Interview mit Sebastian Springer

Reactive Programming: „In JavaScript sind viele spannende Funktionalitäten vereint.“
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Mit JavaScript lassen sich aufgrund der integrierten Features viele spannende Konzepte Umsetzen – unter anderem auch das Paradigma des „Reactive Programming“. Doch um was genau handelt es sich dabei, und welche Stolpersteine liegen Entwicklern dabei im Weg? Über das und einige andere Themen, wie beispielsweise die Zukunft von Angular im Zusammenspiel mit TypeScript, haben wir mit Sebastian Springer gesprochen, der auf der International PHP Conference in Berlin eine Session zu dem Thema halten wird.

PHP Magazin: Sebastian, wenn man sich heutige Systeme im Web ansieht: Was  meinst du hat sich in den letzten Jahren besonders geändert?

Sebastian Springer: Aktuelle Webapplikationen sind wesentlich leistungsfähiger und das liegt nicht nur an der stetig besser werdenden Hardware oder dem technologischen Fortschritt, sondern daran, dass Webapplikationen immer mehr Einzug in businesskritische Bereiche von Unternehmen halten – und deshalb auch die Anforderungen wachsen. In vielen Unternehmen sind Webapplikationen auch aus den Kernbereichen kaum noch wegzudenken, da diese nahezu überall verfügbar sind und mit zahlreichen Clients verwendet werden können. Und gerade diese Flexibilität und Unabhängigkeit macht das Web aus.

PHP Magazin: Wo setzt hier das Thema „Reactive Programming“ an?

Sebastian: Mit Reactive Programming lassen sich Applikationen umsetzen, die an den Datenfluss des Unternehmens gebunden sind. Die Applikationen fühlen sich durch den Einsatz dieses Paradigmas responsiver an, da Änderungen an Daten in der gesamten Applikation in Echtzeit widergespiegelt werden.

PHP Magazin: Wieso siehst du gerade in JavaScript hier viele Konzepte daraus vereint?

Sebastian: JavaScript unterstützt diese Art der Programmierung durch zahlreiche Konzepte, die direkt in der Sprache verankert sind – wie beispielsweise asynchrone Funktionsaufrufe oder eine eventgetriebene Architektur. Viele aktuelle JavaScript-Frameworks wie beispielsweise AngularJS unterstützen Reactive Programming sehr gut, beziehungsweise setzen es selbst ein.

International PHP Conference 2015 Spring Edition

International PHP Conference 2014Diese Themen – und noch viele mehr – werden auf der International PHP Conference 2015 in Berlin Beachtung finden. Als Bonus warten noch alle Sessions der parallel stattfindenden webinale 2015 auf euch.

Alle weiteren Informationen zum Programm und den Speakern findet ihr unter phpconference.com. Und wer sich bis zum 26. März 2015 anmeldet, kann von attraktiven Frühbucherrabatten profitieren.

PHP Magazin: In deiner Session auf der IPC willst du zeigen, wie man das mit AngularJS im Frontend und Node.js im Backend umsetzen kann. Gibt es da Stolpersteine?

Sebastian: Natürlich gibt es da Stolpersteine, wie sollte es denn anders sein?

Wichtig hier ist vor allem zu beachten, wie sich Änderungen auf die gesamte Applikation auswirken. Die Datenflüsse müssen in beide Richtungen, also vom Client zum Server und vom Server zum Client, umgesetzt werden. Ziel ist natürlich, das Ganze möglichst performant umzusetzen, was bei großen Datenmengen mit der aktuellen Version von Angular schwierig wird.

PHP Magazin: Aus aktuellem Anlass noch eine Frage zum Thema Angular 2. Der Umstieg auf TypeScript als Basis dafür sorgt für einen wesentlich „erwachseneren“ Touch, gerade, was Konzepte wie beispielsweise Annotationen angeht; kannst du das bestätigen?

Sebastian: Typsicherheit ist in JavaScript schon lange ein Thema und gerade jetzt, wo große Unternehmen wie Google, Microsoft und Facebook stark auf solche Frameworks setzen, wird es immer relevanter. Was aber noch viel interessanter ist, ist, dass Google seine eigene Implementierung zugunsten der Implementierung eines Konkurrenten austauscht. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf Angular2, weil sich die Entwickler um viele Design-Probleme der ersten Version gekümmert haben, was allerdings zu den viel kritisierten breaking changes führt. Ob die zweite Version an die Verbreitung ihres Vorgängers anknüpfen kann, wird sich vor allem an Erlernbarkeit, der Unterstützung der Community und der Möglichkeit des Umstiegs von Version 1 auf 2 entscheiden.

PHP Magazin: … bedeutet das aber nicht, dass wir wieder etwas neues lernen müssen?

Sebastian: Das klingt ja fast, als ob Neues zu lernen etwas Schlechtes wäre …

Eigentlich sollte sich jeder Entwickler fragen, was habe ich heute oder diese Woche Neues gelernt und wenn es da nichts gibt, sollte man sich Gedanken machen. In der Software-Entwicklung lernt man nie aus – learning never stops!

Sebastian SpringerSebastian Springer arbeitet seit mehreren Jahren beim PHP-Dienstleister Mayflower in München und ist dort derzeit als Projekt- und Teamleiter tätig. Dabei liegt sein Fokus auf der Entwicklung und Qualitätssicherung von dynamischen Webapplikationen mit JavaScript und PHP.

Aufmacherbild: vintage microphone von Shutterstock / Urheberrecht: Aaron Amat

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