Magic Leap: 542 Millionen Dollar für schwebende Elefanten
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Die jüngste Pressemittelung von Magic Leap liest sich spannender als ein Krimi. Vor allem weil man aus dieser nicht unbedingt schlauer wird. Es sind beeindruckende Geldsummen im Spiel, renommierte Investoren involviert, es wird Weltbewegendes versprochen. Konkrete Informationen? Keine. Aber mal Hand aufs Herz: Wenn sich Google Inc., Qualcomm Incorporated, Legendary Entertainment (inklusive eines privaten Investments des CEOs Thomas Tull), KKR, Vulcan Capital, Kleiner Perkins Caufield & Byers, Andreessen Horowitz und Obvious Ventures zusammentun, um in der Serie-B-Finanzierungsrunde satte 542 Millionen US-Dollar in ein Unternehmen zu investieren, dann muss es sich hierbei um eine mehr als nur überzeugende Idee handeln.

Magic Leap: Wenn Virtual Reality zu Realität wird

Rony Abovitz, der Gründer und CEO von Magic Leap, zeigt sich äußerst erfreut über die abgeschlossene Finanzierungsrunde – verständlich. Die eingenommene Summe soll in die weitere Produktentwicklung, den Release von Software Development Tools, Erweiterung des Magic-Leap-Ökosystems und die Kommerzialisierung des von Magic Leap entwickelten Wearables fließen. Rony Abovitz hat Großes vor. Laut eigener Aussage ist Magic Leap in den Bereichen des Mobile Computing, Augmented Reality und Virtual Reality seiner Zeit voraus, verbindet diese zu einer sinnvollen Einheit und wird die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren, lernen, teilen und spielen, revolutionieren. Größenwahnsinnig? Nicht unbedingt. Denn besonders die Bereiche der Augmented und Virtual Reality bergen noch großes Potenzial und warten förmlich auf einen technologischen Durchbruch.

magic leap

Screenshot: magicleap.com/#/home

Magic Leap: Mächtige Investoren mit an Board

Sundar Pichai, Googles Senior Vice President für Android, Chrome und Apps, der nun auch Teil des Verwaltungsrats des Unternehmens wird, zeigt sich sichtlich von dem neuen Investment überzeugt. Er sei gespannt auf die nächste Wachstumsphase von Magic Leap und darauf, wie das Unternehmen die Zukunft des Visual Computing mitgestalten und verändern wird.

Übrigens ist Abovitz, CEO von Magic Leap, auch kein Unbekannter. Bevor er Magic Leap gegründet hat, war er Co-Founder und technischer Leiter von MAKO Surgical, das weltführend in der Roboter-Chirurgie ist. 2013 wurde das Unternehmen für 1,65 Milliarden US-Dollar vom Orthopädiespezialisten Stryker Corporation übernommen.

„What would happen if we used technology to bring magic back into the world?“

Was ist das also für eine bahnbrechende Technologie, die so viel Wagniskapital einsammeln konnte und an der das bereits gut hundert köpfige Team seit 2011 still und leise arbeitet? Abovitz definiert seine geheimnisvolle Technologie, indem er aufzählt, was sie schon mal nicht ist – keine Holografie, keine 3D-Stereoskopie. Um sein Produkt zu nutzen, braucht man keine klobige Augmented-Reality-Brille, der Nutzer muss sich nicht zuhause befinden. Im Gespräch mit dem US-Magazin Fast Company bezeichnet er seine Entwicklung als Hardware, Software, Firmware und Development-Plattform, die virtuelle 3D-Objekte so realitätsnah als Teil der unmittelbaren Umgebung des Nutzers darstellt, dass Augmented und Virtual Reality mit der Realität zu einer Einheit verschmelzen. In der jüngsten Pressemitteilung ist auch von einem Wearables die Rede, aber es ist eben nicht die 3D-Brille à la Oculus Rift, die Kopfschmerzen verursachen kann, so Abovitz.

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Screenshot: magicleap.com/#/home

„The human brain is still the best display ever made“

Diese Verschmelzung soll eine neuartige von Magic Leap entwickelte Technologie ermöglichen, integriert in ein für den User kaum wahrnehmbares Wearable, die virtuelle Inhalte direkt ins Auge des Nutzers projiziert. So kann das Gehirn virtuelle Signale von den realen nicht mehr unterscheiden. Fiktion wird zum integralen Teil der physischen Umgebung.

Es kann spekuliert und gemutmaßt werden, mit welcher Technologie Magic Leap diesen Effekt erreichen will. Momentan hören sich die Beschreibungen wie ein einziger Drogenrausch an. Eine Technologie, die das kontrollierte Halluzinieren ermöglicht und schwebende Elefanten und U-Boote in die Realität so integriert, dass diese sogar dem Gehirn täuschend echt vorkommen.

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Screenshot: magicleap.com/#/home

Das wäre tatsächlich ein Durchbruch im Bereich der Augmented und Virtual Reality. Erinnert ihr euch noch an die „Matrix“? Erscheinungsjahr: 1999. Filmgenre: Science-Fiction. Sollte das geheimnisvolle Wearable von Magic Leap tatsächlich auf den Markt kommen, wird die Matrix wohl für die heranwachsende Generation nicht mehr so faszinierend und zukunftsweisend sein. Statt sich für die blaue (Traumwelt) oder die rote Pille (Realität) zu entscheidet, will Magic Leap die Matrix einfach in die reale Welt holen. 

Einen kleinen Vorgeschmack auf die von Magic Leap angestrebte Realitätserweiterung bietet übrigens ein kurzes Video, das ihr auf der Homepage des Startups findet. Gefilmt wird aus der Ich-Perspektive. Ein kleines Kind schaut seine zusammengefalteten Hände an. Als er diese öffnet, sitzt auf seinen Handflächen ein kleiner Elefant, der irgendwann zu schweben beginnt.  

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Screenshot: magicleap.com/#/home

 

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