SQL Azure Überblick zu den Entwicklungen (Teil 2)
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SQL Azure Reporting
Interessant ist auch die Möglichkeit, Berichte mit der Cloud-Variante von SQL Server Reporting Services (SSRS) erzeugen zu können. Diese Windows-Azure-fähige Anwendung greift direkt

SQL Azure Reporting

Interessant ist auch die Möglichkeit, Berichte mit der Cloud-Variante von SQL Server Reporting Services (SSRS) erzeugen zu können. Diese Windows-Azure-fähige Anwendung greift direkt auf SQL Azure zu, sodass auch umfangreiche Auswertungen denkbar sind. Berichte für SQL Azure Reporting werden mit dem Business Intelligence Design Studio (BIDS) erstellt und verfügen neben dem Anzeigen von Berichten auch über eine Reihe von Exportformaten wie Excel, Word, HTML, PDF, XML, CSV, ATOM Feeds etc.). Für die notwendige Sicherheit wird mit Benutzername und Kennwort gesorgt.

Trotzdem: Kein Backup/Restore

Trotz aller Verbesserungen und weiterer Entwicklungen fehlt immer noch das Feature, was mit Abstand von den meisten Anwendern gewünscht wird: Es ist derzeit weder möglich, ein Backup noch ein Restore einer SQL-Azure-Datenbank zu erstellen. Diese werden nach wie vor vom Betreiber der Datenbanken (also Microsoft) erstellt und stehen nicht für einen Download bereit. Da dieses Feature allerdings schon mal mit (Service Update 4) angekündigt war, gibt es die Hoffnung, dass eine Realisierung eher kurz als langfristig geschehen wird.

Leider auch nicht: 100 Prozent T-SQL-Kompatibilität

Ebenfalls recht ärgerlich ist die Tatsache, das SQL Azure als Abfragesprache nicht zu hundert Prozent kompatibel mit SQL Server ist. Zwar werden INSERT-, DELETE- und UPDATE-Anweisungen ohne Zusätze wie Optimizer Hints ausgeführt und auch grundlegende DDL-Anweisungen sind kein Problem, doch mit den erwähnten Hints und detaillierten DDL-Anweisungen kommt es zu Ausführungsfehlern. Auch DBCC und selbstverständlich Anweisungen für andere nicht unterstütze Funktionen sind Fehlerkandidaten (Listing 1). Werden einige Vereinfachungen vorgenommen, wirft AQL Azure keinen Fehler aus und generiert die Tabelle wunschgemäß (Listing 2). Das Gute ist: Es muss nicht manuell gekürzt werden. Da das viel zu aufwendig wäre, wurden Tools entwickelt, die einen bei dieser Arbeit unterstützen. So steht Ihnen der SQL Azure Migration Assistent zur Seite, der auch prüft, ob die Datenbank überhaupt migriert werden kann oder ob Features gekürzt werden müssen, die von SQL Azure noch nicht unterstützt werden, und kürzt diese dementsprechend.

Listing 1

CREATE TABLE dbo.Personen
(
    ID int NOT NULL,
    Vorname nchar(10) NULL,
    Nachname nchar(10) NULL
)  ON [PRIMARY]
GO
ALTER TABLE dbo.Personen ADD CONSTRAINT
    PK_dbo_Personen_1 PRIMARY KEY CLUSTERED 
    (
    ID
    ) WITH( STATISTICS_NORECOMPUTE = OFF, IGNORE_DUP_KEY = OFF, ALLOW_ROW_LOCKS = ON, ALLOW_PAGE_LOCKS = ON) ON [PRIMARY];
GO  

Listing 2

CREATE TABLE dbo.Personen
(
    ID int NOT NULL,
    Vorname nchar(10) NULL,
    Nachname nchar(10) NULL
);
GO
ALTER TABLE dbo.Personen2 ADD CONSTRAINT
PK_dbo_Personen PRIMARY KEY CLUSTERED 
(
    ID
);  

Aktueller Stand

Den aktuellen Stand von SQL Azure wird auf der offiziellen Seite beschrieben (Achtung: Marketing-Spoiler). Zudem befinden sich hier die verfügbaren Editionen (Web und Business) und deren Preise.

Eine Frage des (Entwickler-)Wissens

Neben den Softwareupdates muss aber auch das eigene Wissen zur Entwicklung mit SQL Azure auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Zu diesem Zweck gibt es das recht umfangreiche Windows Azure Platform Training Kit, das mit seinem aktuellen August-Update kostenfrei zum Download bereitsteht. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das einzige Ziel nicht nur SQL Azure, sondern die komplette Windows-Azure-Plattform. Dieses Kit enthält neue und aktualisierte Hands-on Labs für Windows Azure, SQL Azure und die Windows Azure AppFabric. Das ist eine gute Alternative zu Büchern, um sich in diese Technologie einzuarbeiten.

Fazit

Nach knapp 18 Monaten im Dienst lässt sich allgemein sagen, dass diese Plattform immer noch kurzen Updatezyklen unterworfen ist und ebenso wie Windows Azure stark weiter entwickelt wird. In der Praxis kann SQL Azure eine Alternative mit vielen Vorteilen sein, wenn man sich auf diese Schnelllebigkeit einlassen kann. Und eine wichtige Festlegung darf nicht aus den Augen verloren werden: SQL Azure ist kein SQL Server, der im Internet steht. Vielmehr ist SQL Azure eine eigenständige Plattform.

Thorsten Kansy ist als unabhängiger Softwarearchitekt, Entwickler und Trainer für seine Kunden tätig. Wenn es seine Zeit zulässt, schreibt er zudem Bücher und Artikel rund um „seine“ Themen, der Entwicklung komplexer Anwendungen mit .NET im Microsoft-Server-Umfeld, insbesondere SQL Server. Er ist als MCITP, MCTS, MCDBA, MCSD, MCAD, MCPD, MCSE+I, MCT zertifiziert und sowohl in den Sprachen C# als auch VB.NET zu Hause. Sie erreichen ihn unter tkansy@dotnetconsulting.eu.

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