Social Entrepreneurship

Entrepreneur’s Pledge und soziales Unternehmertum
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50 Prozent des Gewinns soll an soziale und ökologische Projekte gehen. Dazu verpflichten sich die Unterzeichner des Entrepreneur’s Pledge, einer Social-Enterprise-Initiative aus Berlin.

Gründen für den guten Zweck

In der Business-Welt geht der Sinn für’s Soziale oft verloren. In Berlin wurde jetzt der Entrepreneur’s Pledge ins Leben gerufen. Unterzeichnet ein Gründer diesen, verpflichtet er sich, die Hälfte der Einnahmen in ein soziales oder ökologisches Projekt zu investieren. Der Pledge ist natürlich nicht rechtlich bindend. Die Unterzeichnenden werden allerdings öffentlich auf der Seite aufgeführt und es lässt sich leicht ergoogeln, wer sich wirklich daran hält. „Wir sind nicht naiv. Aber wenn die Hälfte in absehbarer Zeit etwas Soziales gründet, war es ein Riesenerfolg“ erklärt Zeiler dem Magazin Gründerszene.

The Entrepreneur‘s Pledge is a commitment by sustainable thinking entrepreneurs to dedicate their entrepreneurial gift to found at least one business that will reduce environmental & social harm to a minimum and invest at least 50% of the profits into a social or environmental cause.

Unter den Unterzeichnern finden wir bereits einige bekannte Gesichter. So auch die Gründer von Helpling, Delivery Hero, MyMuesli oder trivago. Je mehr Unternehmen teilnehmen und je erfolgreicher sie sind, desto mehr Geld kann durch den Entrepreneur’s Pledge gesammelt werden. Ziel sei es, über die Plattform mehr sozial-verantwortliche Unternehmen zu schaffen und den Gedanken des Social Entrepreneurship zu verbreiten.

Social Entrepreneurship: Sozialer Mehrwert statt Gewinnanhäufung

Beim Konzept des Social Entrepreneurship steht nicht primär der Profit im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, unternehmerisches Denken mit ein wenig Weltverbesserung zu kombinieren und nicht nur Gewinn, sondern auch einen sozialen Mehrwert zu schaffen. Ein Sozialunternehmen investiert zum Beispiel einen Großteil seiner Gewinne in soziale Projekte oder stellt sogar selbst ein solches Projekt dar. Immer mehr Unternehmen, sei es aus Imagegründen, Selbstverwirklichung oder aus tatsächlichem Altruismus unterstützen Projekte zu Armutsbekämpfung, Umweltschutz oder Menschenrechte.

Finanzierung von Sozialunternehmen oft problematisch

Für die Social Enterprises stellt vor allem die Finanzierung oft ein Problem dar, denn ein Teil des Gewinns fällt ja durch die sozialen Aktivitäten weg. In solch ein Unternehmen zu investieren, ist also im kapitalistischen Sinne nicht unbedingt die profitabelste Wahl für einen Investor. Daher gibt es Förderprogramme und Netzwerke, die die Social Entrepreneurs unterstützen. Allen voran die internationale Organisation Ashoka, die in 70 Ländern soziale Unternehmer mit einem Stipendienprogramm fördert.

Neben den Förderprogrammen gibt es auch Investoren, die sich auf die sozialen Gründungsprojekte fokussiert haben. In Deutschland sind zum Beispiel die Fonds BonVenture und der Social Venture Fund Risikokapitalgeber für die Startups. Benötigt ein Startup eine zusätzliche Finanzierung aus einem Kredit, ist die GLS-Gemeinschaftsbank ein guter Ansprechpartner. Bei der „ökologisch-sozialen“ Bank bekommen soziale Startups Kredite zu vergünstigten Konditionen.

Das Social Impact Lab bietet speziell den Sozialunternehmern einen Platz zum Arbeiten und zum Entwickelt ihrer Projekte. Den Co-Working Space gibt es mittlerweile in Berlin, Hamburg, Leipzig und Frankfurt.

Soziales Unternehmertum studieren

Mittlerweile gibt es sogar Studiengänge im Bereich des verantwortungsvollen Unternehmertums. Die Leuphana Universität in Lüneburg bietet zum Beispiel das Masterprogramm Sustainability Management an, an der Viadrina Universität in Frankfurt Oder kann man seinen Master in Public Policy machen und an der EBS Wiesbaden widmet sich der Fachbereich Social Business dem Bereich.Die Studiengänge sollen nicht nur unternehmerische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch sozial-verantwortliches Management unterrichten.

Auch die Münchener Social Entrepreneurship Akademie bietet Forschung und Lehre auf dem Gebiet und unterstützt die Unternehmer mit ihrem Netzwerk und Förderprogrammen. Die Tatsache, dass das soziale Unternehmertum sogar bis an die höchsten Bildungsstätten geschafft hat zeigt, wie relevant dieses Thema mittleweile geworden ist.

Umdenken in der Business-Welt?

Das Aufkommen des Social Entrepreneurship zeigt einen Wandel in der Business-Welt und der nackte Kapitalismus und das Anhäufen von Gewinnen spricht längst nicht mehr allen Unternehmern zu. Nichtsdestotrotz haben viele Unternehmen in Sachen Fairness und Verantwortung noch einiges nachzuholen, man schaue sich nur die jüngsten Nachrichten über die schlechten Arbeitsbedingungen in den Produktionshallen der Apple-Zulieferer an.

Ideen, wie der Entrepreneur’s Pledge oder der Giving Pledge, bei dem superreiche Unternehmer wie Warren Buffet und Bill Gates die Hälfte ihres Vermögens spenden, sind auf jeden Fall ein Anfang und auch ein Ausbau von Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten muss geschehen, damit die Sozialunternehmen in Zukunft zahlreicher werden.

 

Aufmacherbild: Sunshine and blue sky with flares in summer via Shutterstock / Urheberrecht: mjaud

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