Startup-Interview

Mehr Transparenz auf dem Smartphone: MyPermissions im Interview
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Die meisten Apps greifen auf unsere persönlichen Daten zu. Das Startup MyPermissions aus Tel Aviv möchte hier für mehr Transparenz sorgen. CEO und Mitgründer Olivier Amar erklärt uns im Interview sein Konzept.

WebMagazin: Erklärt uns doch bitte das Prinzip von MyPermissions, wie funktioniert Eure Idee?

Mein Mitgründer David Habusha und ich haben MyPermissions 2012 in Tel Aviv gegründet. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Endverbrauchern wieder ihre digitale Datenhoheit zurückzugeben und mehr Transparenz in das eigene Nutzungsverhalten im Big-Data-Zeitalter zu bringen. User von MyPermissions werden darüber informiert, auf welche persönlichen Daten Apps online oder übers Smartphone zugreifen können. Das Programm durchsucht alle erteilten Berechtigungen einer App und listet die, die Zugang zu privaten Daten haben. Jetzt können sich die Nutzer entscheiden, ob sie der App vertrauen oder den Zugriff verweigern wollen.  

Des Weiteren hilft MyPermissions Entwicklern dabei, ihre App und die erforderlichen Zugriffe transparent zu machen und hierdurch das Vertrauen der Nutzern zu gewinnen. Zur Zeit nutzen mehr als 2 Millionen Menschen MyPermissions. Die Lösung funktioniert sowohl als Extension im Browser als auch mobil auf iOS und Android.

WebMagazin:  Was macht MyPermissions besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Das Thema Datensicherheit ist für jeden relevant, der Apps herunterlädt. Mit der ansteigenden Nutzung von Smart Devices, wächst auch die Gefahr, dass private Daten von Drittpersonen ohne das Wissen der User genutzt werden. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, zeigt MyPermissions seinen Nutzern auf, welche Apps auf ihre Daten zugreifen können, was durchaus als besonders bezeichnet werden kann.

Des Weiteren sind David und ich eng mit dem einflussreichen und dynamischen Startup-Ökosystem von Tel Aviv vernetzt, was ein paar Vorteile mit sich bringt.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet Ihr Euch gerade bzw. wann seid Ihr live gegangen? Wie werdet Ihr finanziert?

Wir haben MyPermissions 2012 in Tel Aviv gegründet. Neben Israel, wurde die App auch in den USA und Japan gelauncht. Seit May 2015, kann MyPermissions auch im deutschsprachigen Raum genutzt werden.

Wir werden zurzeit von diversen Investoren, wie 500 Startups, IooI Ventures, 2B Angels und Plus Ventures finanziert.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Momentan ist die Nutzung von MyPermissions in Deutschland kostenlos. Ende des Jahres planen wir ein Abo von ca. 9.99€/Jahr einzuführen.

Darüber hinaus sind wir immer an neuen B2B Partnerschaften interessiert. Zum Beispiel hat CHIP, Deutschlands größte Website für Computer, Handy und Home Entertainment, den Risiko-Index von MyPermissions als ersten Partner in Deutschland eingebunden. User haben hierdurch die Möglichkeit zu überprüfen, welche Apps und sozialen Netzwerke Zugang zu ihren privaten Daten haben. Im Rahmen der Kooperation erhält jede Android App auf http://beste-apps.chip.de/android eine redaktionelle Bewertung und wird in Sachen Datenschutz und Datenfreigabe getestet.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von MyPermissions gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Vor der Gründung von MyPermissions habe ich im Marketingbereich als Senior Executive für diverse Firmen wie AIP, WSOP, AIG, WSOP, Harrahs, EIAI, GETT und Togya Financial gearbeitet.

David  arbeitete als VP Product für das Sicherheitsunternehmen GreenSQL. Des Weiteren war er mehrere Jahre in Führungspositionen bei Symantec, VERITAS Software, Precise und OpTier tätig. Hier legte er den Fokus auf Sicherheit und Unternehmenslösungen.

Der Schutz von privaten Daten liegt uns schon länger am Herzen. Gerade haben wir auch ein Video veröffentlich, in dem wir uns auf Berlin Straßen umgehört haben, was die Leute eigentlich so über die Apps auf ihrem Handy wissen und mussten wieder feststellen, dass viele Menschen nicht wissen, welchen Datenschutzrichtlinien sie eigentlich zustimmen und welche privaten Daten sie hierdurch preisgeben. Wir sehnten uns also nach einer besseren und sicheren Zukunft für App-Nutzer. Mit MyPermissions wollten wir ein Programm entwickeln, das Nutzern ermöglicht, sich zu vernetzen und Daten auszutauschen, ohne die Weitergabe von privaten Daten befürchten zu müssen. Außerdem wollten wir eine Plattform schaffen, mit der Entwickler ihre Vertrauenswürdigkeit unter Beweis stellen können.

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