Startup-Interview

Bitbond ermöglicht Bitcoin-Darlehen ohne Bank
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Bitbond hat das Potential der Internet-Währung Bitcoin erkannt und darauf basierend eine internationale peer-to-peer Lending-Plattform aufgezogen. Gründer Radoslav Albrecht will mit seinem Startup Kleingewerbetreibenden den Zugang zu Darlehen erleichtern.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von Bitbond, wie funktioniert Eure Idee?

Bitbond ist eine internationale peer-to-peer Lending-Plattform. Darlehensnehmer können nach erfolgreicher Bonitätsprüfung Projekte auf Bitbond veröffentlichen, die wiederum von privaten Anlegern finanziert werden. Wir nutzen das digitale Zahlungsnetzwerk Bitcoin, um unsere Plattform für jeden zugänglich zu machen, der eine Internetverbindung hat.

WebMagazin: Was macht Bitbond besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Sowohl in Schwellenländern als auch in vielen westlichen Ländern haben Kleingewerbetreibende keinen Zugang zu Bankdarlehen. Oft haben nur ca. 20-30% der Bevölkerung in Emerging Markets ein Bankkonto. Durch Bitbond bekommt jeder, der einen Internetzugang hat, die Möglichkeit, Fremdkapital auf einem internationalen Marktplatz aufzunehmen. Für die Verwendung von Bitcoins braucht man kein Bankkonto. Gleiches gilt für die Anleger.

Man kann völlig unabhängig von Banken sein Vermögen in festverzinsliche Anlagen investieren. Für Menschen, die bis dahin ihr Geld nur unterm Kopfkissen horten konnten, ist das ein großer Vorteil. Zudem erhalten Anleger die Möglichkeit, über Bitbond höhere Zinsen zu verdienen, als das beim momentanen Zinsumfeld der Fall ist und ein international diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Es gibt zwei ähnliche Plattformen BTCJam.com und Loanbase.com. Diese Seiten konzentrieren sich aber vor allem auf Privatdarlehen während wir vor allem Selbständige als Darlehensnehmer haben.

Webmagazin: Wie geht ihr mit den Kursschwankungen und Unsicherheiten bei Bitcoin um? Gibt es bei euch Sicherheiten für Anleger und Darlehensnehmer?

Da Bitcoin als Währung im Preis recht stark schwankt, gibt es auf Bitbond die Möglichkeit auch US Dollar denominierte Darlehen aufzunehmen. Das funktioniert so: Wenn sich zum Beispiel jemand Bitcoins im Gegenwert von 1.000 USD leiht, zahlt er oder sie auch Bitcoins im Gegenwert von 1.000 USD zurück (plus Zinsen) – unabhängig davon wie sich der Bitcoin Wechselkurs in der Zwischenzeit entwickelt hat. Am Tag der Fälligkeit wird berechnet, wie viele Bitcoins man zum aktuellen Wechselkurs aufbringen muss um das in USD fxierte Darlehen zurück zu zahlen.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet Ihr Euch gerade bzw. wann seid Ihr live gegangen? Wie werdet Ihr finanziert?

Wir sind vor 2 Jahren live gegangen – es wurden bereits über 900 Darlehen über unsere Plattform vermittelt. Wir sind finanziert durch den Berliner Venture Capital Fonds Point Nine Capital sowie eine Reihe von Business Angels.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld.

Wenn ein Darlehen erfolgreich zustande kommt, erhalten wir eine Vermittlungsprovision. Diese liegt bei 1-3% der Darlehenssumme.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Bitbond gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Ich habe bei Banken gearbeitet und später als Unternehmensberater bei Roland Berger Banken beraten. In dieser Zeit habe ich mir die Frage gestellt, ob man Darlehensnehmer und -geber nicht direkter miteinander verbinden kann, als das durch eine Bank geschieht. Zudem hatte ich den Wunsch einen solchen Marktplatz international auszugestalten. Als ich von Bitcoin erfahren habe und mich intensiver damit beschäftigt habe, war mir klar, dass man auf dieser Basis so eine internationale Plattform tatsächlich umsetzen kann. Und genau das habe ich dann gemacht.

 

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