Cyber Security Report 2015 der Deutschen Telekom

Industrie 4.0 – Größtes Risiko: Cyber-Angriffe
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Industrie 4.0 und das Internet of Things führen dazu, dass die Anzahl der vernetzten Systeme im alltäglichen Leben immer weiter ansteigt. Der Begriff Industrie 4.0 beschreibt die Informatisierung der Fertigungstechnik und der Logistik bei der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M). Allerdings bremsen Sicherheitsbedenken die Adaption der Industrie 4.0, wie der Cyber Security Report 2015 der Deutschen Telekom zeigt.

Zurzeit erleben wir einen Wandel hin zur Industrie 4.0, also der Vernetzung intelligenter Maschinen. Ziel der Industrie 4.0 ist die intelligente Fabrik, die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz, ergonomische Gestaltung sowie der Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet. Technologische Grundlage sind cyber-physische Systeme und das Internet of Things.

Doch Sicherheitsbedenken bremsen den Erfolg der Industrie 4.0. Wie der Cyber Security Report 2015 der Telekom zeigt, glauben viele Unternehmen zwar an das Potenzial der Industrie 4.0, doch nur rund ein Viertel setzt sich aktiv mit dem Thema auseinander. Die Studie stützt sich auf 645 durchgeführte Interviews mit Politikern und Führungskräften aus mittleren und großen Unternehmen.

Industrie 4.0 wichtig für Unternehmen

Laut der Studie festigt sich die Begrifflichkeit „Industrie 4.0“: Während im Jahr 2014 der Begriff erst 38 Prozent der Unternehmen bekannt war, sind es heute knapp doppelt so viele, nämlich 74 Prozent. Allerdings hat sich nicht einmal ein Viertel der Entscheider (24 %) intensiv mit Industrie 4.0 auseinandergesetzt. Überraschend ist dann aber, dass trotzdem 92 Prozent die sogenannte vierte industrielle Revolution als bedeutende Entwicklung für Deutschland ansehen. Für das eigene Unternehmen werten 52 Prozent der Befragten Industrie 4.0 als wichtiges Thema. 44 Prozent der Unternehmen sehen sich selbst als gut vorbereitet.

Begriff Industrie 4.0

Screenshot: Cyber Security Report 2015

Auch andere, mit Industrie 4.0 verwandte Begriffe sind den Entscheidern bekannt: So haben etwa bereits 66 Prozent von vernetzten Fabriken, 61 Prozent von der Smart Factory und 48 Prozent vom Internet of Things gehört.

Verarbeitende Industrie führend

Die unzureichende Vorbereitung auf die durch Industrie 4.0 induzierten Veränderungen wird von den betroffenen Unternehmen kaum als Wettbewerbsnachteil gesehen. 40 Prozent glauben nicht an Wettbewerbsnachteile aufgrund einer schlechten Vorbereitung beziehungsweise mangelnder Kenntnis des Themas.

Wettbewerbsnachteil Industrie 4.0

Screenshot: Cyber Security Report 2015

Im verarbeitenden Gewerbe, das von Industrie 4.0 in besonderem Maße betroffen ist, hat sich etwa jede dritte Führungskraft intensiv mit dem Thema befasst.

Die produzierende Industrie ist die Branche, die am offensichtlichsten von Industrie-4.0-Lösungen profitieren kann. Zudem gibt es hier schon eine ganze Reihe von konkreten Einsatzfeldern, insbesondere in der Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M).

So hat sich auch bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 %) mit speziellen IT-Sicherheitskonzepten auseinandergesetzt. 45 Prozent verfügen über Sicherheitslösungen für den Datenaustausch zwischen Produktionssteuerung und Produktion. Ohne diese Security-Konzepte scheinen digitale Projekte auch kaum möglich.

IT-Sicherheitskonzept

Screenshot: Cyber Security Report 2015

Größtes Risiko: Cyber-Angriffe

Denn mehr als ein Drittel der Unternehmen werden mehrmals pro Woche oder sogar täglich von Cyberkriminellen angegriffen. Neun von zehn Unternehmen waren bereits Opfer von IT-Angriffen.

Risiko Cyberangriffe Industrie 4.0

Screenshot: Cyber Security Report 2015

Trotz der hohen Anzahl von Angriffen fühlen sich die Befragten scheinbar sicher: Nur zwölf Prozent der Unternehmen sehen ein großes Risiko darin, dass Hackerangriffe sie stark schädigen könnten. So äußerten auch 60 Prozent der Entscheider in Unternehmen, dass ihre IT so gut wie möglich auf Angriffe vorbereitet sei. Es zeigt sich, dass das Gefühl der Bedrohung stark mit konkreten Vorfällen in Verbindung steht: Passiert nichts, werden die Gefahren verdrängt, da sich Unternehmen nach wie vor eher ungern mit dem Thema IT-Sicherheit befassen.

Dennoch sagen 92 Prozent der Führungskräfte, dass IT-Sicherheit einen hohen bis sehr hohen Stellenwert hat. Das zeigt sich auch an den gestiegenen Ausgaben für diesen Bereich: 29 Prozent geben deutlich mehr für IT-Security aus als noch vor einigen Jahren. Die zunehmende Digitalisierung sehen 54 Prozent der Unternehmen als große oder sehr große finanzielle Herausforderung.

Kosten IT-Sicherheit

Screenshot: Cyber Security Report 2015

Sicherheitsbedenken vor Cloud Computing

Ein wichtiger Bestandteil der Industrie 4.0 ist die Cloud. Obwohl die Nutzung von Cloud Services stark zunimmt, stößt diese Form der Datenspeicherung auf erhebliche Sicherheitsbedenken – nur 24 Prozent der Führungskräfte halten Cloud Computing für sicher. Das Vertrauen in Cloud Services bewegt sich damit wie in den letzten fünf Jahren weiterhin auf niedrigem Niveau.

Der vollständige Cyber Security Report 2015 steht im Telekom-Blog zum Download bereit.

 

Aufmacherbild: Hacker flat icons set with infected files hacking virus protection isolated vector illustration von Shutterstock / Urheberrecht: Macrovector

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