Ein Blick auf die Version 4 der freien Entwicklungsumgebung

SharpDevelop legt zu!
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Seit Anfang des Jahres ist die Version 4 der freien Entwicklungsumgebung SharpDevelop verfügbar. Und der erste Eindruck ist klar: Sie hat deutlich an Funktionalität zugelegt. Die wichtigste Neuerung ist der integrierte graphische Designer für Windows Presentation Foundation. Wir haben einen etwas Blick auf SharpDevelop geworfen.

Wer mit dem .Net-Framework entwickelt, der kennt auch Visual Studio. Ja nach Umfang des Projektes, der Notwendigkeit der Integration bzw. Zusammenarbeit mit anderen Tools, der benötigen Features und der Größe des beteiligten Projektteams stehen verschiedene Versionen dieses Boliden der integrierten Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Die Ultimate-Version – so darf man diese durchaus nennen – lässt kaum noch Wünsche übrig.

Das alles hat jedoch einen Preis, in Form von beachtlichen Lizenzgebühren. Wenn schlicht und einfach die nötigen Mittel für die Lizenzkosten nicht vorhanden sind, kann man auf die kostenfreien Express-Editionen von Visual Studio zurückgreifen. Diese sind natürlich im Funktionsumfang eingeschränkt. In genau dieses Segment stößt seit Jahren die Open Source Entwicklungsumgebung (IDE) SharpDevelop.

Das Lizenzmodell: Open Source

Open Source (englisch: quelloffen) ist ein Begriff für eine Reihe von Lizenztypen für Software, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist. Gefördert wird dadurch beispielsweise die Weiterentwicklung von Projekten, da sich Interessierte entsprechend einbringen können. Die Open Source-Initiative wendet den Begriff auf all die Software an, deren Lizenzverträge den folgenden charakteristischen Merkmalen entsprechen: 

  • Die Quelltexte der Software liegen frei zugängig vor. Beispielsweise ist es möglich den Quelltext von  SharpDevelop von der Webseite des Projektes zu laden.
  • Die Software darf kopiert, verbreitet und genutzt werden. Dabei fallen keine Lizenzgebühren an.
  • Die Software darf verwendet und in der modifizierten Form weitergegeben werden.

Der letzt genannte Punkt ist existenziell und damit die Basis für die Existenz und die Entwicklung von Open Source Software. Es lädt geradezu zum Lernen, Mitmachen und zum Verbessern ein. Die Entwicklung von Open Source Software wird sowohl Privatpersonen als auch von Unternehmen durchgeführt.

Seit Anfang des Jahres können wir durchaus sehr positives berichten! Die Version 4 von SharpDevelop steht zum Download bereit und ist auch fix installiert. Und die wichtigste Neuerung gleich zu Beginn: SharpDevelop unterstützt nun die Merkmale des aktuellen .NET Frameworks, d.h. die Version 4.0. Und damit auch die aktuellen Versionen der Sprachen C# (Version 4.0) und Visual Basic (nunmehr bereits Version 10). Microsoft hatte bereits mit den letzen Framework-Versionen den Wechsel bei der Erstellung der graphischen Benutzeroberflächen eingeleitet. Das bisher althergebrachte, jedoch auch ausgereifte (!) WindowsForms-Modell soll sukzessive durch die graphischen Modellansatz Windows Presentation Foundation (WPF) verdrängt werden. Zumindest für neue Projekte rückt es mehr und mehr in den Vordergrund.

Für die Anwendbarkeit sind jedoch funktionierende, stabile und anwenderfreundliche Werkzeuge notwendig. SharpDevelop musste jedoch an dieser Stelle bei den Vorgängerversionen komplett passen. Das ist auch nicht verwunderlich, erfordert die Umstellung auf WPF tiefgreifende Änderungen an der gesamten Benutzeroberfläche der Entwicklungsumgebung selbst. Dennoch SharpDevelop kann nun auch WPF! Der Designer ist ähnlich komfortabel (oder eben auch nicht), wie der aus Visual Studio. Eine Entwicklungsumgebung ist halt etwas für die Codierung und taugt nur halbwegs für ein Design. Aber keine Sorge, Businessanwendungen lassen sich damit problemlos erstellen. Der Entwickler arbeitet hier wiederum hybrid, d.h. neben dem graphischen Designer wird das Aussehen der Benutzeroberfläche im XAML-Code angepasst. Soweit nicht neues. Abbildung 1 zeigt den WPF-Designer in Aktion.

Abbildung 1: SharpDevelop verfügt nun über einen funktionierenden WPF-Designer
Abbildung 1: SharpDevelop verfügt nun über einen funktionierenden WPF-Designer
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