Reagiert Joyent in letzter Minute? Node v0.12 ist stable!
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Nach über einem Jahr Entwicklungszeit geschehen offensichtlich doch noch Wunder: Node.js wurde in Version 0.12 veröffentlicht.

Dabei handelt es sich um einen längst überfälligen Schritt – waren die Verzögerungen doch einer der Gründe für den Node.js-Fork io.js, der Mitte Januar wie angekündigt in Version 1.0 erschien, viele Features des aktuellen Node-Releases vorweg nahm und einige zum Teil große Projekte in die Arme von StrongNode trieb. Nun wird sich zeigen müssen, ob Node noch die Kraft besitzt, Entwickler anzuziehen; oder ob das Node.js Incubator Program im Keim zu ersticken droht.

Node v0.12 stable

Zu den Highlights des aktuellen Stable Releases zählen zahlreiche Features, die bereits im Vorfeld für einiges an Aufsehen gesorgt haben. Da wäre zum einen natürlich die Neuimplementierung der Streams – Streams3 – zu nennen, die Neuerungen im Cluster und Buffer, der neue TLSWrap-Mechanismus, der die Kommunikation zwischen JavaScript und den C++-Implementierungen verringert, sowie die überarbeitete VM, die nun auf dem Conteftify-Modul basiert. Einen detaillierteren Überblick bietet die Release-Ankündigung.

Beachtenswert sind darüber hinaus die zahlreichen API Changes seit Node v0.10.x, die auf GitHub übersichtlich zusammengefasst wurden.

Erstmals in der Geschichte von Node.js ist kann man übrigens voller Stolz vermelden, dass das Release auf allen unterstützten Plattformen alle Tests bestanden hat:

On the one hand, this seems obvious (what are tests for if not to verify before you release it?!), but this is actually the first release of Node.js that has operated under this constraint. Requiring that all tests pass before releasing Node.js marks an important development for the project, and is essential for building a solid path moving forward.

Ein bedeutender Schritt in Richtung Zukunft also; und durchaus ein Wink in Richtung io.js; der unter StrongNodes Federführung entstandene Fork schickt sich nämlich zwischenzeitlich an, die Herzen der Entwickler im Sturm zu erobern.

Konkurrenzdruck

Betont communitynah gibt man sich in der offiziellen Ankündigung des aktuellen und lange erwarteten Releaes: „Node.js has such a vibrant and enthusiastic community, and we’re very lucky to have you all supporting us“ ist dort zu lesen. Dabei wird allerdings unterschlagen, dass bereits einige namhafte Projekte wie beispielsweise der Atom Editor kürzlich auf io.js umgestiegen sind – durchaus ein prestigeträchtiger Verlust.

Nun versucht man bei Joyent also, Boden gut zu machen. Zum einen natürlich mit dem aktuellen Release, zum anderen aber auch mit dem vor ein paar Tagen gestarteten Node.js Incubator Program.

Darin bietet Joyent Entwicklern ein attraktives Angebotspaket bestehend aus Trainings, Cloud-Hosting-Credits oder Support bei der Vermarktung von mit Node.js erstellten Applikationen; mit io.js erstellte Applikationen wurden dabei natürlich explizit ausgesperrt.

Ob man sich damit in der sehr Open-Source-orientierten JavaScript-Community Freunde macht, darf durchaus bezweifelt werden. Auf der einen Seite steht ein junger, aufstrebender Fork, der die Pace vorlegt, auf der anderen Seite ein etabliertes Projekt mit kommerziell angehauchten aber durchaus attraktiven Angeboten für Neueinsteiger. Es bleibt also spannend.

Aufmacherbild: Businessman running to last chance ,Deadline von Shutterstock / Urheberrecht: BoBaa22

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