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Helpling – ein Startup vermittelt Reinigungshilfen
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Wer die Dienste von privaten Putzhilfen in Anspruch nehmen möchte, steht vor dem Dilemma, einen fremden Menschen in die eigenen Vier Wände zu lassen. Schließlich ist der Reinigungsmarkt dafür bekannt, dass besonders viele Schwarzarbeiter in dieser Branche unterwegs sind. Das Startup Helpling vermittelt über seine Plattform Reinigungskräfte. Benedikt Franke verantwortet bei Helpling die Bereiche Marketing, Finance und Human Ressources. In folgendem Interview gewährt er uns einen Einblick in die Strukturen und Ziele des Startups.

Erklären Sie uns doch bitte das Prinzip von Helpling, wie funktioniert Ihre Idee?

Eine Putzhilfe zu finden, war vor Helpling mit einer wochenlangen Suche in Kleinanzeigen oder über Bekannte verbunden. In der Regel endete dies mit der Beschäftigung über den Schwarzmarkt. Auf unserer Website oder per App geben Kunden ihre Adresse ein, wählen die Dauer der Reinigung sowie den Termin aus. Anschließend bezahlen sie online und können den Service in einem 5-Sterne-System bewerten. Helpling prüft die Qualifikation und das Führungszeugnis. Alle vermittelten Reinigungskräfte sind haftpflicht- und unfallversichert und als selbständige Dienstleister gemeldet, arbeiten also legal. Die Kosten des Services können die Kunden deshalb bis zu 20% von der Steuer absetzen.
Es war noch nie so einfach, die zeitraubende Putzarbeit auszulagern. Mit unserem Service wollen wir mehr Freiraum für die schönen Dinge des Lebens schaffen: Familie, Freunde und Freizeit.

Was macht Helpling besonders, wer sind Ihre Mitbewerber und was unterscheidet Helpling vom Rest?

Wir können selbstbewusst behaupten, dass wir die beste Lösung anbieten – sowohl für die Reinigungskräfte als auch für die Kunden. Unser Kundenservice ist 7 Tage die Woche verfügbar. Mit der strengen Prüfung des polizeilichen Führungszeugnisses ist unser Auswahlverfahren strikter als das anderer. Auch in Sachen Bedienoberfläche setzen wir Maßstäbe: Zum Beispiel waren wir der erste Anbieter mit iOS und Android-App.

Es gibt zahlreiche global agierende Wettbewerber, aber wir sind der weltweit am weitesten verbreitete Anbieter. Unser Produkt und unsere Prozesse, die wir für Helpling in Deutschland entwickelt haben, konnten wir sehr schnell auf neue Märkte übertragen und anpassen. Bereits 60 Tage nach dem Markteintritt in Berlin war unser Service in vier weiteren europäischen Ländern verfügbar. Heute sind wir auf 5 Kontinenten in 12 Ländern in 200 Städten verfügbar. Und wir sehen, dass unsere Angebot in Sao Paulo oder Sydney genauso gut angenommen wird, wie in Paris oder Berlin.

Auf welcher Entwicklungsstufe befinden Sie sich gerade?

Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches erstes Jahr zurück. Wir sind überwältigt, wie beide Seiten – sowohl Kunden als auch Reinigungskräfte – in kürzester Zeit unser Angebot angenommen haben. Der einzigartige Start in Deutschland hat es uns u.a. ermöglicht, unser Geschäftsmodell bereits wenige Wochen nach dem Start in vier weiteren europäischen Ländern auszurollen. Derzeit bedienen wir mehr als 100.000 Haushalte in den 12 Ländern, in denen wir verfügbar sind. Alleine in Deutschland vermitteln wir Aufträge an mehrere tausend Dienstleister. Doch wir befinden uns erst am Anfang unserer Entwicklung! Wir arbeiten jeden Tag intensiv an der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer Technologie. Unsere App, die bereits in nur einem “Touch” eine Buchung ermöglicht, soll noch nutzerfreundlicher werden und das Kundenerlebnis noch einzigartiger. Grundsätzlich fokussieren wir uns derzeit auf die Expansion innerhalb der bestehenden Länder. Helpling soll zum Synonym für Unterstützung im Haushalt werden und wir sind auf einem guten Weg dorthin.

Was sind die Grundpfeiler von Helpling, wie verdienen Sie Geld?

Eine Stunde Reinigung kostet bei Helpling bei einem einmaligen Auftrag 14,90 Euro und bei einem regelmäßigen Auftrag 12,90 Euro. Wir berechnen eine Provision von 20%, die wir für die Haftpflicht- und Unfallversicherung, für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Internetplattform, für den Kundenservice sowie für das Marketing zur Gewinnung neuer Kunden einsetzen. Darüber hinaus trägt Helpling die Kosten der Zahlungsabwicklung, zum Beispiel die Kreditkartengebühren. Entscheidend ist, dass unsere Kunden unseren Service dauerhaft und regelmäßig nutzen. Sowohl diejenigen, die einen Helpling buchen, als auch die Dienstleister. Nur so können wir nachhaltig wachsen. Dies gelingt uns derzeit sehr gut. Zudem gewinnen wir jeden Monat eine fünfstellige Anzahl von Kunden und mehrere tausend Dienstleister hinzu.

Wie ist die Idee von Helpling entstanden und was haben die Gründer vorher gemacht?

Obwohl Konsumenten bereits seit Jahren Schuhe oder Elektronik – also Produkte – online kaufen, haben wir gesehen, dass Dienstleistungen online immer noch nach dem Vorbild von Kleinanzeigen aus der Tageszeitung angeboten werden. Ein entscheidender Moment war dann die schnelle Verbreitung der Taxi-Apps. Für uns lag es nah, die Vorteile der On-demand Dienstleistung für Haushalte nutzbar und Dienstleistungen auf diese Weise online konsumierbar zu machen.

Wir haben uns dann den Markt ausgesucht, der heute am schlechtesten funktioniert. Im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen können wir den größten Mehrwert schaffen. Hier herrscht bei den wichtigsten Themen völlige Intransparenz, z.B. beim Preis, der Sicherheit und der Qualität. Das liegt auch daran, dass der Reinigungsmarkt derzeit zu 90% “schwarz” funktioniert – und das stellt für Reinigungskräfte und ihre Kunden erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken dar. Helpling professionalisiert und legalisiert diesen kaputten und intransparenten Markt.
Mit helpling.de ermöglichen wir es, einen legalen, geprüften und versicherten Dienstleister online in 60 Sekunden zu buchen. Wir wollen führend dabei sein, Dienstleistungen online verfügbar und direkt buchbar zu machen und sehen hier eine globale Chance.

Vor der Gründung der Latin American Group war ich als COO für MyCityDeals tätig sowie als Head of HR für Rocket Internet und habe auch verschiedene Startups unterstützt. Nach meinem Abschluss an der Universität Bayreuth und der ESCP London habe ich als Associate bei der Boston Consulting Group gearbeitet.

Warum hat Helpling den Titel webinale Startup des Jahres verdient?

Schon heute haben wir allein in Deutschland tausenden Reinigungskräften geholfen, legale Aufträge zu bekommen. Im gleichen Zug haben wir über mehreren zehntausenden Kunden legale Reinigungskräfte vermittelt.

Wir blicken auf ein sehr ereignisreiches und erfolgreiches Jahr zurück. Was wir zusammen mit unserem Team erreicht haben, macht uns unheimlich stolz. Jeden Tag arbeiten wir hart an der Vision, haushaltsnahe Dienstleistungen so transparent und einfach wie möglich zugänglich zu machen. Wir sehen jeden Tag, dass wir mit unserem Service sowohl den Kunden als auch den Dienstleistern einen echten Mehrwert bieten. Durch den Austausch mit den Reinigungskräften erfahren wir von beeindruckende Geschichten, wie unser Produkt ihr Leben verändert hat. Das reicht von der spanischen Studentin, die über Helpling ihr Studium in Deutschland finanziert, bis hin zum Ex-Banker, der seinem Finanzjob den Rücken gekehrt hat oder der vierfachen Mutter, die dank der freien Zeiteinteilung bei Helpling sich viel flexibler ihren Kindern zuwenden kann. Von der Kundenseite hören wir immer wieder, dass wir ihnen eine Lösung für ein echtes Problem bieten: Einer von uns durchgeführten repräsentativen Umfrage zu Folge wünscht sich jeder dritte deutsche Haushalt Unterstützung im Haushalt. Wir richten uns explizit an alle, die den Schwarzmarkt ablehnen und eine vertrauenswürdige und qualifizierte Haushaltshilfe suchen.

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