Der Jahresrückblick der PHP-Redaktion

So war 2013 – Teil 3
Kommentare

Kennt ihr das: Das Jahr ist um und ihr versucht euch zu erinnern, was ihr erlebt habt, was weltpolitisch geschehen ist und was sich auf der Arbeit getan hat. Aber die Fülle an Informationen, die im Laufe von zwölf Monaten auf uns niederprasseln ist so riesig, das man sich kaum alles merken kann. Wir sind noch einmal in uns gegangen und haben für euch einen Jahresrückblick zusammengestellt, der wie wir hoffen, die wesentlichen Ereignisse noch einmal zusammenfasst. Wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sind aber sehr gespannt, was eure Highlight und Lowlights des Jahrs 2013 waren.

Angela Merkel kann im September ihr Amt als Bundeskanzlerin in der Bundestagswahl 2013 erneut behaupten, die Regierungspartei FDP hingegen scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Koalitionsverhandlungen starten und sollen erst Anfang Dezember zu einem Abschluss kommen. Einen Tiefschlag erlebt MySQL: Es hatte im Verlauf des Jahres bereits einiges an Kritik einstecken müssen und es wurde nicht besser, als im September bekannt wurde, dass Google eine Massenmigration von MySQL zu MariaDB vollziehen wolle. MariaDB wurde von MySQL-Entwickler Monty Widenius nach dessen Übernahme durch Oracle geforkt. Als eine Version der MySQL-Datenbank soll MariaDB es der Community weiterhin erlauben, daran mitzuarbeiten. In der PHP-Core-Entwicklung kochten die Emotionen hoch: Anthony Ferrara gab seinen Rückzug aus der Mitarbeit am Core bekannt. Schon sehr lange habe er mit dem Gedanken gespielt, die PHP Internals zu verlassen. Doch nachdem seine jüngsten RFCs zu PHP 5.6 in einer für ihn unnachvollziehbar unsachlichen Diskussion abgeschmettert wurden, sah er darin den richtigen Anlass, zu gehen. Der RFC-Prozess werde seiner Beobachtung zufolge nicht mehr in seinem eigentlichen Sinne, nämlich als Request for Comments, wahrgenommen. Schon in der Vergangenheit konnten sich einige Features nur durchsetzen oder erhalten bleiben, weil Kommentare ignoriert wurden, um die man eigentlich gebeten hatte. Ferrara sagte, dass sein Abschied nicht endgültig sei. Wenn in den Internals die Moderation verbessert werden sollte, sehe er nicht nur für sich selbst, sondern auch für die größere Community Chancen, sich an der gesitteteren Kern-Entwicklung beteiligen zu können. Doch noch fehle PHP die nötige Vision, Führung und Regulierung. Das rief mehrere bekannte Größen aus der PHP-Community auf den Plan, wie Phil Sturgeon, Brandon Savage und Anna Filina.Die geäußerten Beschwerden und Befürchtungen haben eine neue Diskussion angeheizt, wie eine Zukunft der PHP Internals aussehen könnte und sollte. Man darf gespannt sein. Der HHVM wurden im gleichen Monat hohe Ziele gesteckt: Die VM soll kompatibel für die häufigsten herkömmlichen PHP-Frameworks werden. Während Unit Tests mit Symfony, Laravel oder Drupal bereits zu über 90 Prozent erfolgreich durchlaufen, starten sie unter Zend Framework 2, Doctrine oder CakePHP noch gar nicht. Im Laufe eines Jahres soll sich dies ändern. In den USA steht im Oktober alles still: Demokraten und Republikaner können sich nicht über eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen, was einen mehrtägigen Shutdown des Landes zur Folge hat. Einen Shutdown erlebte auch php.net, das von Google kurzerhand als Malware deklariert wurde. Vermeintliche Ursache war ein gezinktes JavaScript-Snippet. Überhaupt nicht schlecht stand es hingegen bei HipHop, dessen VM in der Version 2.2.0 veröffentlicht wird. Hip Hop wird künftig mit diesem Release erstmals als Package für populäre Linux-Distributionen, wie Ubuntu, Mint, Debian oder Fedora ausgeliefert. Damit passiert Facebook einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu mehr Massentauglichkeit ihrer Engine. Frameworks wie Magento, Zend Framework 2 oder WordPress laufen in Version 2.2.0 zwar immer noch nicht, dafür gibt es zahlreiche Optimierungen und Ergänzungen. Anfang November fordert ein Taifun auf den Philippinen mehr als 2.200 Tote. „Haiyan“ zog mit einer Geschwindigkeit von über 300 km/h über den Inselstaat, das Unwetter und eine Flutwelle zerstörten Städte und Dörfer. Da erschien die Neuigkeit das Google den Support für den Internet Explorer 9 einstellte dann auch eher trivial. Da kurz vorher der Internet-Explorer 11 veröffentlicht wurde, würde man jetzt nur noch diese aktuelle Version und den Internet Explorer 10 unterstützen, die Arbeit an und Tests mit Version 9 werde man hingegen einstellen. Benutzer, die Gmail oder andere Google-Dienstleistungen über in Zukunft nicht unterstütze Browser nutzten, würde man in den nächsten Wochen per E-Mail benachrichtigen und dazu auffordern Updates auf modernere Browser durchzuführen.

Nelson Mandela stirbt nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren am 5. Dezember in Johannesburg. Derweil streitet sich die Web-Welt über Feminismusfragen: Angeheizt vom Ausstieg von Ben Noordhuis aus dem Core-Entwicklerteam entbrannte bei Node.js eine Diskussion darum, wie man sich vom bisherigen Hauptfinancier Joyent loslösen wolle. Angefangen hatte alles damit, dass Node.js-Hauptsponsor Joyent es verurteilt hat, dass Ben Noordhuis einen Pull Request zur Geschlechtsneutralität abgelehnt hatte. Im Anschluss an diesen Pull Request kam es zu einer ausufernden Feminismus-Debatte, bei der Noordhuis sich lange nicht zu Wort meldete. Erst zwei Tage später lieferte er ein eigenes Statement dazu. Doch schon vorher wurde er in einer offiziellen Joyent-Botschaft indirekt beschimpft. Noordhuis‘ Arbeitgeber StrongLoop nutzte die Gunst der Stunde, um dem Konkurrenten Joyent via Blog paroli zu bieten. Der junge Entwickler zog indes selbst Konsequenzen: Vielleicht, um Node.js nicht länger zu unterstützen, das zwar von Joyent gesponsert wird, aber auch für dessen Einkünfte sorgt, hat Noordhuis das Core-Team verlassen. Dies wurde nun auf der Node.js-Website bekannt gegeben. Aber auch andere Gründe könnten hinter dem Rücktritt stecken. So ist Noordhuis Mitgründer des Cloud-Plattform-Anbieters StrongLoop, der laut GigaOm schon seit Längerem versucht, Joyents Machtposition bei Node.js anzufechten. SensioLabs bekommt mit 5 Millionen Euro Investmentkapital ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Die Schmiede des Symfony Frameworks und diverser PHP-Tools erhält von dem französischen Großinvestor CM-CIC Capital Privé fünf Millionen Euro zur Aufstockung ihrer Open Source Bemühungen. Sensio-Chef und Gründer Fabien Potencier richtet sich in einem gesonderten Anschreiben an die Entwickler und erklärt, was das für sie bedeuten soll: Das Symfony-Ökosystem soll die nächste Stufe erreichen, verspricht Potencier. Bundles und Komplettlösungen wie CRM, CMS oder E-Commerce-Software werden zusätzliche Unterstützung erhalten. Dies soll über neues Personal geschehen. Im kommenden Jahr will man 60 weitere Entwickler einstellen. Damit geht auch ein Ausbau des internationalen Support-Teams einher. Neue Cloud-Dienste wie der Audit-Service insight.sensiolabs.com sind zu erwarten

Aufmacherbild: <a href="http://www.shutterstock.com/pic.mhtml?id=149275064" title="Clock and watch concept with time flying away on paper
von Shutterstock / Uhrheberrech: ra2studio “ class=“elf-external elf-icon“ rel=“nofollow“>Clock and watch concept with time flying away on paper von Shutterstock / Urheberrecht: ra2studio

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -