Kickstarter-Kampagne: 11 Tipps für erfolgreiche Finanzierung
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Crowdfunding hat sich schnell von einem Buzzword hin zu einem gängigen Finanzierungsmodell entwickelt. Crowdfunding bedeutet so viel wie Schwarmfinanzierung. Dabei unterstützen mehrere Geldgeber ein auf einer Crowdfunding-Plattform veröffentlichtes Projekt.

Das bekannteste Crowdfunding-Portal ist zweifelsohne Kickstarter, welches mit seiner aktuellen Erfolgen auch deutsche Crowdsourcing Plattformen in den Schatten stellt. Schon viele Jungunternehmer haben die im April 2009 gegründete Plattform als finanzielles Sprungbrett für ihre Ideen genutzt. Vergangenen März hat Kickstarter verkündet, dass die Spendensumme aller erfolgreich abgeschlossenen Funding-Aktionen bereits eine Milliarde US-Dollar überschritten hat. 

Kickstarter in Deutschland

Momentan sind deutsche Founder, die bei Kickstarter ihre Projekte einreichen wollen, auf Partner aus dem Ausland angewiesen, was einen sehr hohen bürokratischen Aufwand mit sich bringt. Das soll sich ab dem kommenden Herbst ändern. Dann soll nämlich die Teilnahme auch für Projekte aus Deutschland möglich werden.

Kickstarter und die hohen Erfolgsquoten

Über 40 Prozent aller bei Kickstarter eingereichten Projekte konnten bis jetzt erfolgreich finanziert werden. Das ist eine Erfolgsquote, die sich durchaus sehen lassen kann. Das liegt nicht nur daran, dass die Geldgeber scheinbar überdurchschnittlich spendabel sind, sondern vor allem daran, dass die Gründer sehr viel Zeit in ansprechende und durchdachte Kampagnen investieren. Es ist also sinnvoll, sich jetzt schon eine ausgeklügelte Strategie zu überlegen, wie man vom Crowdfunding profitieren kann.

Wir haben für Euch elf Tipps zusammengetragen, damit Ihr Eure Crowdfunding-Ziele erreichen und übertreffen könnt. 

1. Die Arbeit fängt vor dem Kickstarter-Launch an

Wie Kickstarter berichtet, kommt zwar ein Teil der Finanzierung von Geldgebern, die keine persönliche Verbindung zum Projekt und den Gründern haben. Doch besonders Menschen, die sich schon im Vorfeld der Aktion mit dem Produkt und dem Unternehmen auskennen, werden ihren finanziellen Beitrag zum Erfolg leisten. Tatsächlich hilft es, noch im Vorfeld der Veröffentlichung E-Mails und Nachrichten an Freunde, Bekannte, Kollegen und Geschäftspartner rausschicken und diese zu bieten, die Botschaft weiterzutragen. Baut ein Netzwerk auf und erweitert Eure Reichweite, bevor Ihr das Projekt launcht. 

2. Der effektive Einsatz von Social Media 

Unumgänglich ist der Einsatz der Social-Media-Plattformen. Nutzt diese, um die Informationen zu Eurem Vorhaben noch vor dem Launch des Projektes in die Welt zu tragen. Ist die Idee wirklich unterstützenswert, wird sich diese im besten Fall dank viralem Effekt durch die Social Media verbreiten. So gewinnt Ihr schnell die ersten Geldgeber für Euch. Bedient dabei alle Kanäle, die Euch zur Verfügung stehen. Ob Facebook, Twitter, Google+, Instagram, Tumblr oder LinkedIn – versucht, so viele Menschen wie möglich mit Eurer Botschaft zu erreichen.

3. Informiert die Presse über Euer Projekt

Journalisten sind immer auf der Suche nach neuen spannenden Geschichten. Am interessantesten sind dabei unbekannte Projekte mit großem Potenzial. Stellt eine übersichtliche Pressemitteilung zusammen, ergänzt diese mit dem nötigen Bildmaterial und raus damit in die Welt – immer begleitet durch eine persönliche Nachricht. Massenmails, die auch deutlich als solche zu erkennen sind, bringen nur wenig. Sollte das Projekt der Tech-Branche angehören, so schreibt doch einfach das WebMagazin an. Wir berichten regelmäßig über spannende Crowdfunding-finanzierte Projekte.

4. Begeistert ganze Communities für das Projekt

Solltet Ihr beispielsweise eine neue Espresso-Maschine finanzieren wollen, wird es eine Menge Communities geben, die daran Interesse haben können. Kaffee-Liebhaber, Baristas, Café-Betreiber usw. Schreibt diese an und stellt Euer Projekt vor. Sollte ein bekannter Barista sich für die Idee begeistern und diese mit seiner Community über die Social Media teilen, wird das einen positiven Impact auf den Erfolg der Kampagne haben.  

5. Sorgfältige Projektplanung ist das A und O

Jedes öffentlich finanzierte Projekt will sorgfältig geplant werden. Denkt daran, dass im besten Fall hunderte, wenn nicht tausende Menschen sich an der Finanzierung beteiligen werden. Es bedarf einer einwandfreien Projektführung, die Masse an Informationen (E-Mails, Namen, gespendete Summen und versprochene Gegenleistungen) im Auge zu behandelt. Wie man dies tut, solltet Ihr Euch vorher genau überlegen.

6. Bei Finanzierungszielen am Boden der Tatsachen bleiben

Das festgelegte Finanzierungsziel sollte nicht der unrealistischen Wunschvorstellung der Gründer entsprechen, sondern dem tatsächlichen Bedarf für die Umsetzung des Projektes. Es ist schon oft vorgekommen, dass Kickstarter-Projekte weit über das Ziel hinaus finanziert werden und mehrfach das ursprüngliche Finanzierungsziel übertreffen. Doch das sollte den Geldgebern überlassen werden. Wer ein Projekt launcht, das einen echten Nutzen für die User bedeutet, der wird überrascht sein, wie schnell beeindruckende Summen eingenommen werden können.

Sollte das Projekt erfolgreich finanziert werden, behält Kickstarter fünf Prozent der Einnahmen und außerdem fallen weitere drei bis fünf Prozent der Gesamtsumme als Kreditkarten-Gebühr an. Bei dem Festlegen des Finanzierungsziels sollten diese unbedingt Abgaben berücksichtigt werden. 

7. Richtige Laufzeit des Projektes wählen

Kickstarter-Statistik hat gezeigt, dass Projekte, die 30 oder weniger Tage laufen, die höchsten Erfolgsraten aufweisen. Ein Projekt kann auch für 60 Tage eingestellt werden, aber dann scheint das Endziel so weit weg zu liegen, dass der eine oder andere Interessent theoretisch gerne was beitragen würde, aber das womöglich auf einen späteren Zeitraum verschiebt, um es dann erfolgreich zu vergessen. Kürzere Laufzeit  des Projektes motiviert die Geldgeber.

8. Die richtigen „Pledges“ anbieten

Geldgeber bekommen auf Kickstarter sogenannte Pledges (Belohnungen) von den Gründern des Projektes. Was das genau sein wird und ab welcher Summe die Unterstützer auf besonders hochwertige Pledges hoffen können, entscheidet Ihr selbst.

Doch sollte jemand 100 Euro investiert haben, ist es nicht ausreichend, ihm nur die Kopie des Buches oder der CD zu schicken. Denkt Euch faire Pledges aus, die genügend Anreiz für die Geldgeber schaffen.

Kickstarter analysiert regelmäßig das Verhalten der Geldgeber und hat mittlerweile ausreichend Informationen, um nützliche Tipps zu geben. So haben sich in der Vergangenheit Limited Editions eines Produktes als besonders reizvoll erwiesen.

Kickstarter gibt zusätzlich an, dass die beliebteste Spendensumme bei 25 Dollar liegt. Projekt-Gründer bestimmen mögliche Spendensummen an. Diese sollten grundsätzlich breitgefächert sein. Fangen die Pledges bei 100 Euro an, wird sich wohl kein Student an der Aktion beteiligen können. Anders sieht es mit Aktionen aus, die die ersten Pledges schon ab 10 Euro anbieten.

9. Aufgaben nach dem Launch des Projektes 

Nachdem das Projekt gelauncht ist, geht die Arbeit weiter. Haltet die Geldgeber auf dem Laufenden über Eure Fortschritte, bedankt Euch für erreichte Zwischenziele, antwortet immer auf Kommentare, seid präsent. So erzielt Ihr mehr Engagement in der Community und mitfiebernde Geldgeber werden darüber sprechen und durch Mund-zu-Mund-Propaganda weitere Unterstützer anziehen.

Denkt daran, die Pflege Eures Kickstarter-Auftritts wird sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch nehmen. Plant diese ein.

10. Aufgaben nach der erfolgreichen Finanzierung

Sollte das eingereichte Projekt erfolgreich finanziert werden, hört auch hier die Arbeit auf der Plattform nicht auf. Berichtet regelmäßig über Eure Fortschritte, nennt konkrete Details zu der Umsetzung des Projektes, veröffentlicht Bilder und Videos oder stellt Euren Unterstützern den baldigen Versand der Belohnungen in Aussicht.

11. Aufgaben nach der erfolgreichen Gründung

Es ist vollbracht. Das Finanzierungsziel ist erreicht, das Produkt fertiggestellt und verschickt. Nichtsdestotrotz solltet Ihr weiterhin auf Kickstarter aktiv bleiben. Teilt Rezensionen mit der Community, postet Pressestimmen, Bilder. Vielleicht organisiert Ihr ein Event und ladet Unterstützer dazu ein. Schließlich haben sie sich für Euer Projekt eingesetzt und es ermöglicht.

Sie werden sich über persönliche Ansprache freuen. Sollte in Zukunft ein neues Projekt mit Eurem Namen auf der Plattform erscheinen, werden sie sich an Euch erinnern und loyale Kunden sind goldwert. 

Fazit

Grundsätzlich steht immer Eure Idee im Vordergrund. Forbes bezeichnet die wichtigste Regel für erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen als „solving the real problem“. Bedeutet, im Fokus eines jeden eingereichten Crowdfunding-Projektes sollte der Nutzen für den Endkunden sein. Ist dieser nicht vorhanden, kann die Kampagne noch so kreativ und die Pledges noch so toll sein. Das Projekt ist zum Scheitern verurteil. Wer an einem konkreten Beispiel lernen möchte, wie eine erfolgreiches Kickstarter-Projekt aussehen kann, dem sei die bereits abgeschlossene Kampagne eines Münchener Startups ans Herz gelegt, die smarte Kopfhörer „The Dash“ entwickelt haben. 

 

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