SharePoint Projekte und Wicked Problems (Teil 5)
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Es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Besprechungsterroristen und Eigenheiten, die (wir) Besprechungsteilnehmer entwickelt haben, um uns Gehör zu verschaffen. Ein guter Moderator kann die Diskussion

Es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Besprechungsterroristen und Eigenheiten, die (wir) Besprechungsteilnehmer entwickelt haben, um uns Gehör zu verschaffen. Ein guter Moderator kann die Diskussion auch ohne IBIS und der Anzeige führen. Was diese aber bewirken, zeigt sich, wenn im Laufe der Diskussionen sich ganz neue Dynamiken entwickeln. Irgendwann fangen die Teilnehmer an, über die Anzeigetafel zu kommunizieren: „Könntest du bitte dort oben noch das folgende Argument einfügen.“, „Ich finde das Argument X gilt auch für die Frage Y.“ Sie bitten den Moderator, Reihenfolgen anzupassen. Die Teilnehmer übernehmen die Anzeigetafel. Die Anzeigetafel wird das Sinnbild ihres gemeinsamen Verständnisses. Der anspruchsvollste Teil im Dialogue Mapping fällt dem Moderator zu. Er sollte zügig die Fragen und Antworten aufnehmen, ohne dabei den Redefluss der sprechenden Person zu behindern. Er muss ein Gefühl für die Diskussion entwickelt und sie intuitiv lenken. Hier ist Überblick über das bereits Gesagte und viel Fingerspitzengefühl verlangt. Während des Redeflusses eines Teilnehmers muss er sich beispielsweise entscheiden können, ob eine Frage neu festzuhalten ist oder ob es sich um eine bereits gestellte Frage handelt, die nur anders formuliert ist.

Fazit

Die Existenz von Wicked Problems können wir nicht ignorieren. Auch mit SharePoint 2010 wird es weiterhin SharePoint-Projekte geben, die Wicked Problems haben. Wir haben aber gelernt, dass nicht die Technologie an dem Dilemma Schuld ist. Es ist die Kombination aus den sechs Kriterien von Wicked Problems, gepaart mit dem komplexen technologischen und sozialen Umfeld, die ein Projekt ins Chaos führen kann. Die sechs Kriterien werden wir nicht eliminieren können, aber wir können sie jetzt erkennen und beim Namen nennen. Wir können Ihnen auch begegnen, indem wir agile, iterative Methoden einsetzen und uns endgültig vom Wasserfallkonzept verabschieden. Der technologischen Komplexität kann nur durch Prototypen und Ausprobieren entgegnet werden. Wir müssen immer bereit sein, immer wieder neu zu lernen. Die soziale Komplexität können wir entschärfen, indem wir gezielt darauf hinarbeiten, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis der Probleme aufbauen. Trotz Differenzen, die es immer geben wird, kann dadurch ein gemeinsames Bekenntnis zur Lösung sichergestellt werden. Dialogue Mapping ist hier ein Mittel zum Zweck.

Karsten Grombach arbeitet seit vielen Jahren als Softwareentwickler und IT-Architekt. Nach Stationen im Datawarehousing, Java und ASP, fand er 2001 endlich sein technologisches Zuhause in der .NET-Plattform. Seit 2003 macht er fast ausschließlich Projekte im SharePoint-Umfeld. Zu seinen Kunden gehören Versicherungen, Banken, Industrie, Telekommunikation und eine Fluggesellschaft. Sein SharePoint-Credo: „Die größten Herausforderungen in SharePoint-Projekten entstehen aus der Kombination von technologischer Komplexität mit gegenläufigen Interessengruppen im Unternehmen.“

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