Wie funktioniert billig?

Lesara – mit Schnäppchen das Online-Shopping umkrempeln?
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Lesara ist ein internationaler Online-Shop für Mode und Lifestyle. Von Kleidung und Schuhen über Schmuck und Küchenutensilien bis hin zu Unterhaltungselektronik und Spielzeug – das Sortiment von darf man ruhigen Gewissens als breit bezeichnen. Der Anbieter arbeitet mit hochwertigen No-Brands zusammen und will hohe Qualität zum günstigen Preis an den Kunden bringen.

Das Startup setzt darüber hinaus auf hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit und erinnert an Unternehmen wie KiK und Primark. Aber auch Tchibo, Lidl & Co. sehen die Berliner als Wettbewerber an. Das Geschäftsmodell von Lesara ist umstritten und wirft die eine oder andere Frage auf. Wir haben uns mit Gründer und Geschäftsführer Roman Kirsch über die Entwicklung von Lesara, die Finanzierung und die Zukunft unterhalten.

WebMagazin: Erklären Sie uns doch bitte das Prinzip von Lesara, wie funktioniert Ihre Idee?

Roman Kirsch: Lesara ist der führende Onlineshop für trendaktuelle Mode- und Lifestyleprodukte zu besten Preisen. Das Konzept ist simpel: Wir bieten nachgefragte Mode & Lifestyleprodukte günstiger, schneller und in besserer Qualität an als jeder andere. Durch die Einsparung teurer Offline-Filialen, das Überspringen von Mittelsmännern und den direkten Kontakt zu den besten Fabriken der Welt sind wir in der Lage, unseren Kunden weltweit Trendprodukte schneller, in guter Qualität und zu einem besseren Preis anzubieten. Als Vorreiter im Online-Handel wollen wir Menschen auf der ganzen Welt qualitativ hochwertige Produkte zu einem unschlagbaren Preis anbieten und so Trends für alle zugänglich machen. Zudem investieren wir nicht in teures Marketing sondern geben die Vergünstigungen des niedrigen Einkaufspreises direkt an unsere Endkunden weiter – somit können diese bei uns echte Schnäppchen machen und wir leben von einer tollen Mund-zu-Mund-Empfehlung.
Mit einem guten Gespür für Trends und täglich neuen, günstigen Angeboten in Marken-Qualität wird das Shoppen zu einem inspirierenden Erlebnis. Lesara bietet dabei preis-, qualitäts- und trendbewussten Kunden all ihre Lieblingsprodukte wesentlich schneller und zu einem deutlich niedrigeren Preis an, ohne 12-monatige Planungszyklen und Versand aus Großlagern. Wir verbinden eine stetig wachsende Zahl an internationalen Herstellern direkt mit unseren Kunden. So wollen wir die Struktur des europäischen E-Commerce-Marktes und der Private Label-Industrie nachhaltig verändern und der erste, führende paneuropäische Smart-Shop werden.

WebMagazin: Was macht Lesara besonders, wer sind Ihre Mitbewerber und was unterscheidet Sie vom Rest?

Roman Kirsch: Lesara konkrurriert mit einer Vielzahl an Wettbewerbern sowohl online als auch offline. Aufgrund unseres breiten Sortiments bei gleichzeitig hohem Trendbewusstsein zählen sowohl preisgünstige Anbieter wie KIK, Bonprix, oder Alibaba wie auch trendorientierte, sogenannte Fast Fashion Retailer wie etwa H&M Zara oder Asos zu unseren Wettbewerbern. Wenn sich H&M dieses Jahr von Beginn an neu erfinden müsste, würde es genauso operieren wie wir. Was uns unterscheidet ist die Kombination aus den Vorteilen oder Online- mit denen der Offline-Handelswelt. Immerhin sind knapp 60 Prozent des Offlinehandels Fast Fashion & Discount, ein online bislang fast ungeschöpftes Potenzial. Wir sind überzeugt, das mittelfristig der Onlinemarkt die gleiche Verteilung haben wird und wollen hier Marktführer werden.
Die innovative Idee hinter Lesara spiegelt sich insbesondere in unserem Einkaufprozess wider: Durch das eigene Management der Supply Chain und eine starken Präsenz in Produktionsländern wie zum Beispiel China sowie der direkten Zusammenarbeit mit Produzenten, ohne Zwischenhändler, können wir qualitativ hochwertige Artikel zu besonders günstigen Preisen anbieten. Wir überprüfen die Qualität vor Ort, wodurch wir einen entscheidenden Vorteil gegenüber Marktplätzen wie etwa Alibaba oder ebay haben. Der enge Kontakt zu den besten Fabriken und Herstellern in Asien ermöglicht uns eine unmittelbare Reaktion auf Trends und die zeitnahe Belieferung des Endkunden. Nachhaltiger Erfolg in den Bereichen Produktqualität und Liefergeschwindigkeit werden durch strenge Kontrollen und eine umfassendes Qualitätsmanagement sichergestellt. Ziel ist es, durch die direkte Kooperation mit Lieferanten die traditionelle Wertschöpfungskette zu umgehen und direkt aus den Produktionsländern, ohne Mittelsmänner, Zeitverlust und Kostenaufwand, die Ware zum Kunden zu bringen. Auf Basis von Big-Data-Analysen kann dabei jederzeit die aktuelle Nachfrage der Kunden abgebildet und auf Trends mit einer Sortimentsanpassung innerhalb weniger Wochen reagiert werden. Damit haben wir einen entscheidenden Vorsprung vor traditionellen Händlern und Onlineshops, die durchschnittlich neun bis zwölf Monate benötigen, um auf Trendentwicklungen und Kundenwünsche zu reagieren. Dieser Weg des Handels bietet unseren Kunden ein hinsichtlich Qualität, Trendaktualität und Preis einmaliges Shopping-Erlebnis. Dabei steht der Kunde für uns immer im Mittelpunkt. Kurze Lieferzeiten, ein Top-Qualitäts-Versprechen, Datenschutz und sichere Zahlmethoden sowie ein einfaches Retouren-Verfahren und erstklassiger Kundenservice bilden starke Grundpfeiler unseres Angebots. Kurz und knapp: Lesara bietet nachgefragte Produkte und Trends schneller, günstiger und in besserer Qualität.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befinden Sie sich gerade bzw. wann sind Sie live gegangen? Wie werden Sie finanziert?

Roman Kirsch: Lesara wurde Herbst 2013 gegründet. Im ersten Geschäftsjahr konnten wir bereits einen zweistelligen Millionenumsatz verzeichnen, es folgte die Expansion in bereits sechs Länder, die Eröffnung eines zweiten Büros in Guangzhou, China Anfang diesen Jahres und unser Team hat in weniger als zwei Jahren die 120er Marke in Bezug auf feste Mitarbeiter überschritten. Unser erfolgreiches Wachstum haben wir zum einen der starken Hands-On-Mentalität unseres motivierten Teams sowie einem stetig klaren, konsequenten Fokus auf die nächsten Ziele zu verdanken. Zum Anderen spielte natürlich auch die finanzielle Unterstützung und das Vertrauen unserer Investoren eine große Rolle. Neben renommierten Unternehmern wie Cherry Ventures (Zalando-Management), Franz Koch (ex-CEO Puma) und andere haben wir auch finanzkräftige internationale Investoren wie Mangrove, Paua Ventures und Partech als Unterstützer gewinnen können.
Wir planen bis Ende des Jahres über 50.000 eigene Produkte auf der Seite anzubieten. Neben unserem Fokus auf Mode & Lifestyle werden wir auch verstärkt unsere Unterkategorien im Home- & Dekorationsbereich weiter ausbauen. Ein starker Fokus liegt für uns in der nächsten Zeit ebenfalls in der Erhöhung der Markenbekanntheit sowie der Marktpenetration in den existierenden Märkten. Wir haben bisher nur einen winzig kleinen Teil des Marktes für Fast Fashion & Discount beansprucht und streben längerfristig an, unsere Vorreiterposition in der Onlinewelt auszubauen und zu verfestigen.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Ihres Monetarisierungskonzeptes, wie verdienen Sie Geld?

Roman Kirsch: Wir monetarisieren ausschließlich durch den Verkauf unserer Produkte. Anstatt auf hohe Margen und hohe Preise zu setzen, geben wir einen Großteil der Ersparnisse durch den direkten Bezug von Lieferanten an unsere Kunden weiter. Wir setzen stattdessen darauf, dank niedriger Preise in großen Mengen abzusetzen.

WebMagazin: Wie sind Sie auf die Idee von Lesara gekommen und was haben Sie vorher gemacht?

Roman Kirsch: Vor der Gründung von Lesara war ich einige Male unternehmerisch tätig und hatte zuletzt 2010 Casacanda, einen Shopping Club für Möbel- und Wohnaccessoires gegründet, wo wir Kunden Produkte bekannter Designer und Marken zu starken Vergünstigungen angeboten haben.
Eines meiner größeren Projekte dort war der Aufbau von Private Label Marken, weshalb ich mich verstärkt mit Produzenten in unterschiedlichen Ländern beschäftigt hatte.
Ich hatte damals erkannt, das viele Unternehmen zwar versuchen, Produzenten direkt mit Endkunden zu verbinden, die operative Abwicklung und das Kundenerlebnis dabei jedoch
unprofessionell und enttäuschen sind. 45 Tage Lieferzeiten, Prdoukte im Zoll, kein Kundenservice und Qualitätsprobleme waren da keine Seltenheit.
Meine Überzeugung ist daher gewesens, dass wir mit Lesara ein besseres Kundenerlebnis anbieten können bei gleichbleibenden niedrigen Preisen.

WebMagazin: Und zum Schluss, warum Berlin?

Roman Kirsch: Berlin ist bei vielen nicht ohne Grund als das nächste Silicon Valley bekannt. Für uns bietet dieser Standort eine einzigartige Atmosphäre, hier liegen Innovation, ein hohes Maß an Kreativität und der Wille etwas zu schaffen und zu bewegen in der Luft, innerhalb und außerhalb des Offices. Berlin steht für Entwicklung und Vorwärtsstreben, kein Tag ist wie der andere und diese Stadt ist eine Anlaufstelle für viele Gleichgesinnte, eine Eigenschaft, die sich so in keiner anderen deutschen Stadt finden lässt.
Neben der hohen Lebensqualität liegt ein rein praktischer Grund auch darin, dass die Kosten in anderen Städten in den letzten Jahren stark stiegen während sie in Berlin relativ stabil geblieben sind. Dies macht es einfacher und risikoärmer Start-Ups zu gründen und wachsen zu lassen. Daneben bietet diese Stadt natürlich auch ein hohes Maß an Lebensqualität und Möglichkeiten für jeden Einzelnen von uns. Unser Büro im Prenzlauer Berg, hat neben einer tollen Arbeitsatmosphäre auch eine Vielzahl an Möglichkeiten seine Pausen, Freizeit und Teamevents im Herzen Berlins auszukosten.

boris_danneZur Person: Roman Kirsch gründete Lesara, den führenden Onlineshop für günstige Mode- und Lifestyle-Produkte, im November 2013. Er studierte Business Administration und Finance in Deutschland, Großbritannien und den USA. Im Anschluss gründete Kirsch den europäischen Design-Shoppingclub Casacanda, der 2012 an Fab.com verkauft wurde. Zudem investierte er in Firmen wie den Lovestyle-Shop Amorelie und das Softwareunternehmen Wunderdata.

Aufmacherbild: workspace on brick wall background with advertise frame show via Shutterstock / Urheberrecht: TZIDO SUN

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