Checkrobin: Mitfahrgelegenheit für Sendungen
Kommentare

Jeder wird das Gefühl kennen: Man sitzt im Auto, Flugzeug oder Zug auf dem Rückweg aus dem Urlaub und stellt erschrocken fest, dass man etwas Wichtiges vergessen hat. Das Portmonee zum Beispiel. Oder aber man kramt in der Tasche und findet, ups, den Schlüssel der Person, die man gerade besucht hat, darin. Und jetzt? Die Post benötigt mindestens noch einen Tag um Portmonee und Schlüssel an den rechtmäßigen Besitzer zu überbringen. Was aber, wenn man die Dinge früher braucht? Für dieses Problem bietet das Internetportal Checkrobin eine Lösung an: Die „Mitfahrgelegenheit“ für Sendungen aller Art.

Logistik, die auf dem Konzept der Crowd-Delivery basiert, könnte das zukünftige Erfolgsrezept für Lieferungen werden. Hierbei wird sich der Crowd bedient: Privatpersonen nehmen Sendungen auf Strecken mit, die sie ohnehin fahren. Die Win-Win Situation, die sich daraus ergibt, ist ein bezwingendes Argument für die Etablieung des Konzepts.

Checkrobin.com ist der bisher größte Anbieter für Crowd-Delivery. Die österreichische Onlineplattform kann bisher mit beeindruckenden Zahlen glänzen: Die über 8.000 registrierten Nutzer haben bereits mehr als 40.000 unbeschädigte Sendungen zugestellt – und das in weniger als einem Jahr.

Die Idee von Gründer Johannes Jagerhofer ist Folgende:

Täglich fahren tausende Autos mit leerem Kofferraum auf Österreichs Straßen – warum diesen wertvollen Laderaum also nicht sinnvoll als schnellen und einfachen Transportweg nutzen?

Es geht also um eine schnelle und bezahlbare Zulieferung durch die Mitnahme von Paketen auf Strecken, die sowieso zurückgelegt werden. Das spart Kosten und CO2 und ist zudem flexibler.

Auf der Website kann ein Fahrer den Verlauf und Zeitplan seiner Strecke eintragen. Der Versender hat die Möglichkeit eine korrekte Beschreibung seiner Sendung sowie Start- und Zielort zu vermerken. Er kann im Anschluss einen passenden Fahrer auswählen. Dieser entscheidet, ob er die Sendung selber abholt oder sie zu ihm gebracht wird. Während der Fahrt kann über Geo-Trackig der Sendungsverlauf verfolgt werden, außerdem können Sender und Fahrer über ein internes Nachrichtensystem kommunizieren. Hierzu benötigt der Fahrer zusätzlich die passende App, welche für Blackberry, Android und iOS verfügbar ist.

Die „Mitfahrzentrale für Pakete“ soll kostengünstiger, gezielter, persönlicher und schneller funktionieren als ein herkömmlicher Lieferservice. Es geht insbesondere um außergewöhnliche Lieferungen: Auch eine Vespa oder ein Hund, Reisepass oder vergessener Koffer sollten problemlos noch heute von A nach B kommen, heißt es auf der Website.

Ein Vorteil ist auch die vergleichsweise günstige Zulieferung. Der Fahrer kann einen Preis zwischen 9 und 39 Euro festlegen, für XXL-Lieferungen oder kürzere Strecken gelten Sondertarife. Checkrobin nimmt eine Provision von 2,90 Euro pro Fahrt.

Bemerkenswert ist, dass noch keine einzige Sendung beschädigt und verloren gegangen ist, das Verantwortungsbewusstsein der Nutzer scheint bei diesem Service zu einer verlässlichen Qualitätsgarantie zu führen. Weil das Ganze so gut funktioniert und preisliche und zeitliche Vorteile bringt, plant der Crowd-Delivery Service Checkrobin nächstes Jahr nach Deutschland zu kommen. Zunächst wird die Hamburg-Berlin Strecke in Benutzung genommen.

Es wird spannend, ob der Service auch in Deutschland auf eine solch große Zuwendung stößt und ob das Konzept der Crowd-Delivery unsere herkömmliche Logistik vielleicht sogar zu revolutionieren vermag.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -