„Networking ist wichtig“ – Startup Interview mit room.me
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Berlin ist ein Startup-Hotspot. Viele Neugründer kommen in die Hauptstadt um Kontakte mit Investoren, Partnern und Gleichgesinnten zu Knüpfen. So auch das Team von room.me, das gerade in die „Beta“-Phase gestartet ist. Co-Founder Max Kersting erklärt, was Berlin als Gründerstadt so besonders macht und warum Networking so wichtig ist.

WebMagazin: Was genau ist room.me und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Max Kersting: room.me ist eine Plattform, die dabei hilft, die perfekten Roomies bzw. Mitbewohner oder eine passende WG zu finden. Wir wollen Massencastings und sinnlose Anreisen verhindern und haben deshalb eine Plattform geschaffen, die ein sinnvolles Matching in einem anpassbaren Fragebogen liefert und zusätzlich Vor-Ort-Castings durch einen strukturierten Online-Videochat ersetzt.

Wir sind auf die Idee gekommen, als ich in meiner alten WG ein Zimmer nachbesetzen musste, potentielle „Roomies“ aus ganz Deutschland angereist sind, Zeit und Geld investiert haben und am Ende häufig schnell klar war, dass wir nicht zueinander passen. Wir wünschen uns, dass unsere Nutzer wirklich Zeit und Geld sparen, in dem sie nur zu einer Wohnung fahren oder anreisen, wenn vorher schon klar ist, dass es passen könnte.

WebMagazin: Wie setzt sich euer Team zusammen? Stell uns deine Team-Mitglieder einmal kurz vor.

Max Kersting: Wir sind 4 Gründer, Ben und ich teilen uns die Geschäftsführung, Felix und Wilko leiten den IT-Bereich. Ben hat mit mir Entrepreneurship studiert, wir haben beide vorher in Beratungen und IT-Agenturen gearbeitet. Felix hat unter anderem für Google gecoded und seinen Master in Informatik an der RWTH Aachen absolviert, Wilko hat für das Fraunhofer-Institut gearbeitet und seinen Abschluss in Darmstadt gemacht. Das schönste für mich ist: Felix und Wilko sind beide alte Freunde von mir. Ich glaube, dass es gerade in schwierigen Situationen hilft, sich gut zu kennen und sich zu vertrauen.

WebMagazin: Warum habt ihr room.me in Berlin gegründet und nicht in einer anderen Stadt? Wie ist die Situation für Gründer in Berlin?

Max Kersting: Berlin ist perfekt für uns, zumindest als Startpunkt in Deutschland. Als erstes haben wir Zugang zu Investoren, Partnern und ein starkes Start-Up Netzwerk und es gibt Risikokapital für unsere Branche. Außerdem befindet sich hier mit Axel Springer Plug and Play unser Accelerator, der uns ebenfalls ein starkes Umfeld und Netzwerk bietet und einige unserer Coaches und Mentoren sitzen ebenfalls hier. Zuletzt sind die Lebenshaltungskosten und Bürokosten für die Gründer und das Unternehmen geringer als in München, Hamburg oder Frankfurt, was in der Wachstumsphase nicht unwichtig ist. Und: wir fühlen uns hier sehr wohl.

WebMagazin: Wie seid ihr an eure Förderer gekommen und welche Prozesse musstet ihr durchlaufen, um Förderungen zu erhalten?

Max Kersting: Wir haben zwei Business Angel an Bord, die früh an unsere Idee geglaubt haben. Sie haben uns bei einem von uns gewonnenen Pitch-Wettbewerb entdeckt und mit uns zusammengearbeitet. Außerdem erhalten wir Förderung aus dem Leuphana Business Accelerator, dort mussten wir ein Konzeptpapier einreichen. Für den Platz im Axel Springer Plug and Play Accelerator haben wir ganz langweilig und klassisch eine Bewerbung eingereicht und sind nach einem Pitch ausgewählt worden.

WebMagazin: Welche Bedeutung hat Networking für euch? Kannst du ein paar Networking-Tipps für andere Neugründer geben und ein paar gute Networking-Locations empfehlen?

Max Kersting: Networking ist wichtig. Ich freue mich einerseits, andere Gründer zu treffen und mich auszutauschen. Andererseits glauben wir daran, dass es auch notwendig ist, mit Investoren und Business Angels über das Netzwerk in Verbindung zu kommen. Mein Lieblingsevent im letzten Monat war tatsächlich die Night of the Start-Ups. Viele Menschen aus verschiedenen Bereichen der Start-Up-Szene haben sich da versammelt und ausgetauscht. Außerdem liebe ich Veranstaltungen von befreundeten Startups, wie das Blogfoster Opening vor ein paar Wochen im St. Oberholz. Grundsätzlich sprechen wir aber mit so vielen Menschen wie möglich. Die Ideen, die man im Austausch bekommt – und das ist keine leere Phrase – sind die besten.

WebMagazin: Wie sind eure weiteren Schritte?

Max Kersting: Wir sind mit unserer Beta ab dem 15.9. live und sammeln so viel User Feedback wie möglich. Das Label „Beta“ werden wir im Januar ablegen, dann steht die Plattform mit allen Funktionen. Wir haben den Anspruch zunächst in Deutschland die „Roomie“-Plattform zu werden und dann schnellstmöglich international zu wachsen. Das Problem ist ja offensichtlich kein nationales, sondern eine derartige Plattform fehlt überall auf der Welt.

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