Richterin weist Klage gegen AOL-Patentverkauf an Microsoft zurück
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Ein New Yorker Bezirksgericht hat eine Anlegerklage gegen AOL und einige führende Manager abgewiesen. Mehrere Anleger sahen sich nach dem Rückkauf von rund 15 Millionen Aktien durch AOL betrogen, da

Ein New Yorker Bezirksgericht hat eine Anlegerklage gegen AOL und einige führende Manager abgewiesen. Mehrere Anleger sahen sich nach dem Rückkauf von rund 15 Millionen Aktien durch AOL betrogen, da kurze Zeit später ein Patentkauf durch Microsoft den Aktienkurs um 43 Prozent steigen ließ und den Aktionären so erhebliche Gewinne entgingen.

Wie ZDNet berichtet, warfen die Ankläger AOL Betrug durch bewusste Unterlassung der Informationspflicht gegenüber Aktionären vor, doch konnten die vorgelegten Beweise die zuständige Richterin Denise Cote nicht überzeugen. Eine Verschwörungstheorie, so die Richterin, sei haltlose Spekulation. Cote wies darauf hin, dass der Wert der Patente bereits im April 2012 und somit vor der Versteigerung bekannt gewesen sei. Außerdem habe AOL in mehreren öffentlichen Erklärungen bekannt gegeben, dass Patente zu den größten Werten des Unternehmens zählten. Hinzu kommt, dass Starboard Value LP, das selbst AOL-Aktien besitzt, den Wert der Patente mit einer Milliarde Dollar nahezu exakt auf den von Microsoft gezahlten Preis schätzte.

Da mehrere Meldungen und Stellungnahmen AOLs auf den hohen Wert der Patente hinwiesen und der Markt für Patente zur Zeit des Rückkaufs erhitzt war, sei der Vorwurf, Anleger seien bewusst geprellt worden, in den Augen der zuständigen Richterin nicht haltbar. Nortel beispielsweise verkaufte im Juni 2011 Patente im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar. Auch gibt es keine Hinweise oder gar Belege dafür, dass die Auktion der Patente nur pro Forma abgehalten wurde und dass AOL bereits im Vorfeld eine Einigung mit Microsoft erzielt habe. 

Weder AOL noch die Anwälte der Kläger nahmen zu dem Urteil Stellung.

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