SQL Pocket Guide
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Ist NoSQL in 2010 zu einem Buzzword geworden und erleben entsprechende Datenbanken einen Aufwind, so darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese für bestimmte Aufgabenstellungen bestens geeignet

Ist NoSQL in 2010 zu einem Buzzword geworden und erleben entsprechende Datenbanken einen Aufwind, so darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese für bestimmte Aufgabenstellungen bestens geeignet sind, für viele andere aber nicht. Nicht nur, dass SQL weiter seine Daseinsberechtigung hat, es ist nach wie vor das Arbeitspferd unter den Datenbanksystemen. Dabei darf man nicht glauben, dass SQL gleich SQL ist. Trotz einer weitreichenden Standardisierung arbeiten die Hersteller an proprietären Erweiterungen, um ihren Kunden einen entsprechenden Mehrwert zu bieten. Auch wenn gute Innovationen von anderen Systemen irgendwann nachgebildet werden, ist die Folge eine Vielzahl unterschiedlicher SQL-Dialekte.

DB2, MySQL, Oracle, PostgreSQL und SQL Server sind wichtige Player in diesem Segment, und alle sind sie im handlichen Taschenbuch „SQL Pocket Guide“ vereint. Natürlich kann man von so einem kompakten Buch keinen SQL-Lehrgang oder eine komplette Referenz erwarten, und das will dieses Buch auch gar nicht sein. Dieses Buch ist für den Praktiker, der bereits mit SQL arbeitet.

Wer kennt nicht diese Situation: Jahrelang ist ein SQL-System im Einsatz; das neue Release wird evaluiert, als performanter bewertet und eingesetzt. Für das Studium der kompletten Dokumentation ist aber keine Zeit, manch ein neues Feature wird erst nach und nach entdeckt. Nun kommt ein Buch daher, das sich wunderbar als Nachschlagewerk eignet, thematisch von A bis Z sortiert. Schon nach kurzem Blättern fällt ein bisher unentdecktes Feature ins Auge. Das ist der Aha-Effekt. Da hat beispielsweise der Entwickler jahrelang mit großem Aufwand und zahlreichen Left Joins, Zeilen in Spalten verbogen – und plötzlich geht dies einfach mittels Pivot. Nicht dass dieses Buch dem Entwickler Features zeigt, die er in der Doku nicht hätte finden können, aber mit diesem Buch wird manches augenfälliger, insbesondere für Personen, die lieber in einem Buch blättern, als stundenlang den Bildschirm anzustarren.

Oder da ist der Entwickler, der sich mit einem anderen SQL-System auseinandersetzen muss. Da war doch ein Feature im alten System, was er häufig genutzt hat, aber im neuen ist es nicht zu finden. Im vorliegenden Buch sucht er nach diesem Feature – und findet dazu gleich die Implementierung im anderen System – so sie denn vorhanden ist.

Damit ist gesagt, wozu man dieses Buch nutzen kann. Wenden wir uns also kurz dem Inhalt zu. Nach einer knappen Einführung in das Thema und den Hinweis auf die Online verfügbaren Beispieldatenbanken, startet der Autor gleich mit A, wie Analysefunktionen. Es geht munter weiter mit Case, Cast, Datentypen und deren Konvertierung, Indexing, Inserts, Merging, OLAP-Funktionen und vielem mehr, bis hin zu Window Functions. Also nicht ganz bis Z. Dabei listet der Autor nicht einfach die Kommandos mit ihren systemspezifischen Eigenheiten auf, sondern findet auch erklärende Worte. Dabei ist es weniger ein Buch, das man von vorn bis hinten durchliest. Wer möchte, darf dies natürlich auch tun. Eher wird der Leser das Buch überfliegen, sich einen Überblick verschaffen, möglicherweise das ein oder andere neue Kommando entdecken, um es schließlich bei der Programmierung als Nachschlagewerk zu nutzen. Nicht täglich, aber immer wieder einmal. Und so kann ein vergleichsweise kleines Buch eine lohnende Investition darstellen – zumal der Preis auch entsprechend niedrig ausfällt.

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