Der Weg zur besseren Gründerkultur in Deutschland
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Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Wirtschaft. Der DIHK übernimmt die Interessenvertretung der gewerblichen deutschen Wirtschaft gegenüber der Bundespolitik und den europäischen Institutionen. So veröffentlicht die Organisation regelmäßig Empfehlungen an die Entscheider aus der Politik, um die hiesige Wirtschaft anzukurbeln und den Unternehmen günstige Bedingungen für ein stetes Wachstum zu bieten.

Anfang Oktober hat der DIHK eine Sonderauswertung des Gründerreports 2014 mit 18 Ideen für eine bessere Gründerkultur und einen starken Mittelstand von morgen vorgelegt.

Frauenpower ist zum Teil immer noch Zukunftsmusik 

Die Sonderauswertung des DIHK-Gründerreports 2014 zeigt unter anderem, dass die weiblichen Gründer zwar vielversprechende Geschäftsideen haben, sich zum Teil kurz vor dem Startschuss gegen das Risiko eines eigenen Unternehmens entscheiden. Dabei könnten Frauen durch Neugründungen jährlich 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, zeigen die Untersuchungen.

Deutschland könnte rund 50.000 Arbeitsplätze mutigen Gründerinnen verdanken

So liegt der Anteil der Teilnehmerinnen in den Gründungsseminaren der Industrie- und Handelskammern (IHKs) mittlerweile bei 43 Prozent; allerdings sind nur knapp 30 Prozent derjenigen, die dann tatsächlich ein Unternehmen errichten, weiblich. Wäre der Frauenanteil unter den Gründern ebenso hoch wie in den Seminaren, könnten dadurch rund 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze pro Jahr geschaffen werden.

Zu den insgesamt 18 Empfehlungen der IHK-Organisation zur Verbesserung der Gründerkultur zählt deshalb die Verstärkung von Mentoring-Programmen wie etwa der von der Bundesregierung geförderten Initiative TWIN (Two Women Win), in der erfahrene Geschäftsfrauen mit Jungunternehmerinnen zusammenarbeiten.

IT-Startups hoch im Kurs

Eine weitere Entwicklung, die einen optimistisch stimmt, sind die vielen guten Ideen, mit denen Gründer in den Startlöchern stehen: Im Vergleich zu einer entsprechenden vor sieben Jahren durchgeführten Analyse hat sich die Zahl der Gründer von IT-Startups in den IHK-Beratungsgesprächen mehr als verdoppelt.

Ein vielversprechender Trend, denn Hightech-Startups schaffen innerhalb von fünf Jahren doppelt so viele Jobs wie der Durchschnitt der Gründer. Das Problem: Viele junge Gründer, die bei der IHK nach Rat suchen, setzen ihr Vorhaben letztlich nicht um.

18 Ideen für bessere Gründerkultur

Genau um diesem enttäuschenden Trend entgegenzuwirken, hat die IHK-Organisation auf Basis der Erfahrungen aus jährlich 200.000 Gründergesprächen Vorschläge erarbeitet. Diese Empfehlungen reichen von der Aktivierung zusätzlichen Wagniskapitals über die Vereinfachung des Betriebsübergangs oder die Erhöhung der steuerlichen Kleinunternehmergrenze bis hin zur Abschaffung des Formats „Einnahme-Überschussrechnung“.

Die vollständige Auswertung kann auf der Homepage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages heruntergeladen werden (PDF). 

 

 

Aufmacherbild: Illustration of a flying rocket in the starry sky. EPS10 vector background. von Shutterstock/ Urheberrecht zayats-and-zayats

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