moovel: Daimler-Tochter übernimmt MyTaxi
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Daimler will sich verstärkt als Dienstleister im Bereich Mobilität etablieren. Wie heute offiziell bestätigt wurde, hat moovel, ein Tochterunternehmen des Autokonzerns, die Taxi-Vermittlungs-App MyTaxi vollständig übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen bewahrt.

Vereinte Kräfte: moovel und MyTaxi wollen Internationalisierung

Schon seit 2012 ist moovel an MyTaxi beteiligt. Nun geht das Hamburger Startup komplett in die Hände der Daimler-Tochter moovel über. Andere MyTaxi-Investoren, T-Venture als einer der wichtigsten, geben ihre Anteile ausnahmslos ab. Durch die Fusion der Unternehmen, will moovel die internationale Expansion der Taxi-App forcieren und die Produktentwicklung ausweiten.

MyTaxi: die „weltgrößte Taxi-App“

Der Taxi-Bestell-Dienst MyTaxi wurde 2009 von Niclaus Mewes und Sven Külper gegründet. Betreiber des Dienstes ist das Hamburger Startup Intelligent Apps. Mittlerweile hat der Dienst über 10 Millionen Nutzer, ein Netzwerk bestehend aus 45.000 Taxis und bezeichnet sich selbst als die “weltgrößte Taxi-App”. Besitzer der App können Taxis mittels GPS-Ortung zu ihrem Standort bestellen, die Kosten für die Fahrt schätzen lassen und den Preis direkt und bargeldlos bezahlen. Auch nach der Übernahme soll MyTaxi eigenständig vom Hamburger Standort aus weitergeführt werden.

moovel: Vergleichs-App für verschiedene Verkehrsmittel

Die moovel GmbH vereint die Services car2go, car2go black, Park2gether und moovel. Die moovel App vergleicht Angebote verschiedener Mobilitätsanbieter, wie Carsharing, Mitfahrgelegenheiten oder öffentliche Verkehrsmittel, und schlägt den besten Weg aus allen Verkehrsmitteln vor. Zu den jüngsten Investitionen gehört auch der US-Anbieter RideScout, der sich ebenfalls um die intelligente Vernetzung von Mobilität kümmert. In einem Blogpost von moovel wird das Ziel der Unternehmen erklärt:

Wir wollen Mobilität so einfach wie möglich gestalten.Mit Ridescout und mytaxi haben wir zwei Partner gefunden, die unsere Vision teilen. […] Mit der Übernahme […] investieren wir in die Weiterentwicklung der urbanen Mobilität in Deutschland, Nordamerika und in anderen Teilen der Welt. […] Gemeinsam werden wir zukünftig die Vernetzung von Mobilitätsangeboten konsequent weiter vorantreiben. Dies schließt zukünftig auch die Buchung und das bargeldlose Bezahlen wichtiger Verkehrsmittel mit ein.

Daimler setzt auf Mobilitätsdienstleistungen und enge Zusammenarbeit mit dem Taxi-Gewerbe

Mit dieser Strategie setzt Autohersteller Daimler spürbar auf Mobilitätsdienstleistungen und benennt Fortbewegungsmittel, die nicht das eigene Auto sein müssen, als ein neues und wichtiges Geschäft.

Indirekt konkurriert Daimler durch die Übernahme auch mit der Taxi-App Uber, die derzeit kontrovers diskutiert wird und gegen die Taxi-Unternehmer nun eine deutschlandweite einstweilige Verfügung erreichen konnten. Während Uber jedoch auch Fahrer ohne Beförderungslizenz vermittelt, kümmert sich MyTaxi nur um die Vermittlung von traditionellen Taxifahrten. Daimler will sich um eine enge Zusammenarbeit mit dem Taxi-Gewerbe bemühen.

Aufmacherbild: Taxi Car – selective focus via Shutterstock / Urheberrecht: Jaromir Chalabala

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