Startup-Interview

iTiZZiMO: Augmented Reality für die Industrie 4.0
Kommentare

Wearables wie die Google Glass sind vor allem für die Industrie 4.0 interessant. Es gibt allerdings erst wenig markttaugliche Software. Softwarefirma iTiZZiMO hat eine davon entwickelt und stellt sie uns vor.

Das Startup iTiZZiMO entwickelt Software für die Industrie 4.0.. Mit dieser lassen sich Daten auf Wearables wie die Google Glass übertragen und in einem Augmented Reality Umfeld abrufen. Das Besondere hier ist, dass sich die Anwendungen problemlos in rigide Backend-Software, wie SAP, integrieren lässt und Daten dort herausziehen und interpretieren kann. iTiZZiMO CEO Reza Etemadian erklärt uns im Interview sein Konzept.

WebMagazin: Erklär uns doch bitte das Prinzip von iTiZZiMO, wie funktioniert Eure Idee?

Mit unserem Simplifier haben wir eine Plattform geschaffen, mit deren Hilfe Unternehmensanwendungen zukünftig auf einer technologischen Basis entwickelt werden können. Prozessrelevante Informationen werden aus den datenhaltenden Systemen auf beliebigen Endgeräten  bereitgestellt und können dort bequem bearbeitet oder ergänzt werden. Die aktualisierten Daten fließen dann wieder in das angeschlossene Backend-System zurück. Der ganze Prozess geschieht, ohne dass sich der Nutzer über Herkunft oder weitere Speicherung der Daten Gedanken machen muss. Abgerundet wird diese neue Art des Arbeitens von einer User Experience, die wir bislang nur aus dem privaten Bereich von gängigen Apps kannten.

Mit der sukzessiven Ablösung und Konsolidierung von unternehmenseigenen Insellösungen durch den Simplifier werden komplex gewachsene IT-Strukturen von Unternehmen aufgebrochen und einfacher gestaltet. Besonders dabei ist, dass sich der Simplifier in die bestehende IT-Struktur integriert und prozessbasiert arbeitet, das bedeutet, dass die datenhaltenden Systeme wie SAP unangetastet bleiben und nur als Datenlieferant fungieren.

WebMagazin: Was macht iTiZZiMO besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Generell gibt es in Deutschland nur wenige Mitbewerber, die sich mit der Verknüpfung von Wearables und ERP-Systemen befassen. Was uns unterscheidet? Zunächst ist das die fachliche Komponente der Systemintegration. Es gibt Prozesslösungen anderer Anbieter, doch fügen diese sich bislang nicht so nahtlos in bestehende Strukturen ein, wie es der Simplifier von iTiZZiMO vermag. Ein weiteres Unterscheidungskriterium liegt im Zwischenmenschlichen. Wir arbeiten kreativ an immer neuen Innovationen, haben uns aber dabei eine kindliche, unkonservative Grundhaltung beibehalten. Dadurch, dass wir uns auch privat alle gut verstehen, können wir gemeinsam effektiv an einem Strang ziehen. Kompetenz- oder Hierarchiegerangel gibt es bei uns nicht. Das sorgt für eine positive Stimmung und gute Ideen.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet ihr euch gerade bzw. wann seid ihr live gegangen? Wie werdet ihr finanziert?

Wir befinden uns mit diversen Kunden in der Planungs- und Entwicklungsphase. Richtig los geht es dann im ersten Quartal 2015. Derzeit finanzieren wir uns maßgeblich übers Projektgeschäft.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Wir arbeiten  an einer Cloud-Lösung / onPremise Lösung , für die es Benutzer- und Entwicklerlizenzen gibt.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von iTiZZiMO gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Das Management war jahrelang in den verschiedensten Bereichen tätig. Hier vereinigen sich Erfahrungen aus dem Unternehmensumfeld SAP, dem großer Energieversorger und der Öl- und Gasindustrie. Komplett wird das Paket mit der Expertise in Augmented Reality. Diese Kombination führte zu der Idee, prozessrelevante Daten kontextsensitiv zur Verfügung zu stellen und IT anwendungsfreundlicher und einfacher zu machen. Der bereits erwähnte Simplifier fungiert als technologische Basis, um diese Herausforderung in den komplexen IT-Strukturen von Unternehmen umsetzen zu können.

WebMagazin: Ihr macht jetzt ein zusätzliches Büro im Valley auf. Welchen Vorteil hat dieser Standort gegenüber deutschen Standorten?

Wir werden unsere deutsche Zentrale nicht aufgeben und unseren Standort in die USA verlagern. Aber für uns ist diese Internationalisierung natürlich ein bedeutender Schritt und eröffnet uns Kontakte zu möglichen Investoren, die aus einem deutschen Büro sicher nicht so einfach möglich wären. Dass wir vor Ort sind, bietet uns viele Möglichkeiten.

 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -