Roboterwesen bauen und programmieren
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Weihnachten ist vorbei; die Zeit der Geschenke und ruhigen Besinnung passee. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht – aber ich beschenke mich ganz gerne selbst. Und weil ich ein Mann bin, darf es natürlich

Weihnachten ist vorbei; die Zeit der Geschenke und ruhigen Besinnung passee. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht – aber ich beschenke mich ganz gerne selbst. Und weil ich ein Mann bin, darf es natürlich gerne ein wenig Technik-Kram sein. Zum Beispiel ein Lego Mindstorms NXT 2.0. Zum bauen von Robotern. Mit tollen Sensoren. Und Lasern. Und natürlich einem Kugelwerfer! Denn mal unter uns: Was wäre ein Wächter ohne einen Kugelwerfer? Aber gut, ich sollte von vorne beginnen…

Lego Mindstorms NXT ist ein Baukasten, mit dem sich Roboter entwerfen, bauen und programmieren lassen. Welcher Mann träumt nicht spätestens seit der ersten Berührung mit Star Wars und Co. davon, ein eigenes kleines Roboterwesen durch die Wohnung taumeln zu sehen, seiner Kreatur Leben einzuhauchen und wie einst Colin Clive triumphierend „It’s alive! In the name of god!“ zu rufen, wenn das kleine Ungetüm das erste Mal in seinem noch jungen Leben Gegenständen ausweicht? Man(n) kann es sich nicht schön reden: Wer regelmäßig leuchtende Augen beim Anblick USB-gesteuerter Geek-Toys bekommt, wird über kurz oder lang nicht um Legos Robotik-Bausatz herumkommen – und somit auch nicht um „Roboterwesen bauen und programmieren“ von Matthias Paul Scholz. Zum einen lässt der Lieferumfang im Bausatz doch deutlich zu wünschen übrig, zum anderen gibt es Dinge, die man nicht ständig im Internet nachschlagen möchte. Ein wenig Grundlagenforschung kann nie schaden; und Bücher zu wälzen gehört dabei schließlich zum guten Ton. Genau hier setzt Scholz an und richtet sich mit seinem Buch an all jene, die ihre ersten Schritte mit dem Set gehen möchten. Dabei begleitet er sie und zeigt vom einfachen Roboterwesen – dem Streuner – bis hin zum relativ komplexen Zweibeiner – dem Wächter – was mit Lego alles möglich ist.

Dabei wird dem Leser recht schnell klar, dass es nicht nur um die entsprechende Mechanik sondern auch um das Imitieren von Verhalten geht. So zügig man die simpelsten Verhaltensweisen erlernt hat, so schnell steigt auch die Anforderung an die kleinen Plastikwesen. Das Buch schafft hierbei den Spagat zwischen dem spielerischen Vermitteln von Wissen und „Bauanleitung XL“. Denn nach einer Einführung in die verschiedenen Teile und einer Erklärung der Funktionsweise der Sensoren sowie der Entwicklungsumgebung geht es ans Eingemachte: Sechs verschiedene Roboter wird man am Ende des Buchs gebaut haben, sechs verschiedene Verhalten imitiert, die in ihrer Komplexität aufeinander aufbauen. Die farbigen Illustrationen der Bauanleitungen sind nett anzusehen, auch wenn sie nicht ansatzweise die Detailverliebtheit einer originalen Lego-Anleitung erreichen und das Verlegen der Kabel stellenweise durch ungenaue Erklärungen etwas knifflig wird. Doch hier greift die Freiheit des Ingenieurs. Die einzelnen Schritte der Programmierung sind gut erklärt und vermitteln ein schnelles Aha-Gefühl – und spornen dazu an, verschiedene Verhalten miteinander zu kombinieren, um eine noch „intelligentere“ Maschine zu konstruieren.

Was einst Spielzeug war entwickelt sich zu Papas Liebling. Aber das ist nichts Neues; man erinnere sich nur an die zahllosen Spielzeugeisenbahnen, deren letzte Berührung durch Kinderhände in längst vergessener Vergangenheit liegen. Mindstorms steht dem in nichts nach, und „Roboterwesen bauen und programmieren“ setzt dem noch einmal die Krone auf, indem sehr viel mehr Theorie vermittelt wird, als es für Kinder angebracht wäre. Doch das spielt keine Rolle: Wer sich seine eigenen Roboter bauen möchte, der kommt um dieses Buch nicht herum. Das ist fast so einfach, wie seine eigenen Roboter zu programmieren.

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