flux – Berliner Startup will E-Mail, Messaging & Social Media bündeln [Interview]
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Neutrinity ist ein junges Startup aus Berlin. Die Gründer Jan Johannes und Daniel Rieth haben sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen, um einen Service anzubieten, der als Inbox für alle wichtigen Networks funktioniert. Während Jan sich um die Technik kümmert, ist sein Partner Daniel für das Geschäftliche verantwortlich. Eine erfolgsversprechende Kombi, die sich in riesen Schritten weiterentwickelt.

WebMagazin: Hallo Jan, Hallo Daniel. Ihr habt im Jahr 2012 neutrinity gegründet. Ihr strebt an, den Wust an multiplen Kommunikationskanälen aus E-Mail, Messaging und Social Media im Rahmen Eures flux Kommunikationstools, zu kanalisieren und wieder zu simplifizieren. So wollt Ihr den Schwerpunkt der Kommunikation wieder auf die Interaktion mit einzelnen Kontakten legen. Warum haltet Ihr flux für einen wesentlichen Mehrwert und wichtigen Beitrag für das Web? 

flux: Hallo Maja, erst mal Danke für dein Interesse an flux und für das Interview! Wie du bereits richtig sagst, kämpfen wir Nutzer uns alle täglich durch einen Wust an Accounts und Netzwerken, um unserere Online-Kommunikation aufrecht zu erhalten. Dabei vermischt sich berufliches mit privatem sowie wichtiges mit unwichtigem. Wir stehen mit den selben Kontakten über verschiedene Kanäle gleichzeitig in Verbindung und wissen manchmal gar nicht mehr, wo wir was mit wem besprochen haben. Da sprengt die Organisation der Kommunikation oft den Rahmen und wir verbringen mehr Zeit mit der Suche nach Inhalten unserer Gespräche, als dass wir uns mit den Leuten austauschen. Da liegt der Wunsch nach Vereinfachung nahe. Unser Traum ist es, mit flux den Menschen ein Werkzeug zu bauen, dass Kommunikation nicht nur vereinfacht, sondern ihnen auch die Kontrolle über ihre Kontakte und Konversationen zurückgibt. Man soll auf einfache Weise sehen können, was man mit wem besprochen hat und man soll mit ihnen aus der Zentrale, flux, kommunizieren können.

WebMagazin: flux bündelt die Kommunikation in einer Kombination aus sozialem Netzwerk und E-Mail Client. Ihr nennt das „the inbox for all networks“. Neben verschiedenen Email-Konten, soll die flux-App auf Facebook, Twitter, LinkedIn und Xing zugreifen. Strebt Ihr in Zukunft auch die Integration weiterer Kanäle, wie beispielsweise Google+ an? 

flux: Anfänglich möchten wir mit einem möglichst einfachen Produkt herausfinden, was unsere Nutzer wirklich wollen und brauchen. Dabei werden wir uns sicher erst einmal auf die von dir genannten Netzwerke konzentrieren und dabei speziell auf E-Mail-artige Nachrichten, die von Kontakt zu Kontakt direkt versendet werden. Chats oder andere Nachrichtenformen stellen wir zurück, bis wir unsere Nutzer besser verstehen. Langfristig wäre für flux natürlich die Einbindung aller global relevanten Netzwerke, wie z.B. Google+, der Hit. Denn flux ist von seiner Grundidee her ein globales Produkt. Wir machen also keinen Unterschied in welchem Teil der Erde ein Netzwerk mehr oder weniger genutzt wird. Netzwerke wie QZone in China oder VK.com in Russland haben heute bereits mehrere Hundert Millionen Nutzer. Wir gehen davon aus, dass auch diese Nutzer sich über flux freuen werden. 

WebMagazin: flux wird geräte- und plattformübergreifend konzipiert, um die Kommunikation stets synchron zu halten. Eure Prototypen zeigen ein Newsstream-basiertes GUI, das links Kontakte und Gruppen zur Auswahl bereitstellt. Wenn Ihr von voller Kontrolle über die eigenen Kontakte sprecht, was haben eure Nutzer dahingehend zu erwarten? Wird es neben Gruppen auch für Kontakte und Nachrichten Mail-Client-typische Funktionen geben, wie z.B. Tagging, Marker etc., oder werden in Zukunft möglicherweise weitere Mittel zur Datenorganisation bereitgestellt?

flux: Anfänglich halten wir die Funkionen eher minimalistisch. Wir bevorzugen, ein einfaches Produkt zu bauen, welches einwandfrei funktioniert. Es muss natürlich gut aussehen und einem das Gefühl geben, dass man etwas von übermorgen benutzt. Was dann genau folgt, wird sich noch zeigen. Wir haben natürlich große Träume und an die müssen wir uns langsam herantasten. 

WebMagazin: Bei den Startup Selection Days, veranstaltet vom Startupbootcamp Berlin, habt Ihr mit neun anderen Teams eine Finanzierung von 15.000 Euro erhalten. Ab August startet außerdem das drei-monatige Mentoring-Programm, in dessen Rahmen Euch die Mentoren bei der Weiterentwicklung Eurer Idee zur Seite stehen. Die Selection Days waren für alle teilnehmenden Teams eine harte Geduldsprobe, bei der es galt, Investoren während der Pitches von der eigenen Startup-Idee zu überzeugen. Habt Ihr damit gerechnet, als eines der zehn Gewinner-Teams ausgewählt zu werden? 

flux: Wir haben uns natürlich Chancen ausgemalt, da wir von uns und unserem Produkt überzeugt sind und wir an die große Sache glauben. Wir leben was wir tun und wußten, dass dieses Camp uns wirklich weiterbringen wird. Also wollten wir dabei sein und haben das dann auch so beim Universum bestellt. Aber mal ganz im Ernst, die anderen Teams waren auch sehr stark. Da sind tolle Leute am Start. 

WebMagazin: Aktuell arbeitet Ihr aus dem Coworking Space co.up in Berlin. Das Startupbootcamp sponsert den Selection Day Gewinnern auch Räumlichkeiten in den nächsten Monaten. Plant Ihr einen baldigen Umzug in ein eigenes Büro oder wollt Ihr diese Investition noch so flexibel wie möglich gestalten? 

flux: Neben den ganzen Annehmlichkeiten, dem direkten Austausch mit den Mentoren und den anderen Teams und dem Lebensgefühl, dass so ein Camp mit sich bringt, hat es natürlich auch finanzielle Relevanz, dass wir dort Arbeitsplätze und Infrastruktur bekommen. Wir ziehen nun erst einmal für die kommenden Monate dort ein und dann sehen wir weiter. 

WebMagazin: flux befindet sich in der Pre-Beta-Phase. Interessierte können sich für das BetaTesting anmelden, um Euch dabei zu unterstützen, ein effizientes und nutzergerechtes Kommunikationstool zu erschaffen. Was haben die Beta-Tester zu erwarten? Welche Features sind umsetzungstechnisch noch eher rudimentär? 

flux: Wir konzentrieren uns derzeit auf Nachrichten und Kontakte und darauf, dass der Nutzer mit diesen möglichste intuitiv agieren kann. Das bedeutet nichts anderes, als dass wir flux ein „Gefühl“ einbauen müssen. Welche detailierten Features dann letztendlich in welcher Phase dazukommen und getestet werden, ist heute noch nicht absehbar. Es ist noch einiges an Arbeit nötig, um dahin zu kommen.

WebMagazin: Ihr habt innerhalb weniger Monate Großartiges auf die Beine gestellt und steht nun kurz vor der Marktreife. Wann ist der Launch von flux geplant? 

flux: Danke für die Loorbeeren! Es fühlt sich auch großartig an. Marktreif ist natürlich ein wuchtiges Wort und würde beinhalten, dass wir schon genau wissen, was der Markt will und was wir davon umsetzen werden. Auch wenn wir schon einiges bewegt haben, stehen wir dennoch erst am Anfang unseres Weges. Für uns wäre es ein toller Erfolg, wenn wir der Welt ab 2014 ein erstes, fertiges flux präsentieren könnten.

WebMagazin: Zum Ende des Mentorings findet der Startupbootcamp Investor Demo Day statt. Die Gelegenheit, sich einen erfolgreichen Pitch Investor ins Boot zu holen. Wie schätzt Ihr Eure Chancen ein? Und welche Dinge wollt Ihr bis dahin bereits in trockenen Tüchern haben?

flux: Wir werden uns Fachleute an unsere Seite holen, die uns in allen Aspekten auf den Prüfstand stellen sollen. Dabei wird nichts ausgespart, egal ob Technik, Marketing oder Strategie. Wir wollen zum Demo Day auf die Bühne treten und keinen Zweifel daran lassen, dass wir in Zukunft die Welt der Kommunikation mitgestalten werden. 

WebMagazin: Und um mehr über Eure Zukunftsvision zu erfahren: Was ist Eure Exit-Strategie, solltet Ihr am Ende des Programms keine Investoren für Euer Projekt gewinnen können? Oder anders gefragt: Macht Ihr auch ohne finanziellen Support weiter bzw. werdet Ihr flux dann selbstständig weiter entwickeln und weiterhin auf die Suche nach Unterstützung gehen? Oder glaubt Ihr, dass das Startupbootcamp und deren Mentoren-Netzwerk Euch in Zukunft ausreichend Handwerkzeug, Kontakte und Support an die Hand geben wird, um Eure Idee zeitnah zu verwirklichen? 

flux: Wir sind mit all den lieben Menschen und großartigen Helfern um uns herum davon überzeugt, dass wir mit unserer Idee und der Umsetzung Erfolg haben werden. Wir werden flux selbstverständlich entwickeln, wie der Weg aussieht, den wir dabei gehen, dass wird sich zeigen. Die Unterstützung auf unserem Weg durch das Startupbootcamp und die Mentoren ist ja genau der Grund, warum wir an diesem Programm teilnehmen. Wir wissen, dass es super wird und machen gemäß unserem Leitspruch „Action: all in“.

WebMagazin: Wir bedanken uns recht herzlich für das ausführliche Interview und drücken die Daumen für die Zukunft, ganz gemäß Eurem Leitspruch „Action: all in“.

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