Neuer Kickstarter-Rekord: 13 Mio. USD für The Coolest
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Eine Kühlbox hat Pebbles Kickstarter-Rekord geknackt. The Coolest hat neben der obligatorischen Kühlfache eine ganze Reihe an interessanten Features, wie zum Beispiel Lautsprecher, einen Mixer oder einen USB Charger. Produktentwickler Ryan Greppler hat schon einmal versucht, über Kickstarter für The Coolest Kapital zu sammeln, ist aber gescheitert.

The Coolest knackt Pebbles Crowdfunding-Rekord

Für zwei Jahre hielt die Smartwatch Pebble mit 10.266.845 Dollar den Crowdfunding-Rekord der Plattform Kickstarter und war mittlerweile fast schon eine Ikone für die schier unbegrenzten Möglichkeiten des Crowdfundings. Jetzt wurde Pebble überholt, und zwar von einer Kühlbox namens The Coolest. Die Kampagne war beim ersten Versuch gescheitert, brachte beim zweiten Versuch aber insgesamt astronomische 13.285.226 Dollar ein.

Alles-Könner-Kühlbox überzeugt Crowdfunding Community

The Coolest ist eine multifunktionale Kühlbox. Es scheint fast, als hätte man versucht, so viele Features wie möglich in die kleine orangefarbene Box zu packen. Neben dem Eisfach gibt es zunächst einmal einen Mixer, damit man unterwegs eisgekühlte Cocktails und Drinks mit Crushed Ice mixen kann. Dieser wird von einer 18 Volt Batterie angetrieben, die auch gleichzeitig Strom für die Bluetooth-Lautsprecher, die Beleuchtung des Eisfachs und den USB-Charger liefert. Außerdem gibt es einen Flaschenöffner, Halterungen für Teller und Besteck, und The Coolest kann auch als Trolli benutzt werden, um sein Hab und Gut zum Picknick zu transportieren.

Pressebild: Coolest

Pressebild: Coolest.com

Die erste Crowdfunding-Kampagne von The Coolest scheiterte

Als Produktentwickler Ryan Greppler das erste mal mit The Coolest bei Kickstarter an den Start ging, wurde das angestrebte Ziel von 125.000 Dollar nicht erreicht. Jetzt aber ist eine Summe von über 13 Millionen Dollar zusammengekommen. Dabei hatte sich Greppler nur 50.000 vorgenommen. Auf den ersten Blick wirken die beiden Kampagnen sehr ähnlich, bei genauerem Hinschauen erkennt man jedoch, was Greppler beim zweiten Versuch besser gemacht hat.

  1. Einen fertigen Prototyp des Produkts auf Videos und Fotos vorstellen

    In seiner ersten Kampagne war Grepplers The Coolest noch nicht mit allen Features ausgestattet. Er versprach aber, je nach eingenommener Summe, weitere Features einzubauen. Was auf den ersten Blick wie ein Ansporn zum Spenden wirkt, hatte aber wohl eher einen abschreckenden Effekt. Die Investoren konnten weder das fertige Produkt sehen, noch wussten sie zum Zeitpunkt ihrer Spende, welche Features die Kühlbox am Ende wirklich haben würde. Beim zweiten Versuch war The Coolest vollständig fertiggestellt, sodass Greppler seine Kühlbox mit all ihren Funktionen in dem Werbev-Vdeo vorstellen konnte. Geldgeber wussten also genau, auf was sie sich mit ihrer Spende einlassen würden.

  2. Kurze, verbraucherorientierte Werbevideos

    Zu lange Videos schrecken ab und werden häufig gar nicht erst zu Ende geschaut. Die Länge der Videos von dreieinhalb Minuten passt bei beiden Kampagnen. Neben der Länge ist auch der Inhalt der Videos und der Fokus wichtig, der bei der Vorstellung des Produkts gelegt wird. Es ist natürlich wichtig, die Funktionen und Besonderheiten des Produkts vorzustellen, aber ohne all zu narzisstisch zu wirken. Viel eher muss ganz klar sein, welchen Nutzen das Produkt für den Verbraucher und die angestrebte Zielgruppe hat.

  3. Gutes Timing für den Launch

    Der erste Crowdfunding-Versuch von The Coolest startete im Dezember. Bei Eis und Schnee ist die Motivation nicht groß, in ein Gerät für eisgekühlte Getränke zu investieren. Der zweite Kampagnenstart hatte besseres Timing. Er fiel mitten in den Sommer, sodass alle am Spenden interessierten Kickstarter-User einen direkten Bezug zu dem Produkt und seinem Nutzen hatten, denn bei heißem Wetter erscheint es plötzlich notwendig, dass jemand eine Kühlbox mit Mixer auf den Markt bringt. Auch das Timing ist von großer Bedeutung für den Erfolg einer Kampagne.

  4. Den Launch des Produkts noch vor dem Kampagnenstart ankündigen

    The Coolest hat definitiv von dem ersten Launch profitiert, denn dadurch hatte es bereits eine feste Community von Unterstützern. Diese haben das Projekt auch beim zweiten Start unterstützt. Auch Projekte, die zum ersten Mal in den Kickstarter-Ring gehen, können sich schon vorab Interessenten sichern. Durch gezieltes Marketing vor dem Kampagnenstart werden Investoren neugierig gemacht und vor allem auch rechtzeitig über den Launch informiert. So können sie früher zum Funding beitragen.

  5. Viel Energie ins Marketing stecken

    Viele Produktentwickler stellen ihr Produkt bei Kickstarter ein und warten darauf, dass die benötigte Summe schon irgendwie zusammenkommt. Dabei reicht es oft nicht aus, nur eine gute Idee zu haben. Wer erfolgreich Crowdfunding betreiben will, muss diese Idee auch verkaufen können. Durch intensives Marketing können Investoren über das Produkt informiert und überzeugt werden. Dazu eignen sich natürlich besonders gut Facebook, Twitter und Co.

  6. Nicht aufgeben, wenn eine Crowdfunding-Kampagne scheitert

    The Coolest ist das beste Beispiel dafür, dass eine gescheiterte Kickstarter-Kampagne nicht gleich das Ende bedeutet. Vielmehr ergibt sich daraus die Chance, Fehler zu erkennen, zu analysieren und dann in einem zweiten Anlauf besser zu machen.

Hier die beiden Videos im direkten Vergleich

Erfolgreiche Kampagne

 

Gescheiterte Kampagne

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