Programmieren wie auf Wolken?

SQL Azure Überblick zu den Entwicklungen
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Seit mehr als 18 Monaten ist SQL Azure, Microsofts Server in the Cloud, nun schon verfügbar. Ein guter Zeitpunkt für einen Blick, der zeigt, was sich in der Zwischenzeit getan hat.

Die Technologie von SQL Azure basiert zwar auf SQL Server, jedoch ist SQL Azure völlig eigenständig. Es verfügt über klare Eigenschaften, die es zu einer selbstständigen Datenbankplattform werden lassen. Das lässt sich unter anderem daran erkennen, dass ein Tabellenentwurf via Oberfläche nicht mittels SQL Server Management Studio (SSMS) umgesetzt werden kann (Abb. 1). Selbst das aktuelle Service Pack 1 für das Verwaltungstool für SQL Server 2008 R2 schafft hier keine Abhilfe. Das lässt sich erst mit dem Project Houston aus den SQL Azure Labs beheben, dann aber auch online, wie es für eine Cloud-Technologie sinnvoll ist. Seine komfortable und zugleich optisch ansprechende Verwaltungsoberfläche verfügt über das gleiche optische Aussehen wie die komplette Windows-Azure-Plattform (Abb. 2). SQL Azure und SQL Server sind also ähnlich, aber keinesfalls gleich. Das erklärt auch die unterschiedlichen Funktionsumfänge und die unterschiedlichen Zyklen für Updates und Services Packs.

Abb. 1: SSMS erlaubt keine Tabellenerstellung für SQL Azure
Abb. 1: SSMS erlaubt keine Tabellenerstellung für SQL Azure
Abb. 2: Die grafische Oberfläche der Windows-Azure-Plattform
Abb. 2: Die grafische Oberfläche der Windows-Azure-Plattform

Schnelle Weiterentwicklung durch Updates

SQL Azure wird, wie auch Windows Azure, durch Updates (manchmal auch Service Updates, kurz SU) aktualisiert. Das Update im Mai 2011 brachte neben unzähligen kleinen Verbesserungen vier große Neuerungen: 

  • SQL Azure Management REST API: eine Webschnittstelle zur Verwaltung
  • Multiple Servers per Subscription: mehrere SQL Azure Server pro Subscription können angelegt werden
  • JDBC Driver: große Geschwindigkeit und Stabilitätsverbesserungen, um mit Java-Anwendungen sowohl auf SQL Azure als auch auf SQL Server zuzugreifen
  • DAC-Framework 1.1: vereinfachtes Bereitstellen von Datenbanken und Upgrades auf SQL Azure

Bereits im Juli 2011 gab es das nächste Update mit zwei Schwerpunkten, von denen besonders der erste für größere Unternehmen extrem wichtig ist:

  • Co-Administrator-Unterstützung: mehrere Admins verwalten eine SQL-Azure-Datenbank
  • Verbesserte Unterstützung der räumlichen Datentypen GEOMETRY/GEOGRAPHY (Spatial Data Types)

Auch wenn das nur die letzten beiden Updates sind, ist schon leicht zu erkennen, dass die Frequenz relativ hoch ist, in der Regel höher als beim SQL Server.

Und es geht weiter

Die Fort- und Weiterentwicklung von SQL Azure ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Microsoft erweitert diese Cloud-Technologie kontinuierlich und recht zügig. Damit wird SQL Azure auf Dauer auch immer attraktiver für neue Anwendungen. Besonders interessierte Entwickler, die nicht nur wissen wollen, was sich in der näheren Zukunft an der SQL-Azure-Plattform verändern wird, sondern auch in fernerer Zukunft tun kann, sollten sich auf jeden Fall Microsofts SQL Feature Voting anschauen. Dort lässt sich nicht nur erkennen, welche Features bereits umgesetzt wurden (Status: completed) beziehungsweise welche in die Planung mit aufgenommen (Status: accepted), sondern darüber hinaus kann jeder seine Stimme für bereits vorhandene Features abgeben und neue Features vorschlagen. Microsoft benutzt das so entstehende Ranking, um die größten Kundenwünsche erfüllen zu können (Abb. 3).

Abb. 3: Microsofts SQL Azure Feature Voting
Abb. 3: Microsofts SQL Azure Feature Voting

Diese schnelle Weiterentwicklung hat aber auch ihren Preis: häufige Updates der eigenen Softwarelandschaft. Damit keine Probleme mit SQL Azure und SQL Server Management Studio entstehen, ist eine Aktualisierung des SQL Server Management Studios (SSMS) dringend angeraten. Das SP1 des SSMS kann über folgende URLs heruntergeladen und installiert werden: für SQL Server Management Studio und für SQL Server Management Studio Express. Zudem sollten Anwendungen, die die SQL Server Management Objects (SMO) verwenden, das Cumulative Update Package 7 for SQL Server 2008 R2 installieren.

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