SharePoint ist viel mehr als ein Produkt – SharePoint-MVP Fabian Moritz im Gespräch
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Vieles wird diese Tage über SharePoint 2010 berichtet. Doch was halten eigentlich die SharePoint-Nutzer davon? Dies wollen wir nicht nur in unserem Quickvote von Ihnen wissen – auch Fabian Moritz haben

Vieles wird diese Tage über SharePoint 2010 berichtet. Doch was halten eigentlich die SharePoint-Nutzer davon? Dies wollen wir nicht nur in unserem Quickvote von Ihnen wissen – auch Fabian Moritz haben wir dazu befragt. Fabian Moritz hat 2010 zum vierten mal in Folge den Most valued Professional (MVP)-Titel für SharePoint erhalten, ein Award, den Microsoft insbesondere für Entwickler vergibt, die sich besonders um die Community bemühen. Viel Spaß mit dem Interview!

dotnet.de: Herr Moritz, Sie sind seit mehr als drei Jahren Microsoft Most Valued Professional (MPV) für SharePoint – Was fasziniert Sie so sehr an diesem Produkt?

Fabian Moritz: Das SharePoint kein Produkt ist! Es ist vielmehr eine Plattform, mit der man als Anwender, Administrator oder Entwickler in die Lage versetzt wird, Lösungen und Anwendungen unterschiedlichster Natur bereitzustellen. Mit der Technologie lassen sich quasi fast alle webbasierten Szenarien abbilden: Von Intranetportalen über spezielle Lösungen für die Zusammenarbeit in Teams bis hin zur komplett strukturierten Web Content Management Systemen für Internetauftritte – die Facetten der Technologie SharePoint sind unwahrscheinlich vielseitig.

dotnet.de: Welche Möglichkeiten Nutzer nun mit SharePoint 2010 haben, wird immer wieder in aller Ausführlichkeit dargestellt. Gibt es auch Kritik?

Fabian Moritz: Ja, die gibt es natürlich auch! Der zuvor beschriebene Vorteil kann natürlich auch als Nachteil ausgelegt werden: „Der Funktionsumfang des SharePoint-Standards deckt jeweils nur 80 Prozent der Anforderungen ab, die restlichen 20 Prozent müssen durch Anpassungen oder Eigenentwicklungen umgesetzt werden.“ Diese Aussage höre ich als Technologieberater von meinen Kunden ziemlich häufig aber genau hierin steckt die strategische Ausrichtung von SharePoint. Es ist in kein Produkt sondern eine Entwicklungsplattform mit der man individuelle Lösungen realisieren kann; hierbei liefert SharePoint einen sehr großen Satz an Standardfunktionen mit: 80 Prozent! Die anderen 20 Prozent bilden die Potenziale für uns. Selbstredend gibt es auch unterschiedlichste Kritikpunkte: „Warum werden nicht alle Browser unterstützt?“, „Der Datenbankzugriff ist nicht optimiert!“, „Die Dokumentationen sind nicht ausreichend!“ etc. aber hier ist es so wie mit vermutlich jedem anderen Softwareprodukt: Es wird nie in einem Zustand erreichen, in dem es als „perfekt“ bezeichnet werden kann, da die Anforderungen der Nutzer und des Marktes sich permanent weiterentwickeln.

dotnet.de: SharePoint 2010 zielt ja auf eine möglichst breite Anwendergruppe hin. Aber was macht SharePoint 2010 so einzigartig und gibt es nicht ebenso gute Alternativen?

Fabian Moritz:Wie schon erwähnt sind die Facetten von SharePoint sehr vielseitig. Die Technologie deckt die Bereiche Zusammenarbeit, Social Networking, Suche, ECM ebenso ab wie Workflows oder BI. Ich würde behaupten, dass es in alle diesen Bereichen ebenbürtige oder sogar bessere Produkte gibt. Was die Stärke von SharePoint ausmacht, ist die Kombination dieser Elemente. Sie können in einem Zusammenarbeitsportal nicht nur Funktionen für das Dokumentenmanagement oder die Zusammenarbeit nutzen, gleichzeitig erhalten Sie in Ihrem Portal Features des Social Networking, Workflows oder eine erweiterte Suche. Hinzu kommt, dass sich SharePoint komplett in die Microsoft-Landschaft integriert und die Stärken der darunterliegenden Technologien (z. B. Windows Server, ASP.NET oder IIS) nutzt und nicht neu erfindet.

dotnet.de: Was müssen Nutzer und Unternehmen beim Umstieg auf SharePoint 2010 besonders beachten?

Fabian Moritz:Die Umstellung wird für den Anwender vermutlich gar nicht so schwer sein, wie man anfangs befürchten könnte. Das liegt vor allem daran, dass die Benutzeroberfläche die User Experience aus Office verwendet. So können sich die Anwender zum Beispiel auf eine durchgängige und kontextsensitive Ribbon-UI freuen. Hinzu kommt, dass SharePoint den Funktionsumfang neuer Web 2.0 Technologien nutzt, was die Arbeit mit der Benutzeroberfläche deutlich komfortabler macht.

dotnet.de: Haben Sie vielleicht bestimmte Tipps für unsere Leser bezüglich SharePoint 2010?

Fabian Moritz:SharePointCommuntiy.de! Das ist sozusagen der Treffpunkt für den SharePoint-Anwender. In den unterschiedlichen Blogs finden Sie tagesaktuelle Informationen oder technische Artikel rund um die SharePoint-Welt. Sollten Sie Fragen haben oder Tipps geben können, haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Anwendern in dem Forum auszutauschen. Und wenn Sie einen direkten Kontakt zu den Mitgliedern der Community haben wollen, besteht für Sie die Option, sich mit anderen Anwendern auf den regionalen User Groups zu treffen.

dotnet.de: Herr Moritz,vielen Dank für das Gespräch!

Fabian Moritz ist MVP für Office SharePoint Server und Senior Consultant für SharePoint-Technologien bei der ITaCS GmbH in Berlin. Seine Erfahrungen aus zahlreichen Projekten veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen auf seinem Weblog (http://www.sharepointcommunity.de/blogs/fabianm). Sie erreichen ihn über fabian.moritz@itacs.de.

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