Mehrheit der Deutschen ist gegen UBER – Weshalb?
Kommentare

Auf juristischer Ebene konnte UBER am Dienstag (16.9.) in Frankfurt am Main einen weiteren Sieg verzeichnen: die einstweilige Verfügung des Landgerichts gegen den App-Fahrdienstleister wurde aufgehoben, wodurch auch die Anklage gegen den UBER-Fahrer, dem ein Bußgeld von 250.000 hätte drohen können, hinfällig ist. Weniger Erfolge kann das Startup jedoch offenbar in der öffentlichen Meinung verzeichnen, wie eine Umfrage der Zeit in Zusammenarbeit mit TNS Emnid zeigt.

Welche Gründe haben die Deutschen gegen UBER?

Laut der Umfrage haben sich 73 Prozent der Befragten hierzulande dagegen ausgesprochen, Firmen wie UBER Fahrervermittlungen zu erlauben – obwohl Fahrten deutlich günstiger wären. Wie kann das sein? Justizminister Heiko Maas sieht das Problem darin, dass gesetzliche Standards von derlei Fahrdiensten bisweilen nicht eingehalten werden und nicht zulasten der Passagiere und Straßensicherheit gehandelt werden dürfe. In Anbetracht der Qualifikation von Fahrern, der Qualität von Fahrzeugen und der Absicherung der Fahrgäste und des Gepäcks mangels Versicherungspflicht habe UBER, so Maas, noch einiges aufzuholen. Inwieweit den Befragten ähnliche Missstände vorschwebten und sie mit der Dienstleistung von UBER zuvor vertraut waren, als sie sich gegen das Angebot des Startups aussprachen, ist ungewiss.

Wird die Debatte um UBER sachgemäß und fair geführt?

Verfolgt man die Presse, gewinnt man leicht den Eindruck, dass die Debatte um die Konkurrenz zur Taxi-Branche das Gegen-Votum veranlasst haben könnte. Denn hier wird häufig der unfaire Wettbewerb, wie ihn das Startup heraufbeschwöre, in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt – seltener hingegen das Dienstleistungspotenzial, das durch den Wettbewerb initiiert würde. Statt die eigene Serviceorientierung auszubauen, plädieren die Genossenschaften der Taxifahrer auf das noch strittige Faktum: Rechtswidrigkeit. Der Kampf um die Straße scheint längst nicht ausgefochten und geht vor Gericht weiter.

Nächstes Ziel: Berlin

Während in Frankfurt am Main wieder Fahrten mit der App angeboten werden dürfen, muss sich UBER am 17. Oktober nochmals in Berlin vor Gericht behaupten. Wie in Frankfurt wurde auch in der Hauptstadt ein Eilverfahren zum Verbot eingeleitet. Das Startup hat auch dagegen Einspruch erhoben und hofft, wie am Main nun auch an der Spree das Gericht von der Zulässigkeit seiner Dienstleistung überzeugen zu können. Ob das Unternehmen dadurch auch die Mehrheit der Deutschen überzeugen kann, bleibt abzuwarten.   

Aufmacherbild: Traveling Businessman with His Luggage Using Phone via Shutterstock / Urheberrecht:NAN728

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -