Scrum
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Agile Softwareentwicklung ist in aller Munde: Vor elf Jahren revolutionierte das „Manifesto for Agile Software Development“ die Bedingungen, unter denen Software entwickelt wird. Agile Vorgehensweisen

Agile Softwareentwicklung ist in aller Munde: Vor elf Jahren revolutionierte das „Manifesto for Agile Software Development“ die Bedingungen, unter denen Software entwickelt wird. Agile Vorgehensweisen versprechen mehr Transparenz, mehr Flexibilität und kürzere Entwicklungszeiten. Die Teammitglieder werden motivierter, die Effizienz steigt.

In Ihrem Unternehmen ist diese Agilität bisher kein Thema? Grund genug, sich endlich einmal genauer anzuschauen, was es damit auf sich hat. Das vorliegende Buch widmet sich mit Scrum dem wohl bekanntesten Vertreter des Prinzips: Scrum zeichnet sich durch seine Einfachheit aus. Es gibt wenige, aber klar verteilte Rollen, es gilt wenige Regeln zu befolgen. Doch gerade darin liegt oft das Kreuz. Der einfache Aufbau veranlasst viele dazu, Scrum auf die allzu leichte Schulter zu nehmen und sich dann zu wundern, dass nicht die erhofften Verbesserungen eintreten. In „Scrum Schnelleinstieg“ beschreibt Autor Andreas Wintersteiger Scrum umfassend aber kompakt und vermittelt anschaulich, wie die verschiedenen Komponenten von Scrum ineinandergreifen.

Den Einstieg macht eine Beschreibung der Grundlagen agiler Softwareentwicklung, wie das iterative und inkrementelle Vorgehen, Werte, Prinzipien und Methoden. Dann geht es auch schon direkt über zu Scrum, das sich übrigens aus dem Rugby-Sport ableitet und soviel wie „Gedränge“ bedeutet. Dieses Gedränge gilt es zu entzerren, und so steht vor allem die geregelte Zusammenarbeit im Vordergrund. Dafür gilt eine einfache Rechnung: In einem Projekt gibt es unter Scrum drei Rollen, vier Meetings und drei Artefakte. Wintersteiger stellt zunächst die an einem Projekt beteiligten Rollen vor: Der Product Owner ist dafür verantwortlich, dass sich das Projekt rentiert, jedoch nicht zu verwechseln mit einem Projektleiter. Schon hier wird klar: In Scrum werden die Karten neu gemischt, klassische Rollen- und Aufgabenverteilung fußt hier nur begrenzt. Das Team setzt die Anforderungen in Software um. Nicht weiter ungewöhnlich mag man denken, doch auch hier schlägt Scrum klassischen Arbeitsprinzipien in gewisser Weise ein Schnippchen: In so genannten „Sprints“ legt das Team selbst fest, welche Arbeitsziele es in einer vorgegebene Zeit erreichen kann. Außerhalb des Teams gibt es genau genommen niemanden, der den Mitgliedern sagen kann, was sie zu tun haben. Das klingt nach zu viel Autonomie? Nun, da wäre ja noch der Scrum Master, der das Team sozusagen betreut. Er ist hauptsächlich ein Mediator: Er führt das Team nicht, sondern erkennt Probleme, verhandelt bei Konflikten und sorgt für Transparenz und Reflexion. Ziel: Effizienz und Effektivität. So viel zur Theorie, weiter geht es dann in der Praxis mit der Vorstellung des Produkt-Backlog, inklusive einer ausführlichen Beschreibung, was es mit User Stories auf sich hat. Danach widmet sich ein weiteres Kapitel dem Scrum-Framework: Sprints, Meetings und Artefakte werden hier im Detail erklärt. Schritt für Schritt wird anschließend erläutert, wie ein Sprint geplant wird und sich in der Praxis vollzieht. Dabei wird nicht nur ein Idealverlauf beschrieben, sondern auch Unwegsamkeiten behandelt, wie etwa wenn sich abzeichnet, dass ein Sprint-Ziel nicht erreicht werden kann. Den Abschluss bilden Kapitel über Release-Planung und die Einführung von Scrum im eigenen Unternehmen.

Der Schnelleinstieg in Scrum zeigt übersichtlich das Drum und Dran dieser agilen Vorgehensweise. Neulingen bietet das vorliegende Buch einen umfassenden Eindruck der Möglichkeiten, die Scrum für die projektorientierte Softwareentwicklung innehaben kann. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine Steigerung von Effizienz und Effektivität in Softwareprojekten auch unter Scrum nicht in einem Spaziergang vollzogen werden kann: Scrum ist nicht einfach „the next best thing“, sondern ein Regelkreis, der den Beteiligten mitunter knallharte Transparenz und Feedback abverlangt sowie ein hohes Maß an Selbstorganisation und Tatendrang.

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