt laut eines Blogposts von Anthony Ferrara auch die wirkliche Problematik: die fehlende Motivation sich eingehend mit dem vorliegenden Problem zu beschäftigen.

Problemmilderung statt Problemlösung

In den vergangenen Wochen gab es angesichts fast täglich neuer Meldungen zu Sicherheitsschwachstellen allerhand Grund zur Besorgnis in der Entwickler-Welt. Im Zuge der eval(base64_decode())-Angriffe gab es im Netz zahlreiche Posts, die auf die Frage wie die eigene Seite und ihre Besucher gegen die Angriffe geschützt werden können, eingehen – und meist nur eine Milderung des Problems vorschlugen, statt eine echte Lösung zu präsentieren.

Dabei liegt die Schwierigkeit weniger darin, dass die vorgeschlagenen Quick Fixes nicht funktionieren – denn das tun sie – sondern dass sie keine Abhilfe gegen das eigentliche Problem bieten. eval() auszuschalten behebt eben nicht die eigentliche Schwachstelle, es überdeckt sie nur.

Motivation spielt eine entscheidende Rolle

Während Quick Fixes natürlich eine provisorische Lösung bieten, bleibt das zugrundeliegende Problem dennoch bestehen. Das Ziel für Entwickler sollte es also sein, sich eingehend mit der Problematik zu beschäftigen und sich weiterzubilden, wenn es darum geht, Lösungsansätze zu finden. Doch das bringt einen ganzen Rattenschwanz an neuen Problemen mit sich; immerhin kostet Bildung Zeit, Geld und Mühe.

Auch die Motivation, eine echte Lösung statt eines Quick Fixes zu finden, spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, wie mit Problemen umgegangen wird. Ohne eine ausreichende Motivation, sich mit dem tieferliegenden Problem zu beschäftigen, kann es kaum eine zufriedenstellende permanente Lösung geben.

Genauso wenig motivieren Quick Fixes andere dazu, sich mit der Problem-Ursache zu beschäftigen, denn letztendlich sind sie nur eine Abkürzung, bei der es kaum bis gar keine Anhaltspunkte gibt, wie eine permanente Lösung aussehen kann.

Für Entwickler heißt das vor allem, dass der einfache, zeitsparende Weg nicht immer der richtige sein muss, wenn er keine echte Problemlösung, sondern nur eine Abmilderung liefert. Stattdessen sollte man sich selbst um eine Lösung bemühen und anderen die Möglichkeit und den Anreiz bieten, sich weiterzuentwickeln – und das geht eben besser mit einer echten anstatt einer provisorischen Lösung.

Aufmacherbild: Solution and problem dilemma concept with man legs from above standing on signs von Shutterstock / Urheberrecht: Family Business

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