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Die Gründerinnenagentur zum Aktionstag „Nachfolge ist weiblich!“
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Aktuelle Entwicklungen und Studien belegen, dass die positive Entwicklung der Unternehmensnachfolgen durch Frauen und damit auch die deutsche Wirtschaft tatkräftige Unterstützung gut gebrauchen können. Deshalb findet am 23. Juni 2015 der Nationale Aktionstag unter dem Motto Nachfolge ist weiblich! statt.

Der Anteil an erfolgreichen Unternehmensnachfolgen durch Frauen ist in den letzten 10 Jahren auf mehr als 20 Prozent angestiegen. Während bei den Söhnen der Familienunternehmen die Übernahmebereitschaft eher rückläufig scheint, setzen die Töchter vermehrt ihren Nachfolgeanspruch durch. Immerhin ein Drittel der Familienunternehmen haben eine Tochter als Nachfolgerin vorgesehen. Befragungen zeigen, dass Nachfolgerinnen ihre Unternehmen effizient führen und dabei äußerst flexibel und verantwortungsbewusst agieren. So meistern besonders Frauen ungeplante Übernahmen erfolgreich, was ein erheblicher Erfolgsfaktor ist, wie die Ergebnisse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) 2014 unterstreichen. Denn fast drei Viertel der Unternehmen verfügen weder über einen Übergabeplan, noch einen Notfallkoffer für den Fall des plötzlichen Ausscheidens des bisherigen Firmeneigners.

Zukünftige Übergeberinnen denken in dieser Hinsicht verantwortungsbewusster. Oft stellen sie bereits im Alter von 50 Jahren erste Überlegungen zur betrieblichen Nachfolge und zur Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze an. Sie sind gleichermaßen offen für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger und damit weniger voreingenommen als ihre Kollegen, die zu 73 Prozent einen männlichen Nachfolger bevorzugen. Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) geht davon aus, dass im Zeitraum von 2014 bis 2018 ca. 135.000 aller Familienbetriebe, die 91 Prozent aller deutschen Unternehmen ausmachen, zur Übergabe anstehen. Vom unternehmerischen Generationswechsel sind rund 2 Millionen Beschäftigte betroffen. Zusätzlich erwartet das IfM Bonn bis zum Jahr 2020 einen Anstieg der zur Übergabe anstehenden Unternehmen: in Westdeutschland um 16,4 Prozent und in Ostdeutschland um 19,2 Prozent. Gleichzeitig geht infolge des demografischen Wandels die Zahl der Erwerbstätigen zurück und damit auch die Zahl derjenigen, die für eine Betriebsnachfolge in Frage kommen. Ab 2030 wird für 49 Prozent der Bevölkerung ein Alter von über 65 Jahren prognostiziert.

Vor diesem Hintergrund ist es für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtiger denn je, Frauen zu mobilisieren und sie aktiv in die unternehmerischen Nachfolgelösungen einzubeziehen. Frauen sind heutzutage bestens qualifiziert, zu rund 73 Prozent erwerbstätig und 43 Prozent gehen in die unternehmerische Selbständigkeit. „Das hohe Leistungspotenzial und die Ergebnisorientierung von Frauen sichtbar zu machen und für die Unternehmensnachfolge aufzuschließen ist eine zentrale Intention des Nationalen Aktionstag, der am 23. Juni unter dem Motto Nachfolge ist weiblich! deutschlandweit stattfindet“, so Iris Kronenbitter, Leiterin der bga.

Chefinnen gesucht: Bundesweiter Aktionstag

Rund 100 regionale Akteurinnen und Akteure in allen 16 Bundesländern beteiligen sich am Aktionstag. Sie bieten verschiedene Veranstaltungen und Aktionen an, um Interessierte über die Unternehmensnachfolge zu informieren, zu beraten, zu qualifizieren und zu vernetzen. Insbesondere potenzielle Übernehmerinnen sollen für die Unternehmensnachfolge als eine attraktive Form der beruflichen Selbständigkeit und die Übergeberfamilien für die Potenziale von Töchtern, Mitarbeiterinnen oder Externen bei der Betriebsnachfolge sensibilisiert werden. Die Angebote reichen von Präsenzveranstaltungen wie z.B. Sprechtagen, Podiumsdiskussionen und Coachings, über eine überregionale Expertinnen- und Expertenhotline der bga, bis hin zu Online-Publikationen und Web-Meetings. Die Akteurinnen und Akteure informieren regional über ihre Aktivitäten.

Aufmacherbild: Stack of hands via Shutterstock / Urheberrecht: cate_89

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