Startup Berlin

Gehälter und Gutscheine: Startup OptioPay im Interview
Kommentare

Das Startup OptioPay will höhere Gehaltsauszahlungen für Arbeitnehmer ermöglichen, die Prozesse bei Arbeitgebern verringern und gleichzeitig auf Gutscheinen basierendes Performance Marketing bieten. Wie das funktioniert erklären die Gründer im Interview.

WebMagazin: Erklären Sie doch bitte das Prinzip von OptioPay, wie funktioniert Ihre Idee?

Mit OptioPay wollen wir Unternehmen ermöglichen kunden- und mitarbeiterorientierte Auszahlungen zu tätigen. Dazu haben wir eine Auszahlungsplattform entwickelt, welche Zahlungen wie Gehalt, betriebliche Zusatzleistungen, Rückzahlungen oder Stornierungen verarbeitet. Auf dieser Plattform können Zahlungsempfänger neben klassischen Auszahlungsmethoden, wie z.B. Banküberweisung, auch höherwertige Gutscheine namhafter Anbieter auswählen.

In unserem Konzept gibt es drei entscheidende Akteure: Die Auszahlenden, also ein Arbeitgeber, eCommerce Shop oder auch eine Versicherung, die Zahlungsempfänger und die Gutscheinanbieter. OptioPay stellt die Schnittstelle zwischen Ihnen dar und bietet allen Akteuren einen Mehrwert.

Ein kurzes Beispiel: Ein Unternehmen tätigt seine Gehaltszahlungen über OptioPay. Alle Mitarbeiter haben nun die Möglichkeit zu wählen, wie sie Ihre Auszahlungen erhalten wollen. Anstelle einer 1000€ Nettolohn Überweisung kann der Mitarbeiter wählen z.B. 800€ wie gewohnt auf sein Girokonto zu empfangen und die restlichen 200€ in einen 220€ Zalando Gutschein zu konvertieren. Dies, kostenlos für den Arbeitgeber und steuerfrei für den Arbeitnehmer.

WebMagazin: Was macht OptioPay besonders, wer sind Ihre Mitbewerber und was unterscheidet Sie vom Rest?

OptioPay schafft eine Win-Win-Win Situation: Während auf der einen Seite auszahlende Unternehmen wie beispielsweise Arbeitgeber ihre Attraktivität steigern und mit uns Aufwand und Kosten reduzieren, erhalten auf der anderen Seite Zahlungsempfänger wie z.B. Arbeitnehmer mehr von Ihren Zahlungen und profitieren von einer größeren Flexibilität der Auszahlungsmöglichkeiten. Zu guter Letzt freuen sich werbende Unternehmen über neue Kunden und eine höhere Kaufkraft, da sie in dem Moment werben, in dem potenzielle Käufer Geld erhalten. Somit ermöglichen wir eine neue Art des Performance Marketings.

Für Gehaltsauszahlungen gibt es einige Softwareanbieter, allerdings wickelt OptioPay jegliche anderen Arten von Zahlungen wie Rückerstattungen, Stornierungen oder Zusatzleistungen ab. Außerdem ist der Mehrwert, den wir durch höherwertige Gutscheine ermöglichen, einzigartig und für Arbeitgeber kostenlos.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befinden Sie sich gerade bzw. wann sind Sie live gegangen? Wie werden Sie finanziert?

Wir haben in den letzten Monaten unser Gutscheinanbieternetzwerk stark ausbauen können und dürfen Firmen wie Zalando, Lieferando, reBuy.de und Westwing zu unseren Partnern zählen. Zur Zeit fokussieren wir uns weiterhin darauf, verschiedene Gutscheinanbieter als Partner zu werben, um Zahlungsempfängern eine große Auswahl an Auszahlungsmethoden bieten zu können. Im dritten Quartal 2015 werden wir dann live gehen.

Wir konnten Ende letzten Jahres unsere erste Finanzierungsrunde mit 1,4 Mio. Euro von bekannten Deutschen Internet Investoren, sowie der KfW Bank schließen.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Ihres Monetarisierungskonzeptes, wie verdienen Sie Geld?

Mit unserem erfolgsbasiertem Business Model nehmen wir erst dann eine Provision von den Gutscheinanbietern, wenn der Gutschein vom Zahlungsempfänger gewählt wurde. Somit arbeiten wir 100% erfolgsbasiert. Bei den Kosten orientieren wir uns an den durchschnittlichen Customer Acquisition Cost der Werbenden. Arbeitgebern entstehen durch die Nutzung von OptioPay keine Kosten.

WebMagazin: Wie sind Sie auf die Idee von OptioPay gekommen und was haben Sie vorher gemacht?

Unser Gründer Marcus hat sich bereits während seiner Zeit als CEO von reBuy.de, Deutschlands führenden Online-Händler für Gebrauchtwaren, mit der Optimierung von Auszahlungen generell und spezifisch Netto-Gehältern durch ein effektiveres Bonussystem beschäftigt. Bestehende Systeme wie Essensgutscheine oder Prepaid-Kreditkarten stellten dabei keine zeitgemäße und zu kostenintensive Lösung dar. Das Potenzial, das die Digitalisierung mit sich bringt umfasst viele Vereinfachungen und ermöglicht es Schnittstellen zwischen mehreren Akteuren zu schaffen. Daraus ist letztlich unsere innovative Lösung für eine Auszahlungsplattform mit höherwertigen Gutscheinen entstanden.

WebMagazin: Und zum Schluss, warum Berlin?

In Berlin zu gründen war für uns immer klar. Zum einen ist Berlin als Startup Hub Europas ein entscheidender Standort für uns. Zum anderen ist die hohe Zahl an Talenten aus verschiedensten Nationen im Hinblick auf eine globale Ausrichtung sehr spannend. Dies spiegelt sich auch in unserem Team wieder. Mit aktuell 70% internationalen Mitarbeitern zeigt sich, dass Berlin ein großer Anreiz für internationale Talente ist.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -