SQL Server Performance-Ratgeber
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Das ist definitiv kein Buch für die Bibliothek. Überrascht? Aber es ist wahr! Das Buch hat in Ihrer Bibliothek nichts zu suchen. Es gehört eher zu der Sorte Bücher, dessen Seiten vom ständigen Blättern

Das ist definitiv kein Buch für die Bibliothek. Überrascht? Aber es ist wahr! Das Buch hat in Ihrer Bibliothek nichts zu suchen. Es gehört eher zu der Sorte Bücher, dessen Seiten vom ständigen Blättern regelrecht zerfranst sind und dessen Cover so abgenutzt ist, dass man den Titel kaum noch erkennen kann. Es ist ein Buch, welches im Büro von Tisch zu Tisch wandert und ständig offen herumliegt.

Es ist ein Nutzbuch. Es gibt beachtliche Mengen an Literatur rund um das Thema „SQL Server“, und das auch auf Deutsch. Aber keines, das ich bislang gesehen habe, deckt in derart kompakter und anschaulicher Form eines der wichtigsten Aspekte der Datenbanknutzung: Performancetuning.

Robert Panther gelingt es in diesem Werk, dieses sensible und schwierige Thema sehr umfassend für alle relevanten Zielgruppen zu beleuchten, und zwar aus deren Perspektive und durch deren Schwerpunkte: Architekten, Designer, Administratoren, Entwickler. Man merkt schnell, dass der Autor die Materie sehr gut aus all diesen Perspektiven kennt und in jede seiner Empfehlungen tiefes Know-How hineinlegt, obgleich immer auf die Kompaktheit achtend und daher nicht allzu tief und breit ausführend.

Das Buch ist voll von wertvollen Performance-Optimierungstipps, und zwar immer bezogen auf den jeweiligen Use Case, was extrem hilfreich ist. Aspekte, die den Absolventen nicht beigebracht werden, und die sie erst im harten Berufsleben lernen müssen – wenn überhaupt – wie z.B. bewusste Denormalisierung statt der Xten Normalform, werden methodisch und leicht verständlich erläutert. SQL Server spezifische Optimierungsansätze wie Verteilung einzelner Dateien auf separate Festplatten oder Nutzung von temporären Tabellen statt langer Joins dürfen in keinem solchen Werk fehlen, tun sie auch hier nicht. Ganz besonders haben mir die kompakten Checklisten am Ende des Buches gefallen, die nochmal die Tipps für die jeweilige Zielgruppe zusammenfassen.

Ich habe allerdings einige Aspekte in diesem Buch vermisst, die in den modernen Architekturen im Datenbankbereich eine immer größere Rolle spielen, z.B. die globalen Szenarien, also die Tipps zum performanten Betrieb in mehreren Rechenzentren oder sogar auf mehreren Kontinenten, die damit verbundenen Replikantionsstrategien und Skalierbarkeit generell. Auch passend zu den heutigen Trends wäre die Betrachtung der Performance-Optimierung im Azure-Umfeld und generell Tipps zum Betrieb von SQL Server in virtuellen Umgebungen, wo sich z.B. I/O sehr schlecht virtualisieren lässt. Als letztes wäre es in meinen Augen noch angebracht, etwas mehr die Scripting-gesteuerte Administration zu beleuchten, mit der die Administratoren dann doch wohl mehr Zeit verbringen dürften, als mit den bunten Management-Oberflächen. Aber alles kann man in einem kompakten Buch nicht haben.

Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Werk eines Experten – mein Kompliment dazu und meine Empfehlung an die Leser, dieses Buch nicht für die Bibliothek, sondern für den Arbeitsschreibtisch zu kaufen.

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