Global Office – Arbeiten im internationalen Büro
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Vor allem in der Startup-Szene und in international ausgerichteten Städten wie Berlin wird die Bürobelegschaft immer multikultureller. Im Team des WebMagazins gibt es zum Beispiel Mitarbeiter aus Deutschland, Ecuador, Venezuela, Indien, Hongkong, Italien, Großbritannien, Irland etc. Manchmal ist es gar nicht so einfach, all diese verschiedenen Menschen und Kulturen unter einen Hut zu kriegen.

Mit ein paar einfachen Mitteln schafft man es, dass trotz der ganzen Diversität ein Team als Einheit funktioniert. Wir haben unsere Mitarbeiter einmal gefragt, welche Aspekte des deutschen Büroalltags sie besonders schwierig finden, was ihnen dabei helfen könnte, mit diesen Problemen klarzukommen und wie ein internationales Team am besten zusammenwachsen könnte.

Sprachbarrieren überwinden

Das größte Problem ist wohl die Sprachbarriere. Im Global Office kommen Menschen mit verschiedenen Muttersprachen zusammen. Dadurch kann es passieren, dass sich die einzelnen Mitarbeiter gar nicht oder nur schwierig miteinander verständigen können. Das führt zwangsweise dazu, dass diejenigen ausgeschlossen werden, die der Bürosprache nicht mächtig sind.

Um diese Kommunikationsbarriere zu verhindern, ist es unbedingt nötig, dass man sich auf eine Lingua Franca einigt, die alle im Büro sprechen können. In den meisten internationalen Büros, so auch in unserer Redaktion, hat sich Englisch etabliert. Diese Unternehmenssprache sollte aber nicht nur an der Kaffeemaschine benutzt werden, sondern in allen für die Mitarbeiter relevanten Bereichen verwendet werden.

Es ist hilfreich für alle, wenn beispielsweise auf Englisch Meetings gehalten, Mails geschrieben und Dokumente verfasst werden. Klappt es mit der Verständigung, ist auch der interkulturelle Austausch und das Knüpfen von Kontakten viel einfacher.

Integration ankurbeln

In einem internationalen Büro mit Mitarbeitern aus verschiedenen Ländern kann man häufig Grüppchenbildung beobachten; häufig ist die Belegschaft aufgespalten in die „Locals“ und die „Internationals“. In manchen Firmen sei es schwierig sich mit den deutschen Mitarbeitern zu mischen, erzählt ein Kollege.

Das läge aber weniger an der Bereitschaft der Internationals sich zu integrieren, als an dem Desinteresse der deutschen Mitarbeiter. Häufig werde nach der Arbeit noch etwas unternommen, aber die Locals nehmen meistens nicht daran teil.

Im Allgemeinen hilft es immer, wenn die einzelnen Arbeitsgruppen im Büro gemischt sind oder sich Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern zumindest einen gemeinsamen Arbeitsplatz teilen. Wirken alle an gemeinsamen Projekten mit, ensteht schnell ein Gemeinschafftsgefühl. Sollte dies aufgrund der Aufgabenverteilung nicht möglich sein, kann man der Grüppchenbildung gezielt entgegenwirken, indem man Aktionen vor dem Feierabend organisiert, bevor sich alle auf den Heimweg machen.

Konkret kann das Ganze folgendermaßen aussehen: Im Büro des WebMagazins gibt es alle zwei Wochen die sogenannte Creative Time. Das sind zwei Stunden mit Kalligraphie-Workshops, Programmierkursen oder Museumsbesuchen. Hier kommen alle Mitarbeiter zusammen und unternehmen etwas außerhalb der Arbeitsabläufe.

So lernt man sich kennen und verliert die Scheu voreinander. In anderen Unternehmen finden zur Mittagspause internationale Buffets statt. Hier bringen alle etwas Essbares aus ihrer Heimat mit. Das verbessert die Cultural Awareness, denn alle können etwas über die Kultur der Anderen lernen. Auch Team Building geht durch den Magen.

Mentorenprogramm einrichten

Vor allem die deutsche Bürokratie scheint besonders verwirrend zu sein. Um internationalen Kollegen mit dem anfallenden Papierkram zu helfen, ist eshilfreich, einen Mentor zu ernennen. Dieser ist Ansprechpartner für alle möglichen Probleme auch außerhalb des Büros. Wie finde ich am besten eine Wohnung?

Wie melde ich meinen Wohnsitz an? Wie eröffne ich ein Bankkonto? Vor allem, wenn noch die oben genannte Sprachbarriere hinzukommt, können diese Dinge schwierig zu meistern sein. Ein Mentor kann dabei helfen, Formulare auszufüllen, Anrufe zu tätigen oder einfach nur das beste Restaurant für die Mittagspause empfehlen.

Vorteile eines internationalen Teams

Ein internationales Team aufzubauen lohnt sich. Das haben viele Unternehmen schon erkannt. Nicht nur wegen des Fachkräftemangels macht es Sinn, Mitarbeiter aus anderen Ländern ins Boot zu holen. Die Internationals bringen unterschiedliche Stärken mit, die das deutsche Team ergänzen. Sie kennen Land und Kultur von internationalen Kunden und Absatzmärkten und verfügen über ein breites Spektrum an Know-How.

Außerdem bringen sie neue Perspektiven und Ideen mit und fördern so die Kreativität und Produktivität im Unternehmen. Sollte es bei dem bunten Mix der Kulturen dann doch mal zu Problemen oder Missverständnissen kommen, gilt vor allem eins: Reden hilft!

Aufmacherbild: Concept of businessman that plans a global business via Shutterstock / Urheberrecht: alphaspirit

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