Das SharePoint Foundation 2010 Client Object Model für Silverlight

SharePoint 2010 spricht Silverlight
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SharePoint-Entwickler werden nicht arbeitslos. Auch wenn SharePoint 2010 out of the box bereits zahlreiche Bausteine für Teambusinessanwendungen von einfach bis komplex liefert, wird eine immense Spielwiese für Code und Design übrig bleiben. Und dabei kommt SharePoint Foundation 2010 den Individuallösungshungrigen einen äußerst wohltuenden Schritt entgegen: mit den neuen APIs für das .NET Framework, ECMAScript und Silverlight.

Was im Bereich der Clientanwendungen für Windows SharePoint Services 3.0 außerhalb des Servers nur umständlich mit Web Services bestritten werden konnte, lässt sich mit SharePoint Foundation 2010 recht komfortabel per API erledigen. Mit dem neuen Client Object Model lassen sich SharePoint-Interaktionen mit Konsolen-, Windows-Forms-, WPF-, ASP.NET- und Silverlight-Anwendungen realisieren. Das 2010er SharePoint Software Development Kit (SDK) enthält gleich drei Client-APIs, die in der Installation von Foundation enthalten sind: eins für das neue ECMAScript (JavaScript/JScript, Sprachkern JavaScript), eins für .NET Managed Code (.NET Framework 3.5 oder höher) und eins speziell für Silverlight (ab Version 2.0). Jedes API enthält eine Teilmenge des Server Object Models, das in der altbekannten, aber neu aufgelegten Microsofot.SharePoint.dll definiert ist. In den Client-APIs sind keine administrativen Typen und Member enthalten und auch keine Objekte, die über den Gültigkeitsbereich einer Websitesammlung hinausgehen. Aus Sicherheits- und Performancegründen beschränkt sich der Objektvorrat auf die für die Entwicklung von Clientanwendungen wichtigen Teile des Server-APIs. Das soll besonders den Entwicklungen mit ECMAScript und Silverlight entgegenkommen, da die Ladezeiten durch die auf das Wesentliche reduzierten Clientbibliotheken verkürzt werden. Somit ist gerade Silverlight für die Entwicklung von Rich SharePoint Applications prädestiniert, da sie zwar clientseitig über das Silverlight-Browser-Plug-in, aber eben im Browser ausgeführt werden. Und das sogar, ohne die Seite bei jedem Funktionsaufruf neu zu laden. Die SharePoint-Oberfläche wird nicht verlassen, um ein weiteres Programm zu starten, womit sich deren Benutzer in einer scheinbar konsistenten Webanwendungsoberfläche zu Hause fühlen. Und als Vorteile gegenüber einer Entwicklung mit ECMAScript ist die Trennung von Design und Code in Silverlight zu bewerten, die Existenz zahlreicher Silverlight-Komponenten von Drittanbietern und letztlich der bedeutsame Umstand, dass Anwendungen in nur einer gepackten Datei von einem „einfachen“ Benutzer in SharePoint veröffentlicht werden können.

Rich SharePoint Application

Silverlight-Entwickler wissen, wie einfach sich Silverlight Rich Internet Applications in Webseiten einbauen lassen. Per Quasidefinition basiert eine Rich Internet Application (RIA) auf einer Technologie, die das Web um intuitive, reaktionsschnelle und anschauliche Benutzererlebnisse bereichern soll, ähnlich wie es Desktopanwendungen ermöglichen. Diesem Vermögen liegt die Rich-Client-Technologie zugrunde und sorgt dafür, dass eine Laufzeitumgebung, die eine kompilierte Anwendung beherbergt, im Browserkontext auf dem Clientsystem in Kommunikation mit dem Server asynchron ausgeführt werden kann und in Form von einer oder mehrerer Dateien über HTTP bereitgestellt wird. Kurzum: Silverlight ist ein Browser-Plug-in, das clientseitig den Browser dazu befähigt, RIAs auf der Basis des .NET Frameworks auszuführen. Die Komponenten der Silverlight RIA sind XAML (eXtensible Application Markup Langugae) zur Oberflächenbeschreibung und .NET für den Funktionshaushalt, die Technologie der Windows Presentation Foundation. Und so einfach ist das: Um eine Silverlight-Applikation in einem SharePoint-Silverlight-Webpart zu veröffentlichen, wird diese z. B. in Visual Studio entwickelt, erstellt und das resultierende Anwendungspaket in Form der XAP-Datei in eine SharePoint-Dokumentbibliothek hochgeladen. Beim Einfügen des Silverlight Webparts in eine Site wird lediglich der Link zur XAP-Datei in der SharePoint-Dokumentbibliothek angegeben. Ein weiterer Weg ist das Veröffentlichen der Anwendungs-XAP-Datei in den Ordner C:Program FilesCommon FilesMicrosoft SharedWeb Server Extensions14TEMPLATELAYOUTSClientBin auf dem Server. Das kann beim Erstellen der Anwendung in Visual Studio als Build-Ausgabepfad in Projekt/Projekteigenschaften im Register KOMPILIEREN oder mittels Kopieren aus dem Releaseordner des Projekts bewerkstelligt werden. Beim Verlinken der Silverlight-Anwendung im SharePoint Silverlight Webpart muss hier lediglich der relative Pfad zum ClientBin-Ordner angegeben werden, z. B.: /_layouts/ClientBin/SilverlightApp.xap (Abb. 1).

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