Online-Beratung in Echtzeit: Startup Flexperto stellt sich vor
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Das Internet ist voll von wertvollem Expertenwissen, das jedoch größtenteils unstrukturiert in irgendwelchen Blogs oder PDFs versauert und dort von Ratsuchenden nicht gefunden wird. Darüber hinaus ist die Seriösität des Urhebers oft nicht ersichtlich, und auch die Aktualität der Beiträge ist meist nicht gegeben.

Das Startup Flexperto möchte Experten und Suchende zusammenbringen, und zwar von Angesicht zu Angesicht, und bietet ihnen eine Plattform für Onlineberatung in Echtzeit an. Wie die Idee von Flexperto funktioniert und was das junge Startup noch alles vorhat, verrät uns der Gründer Tobias Krauß in folgendem Interview:

WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von Flexperto, wie funktioniert Eure Idee?

Flexperto ist der erste Marktplatz für Face-to-Face Onlineberatung. Auf unserer Plattform bringen wir Ratsuchende mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen wie Coaching, Psychologie, Sport, Recht zusammen und ermöglichen es, Beratung bequem per Text- oder Videochat zu planen, durchzuführen und abzurechnen.

Der Ratsuchende klickt auf www.Flexperto.com und kann dank einer Suchfunktion sofort nach passenden Experten suchen. Dank der ausführlichen Expertenprofile erhält er Einblick in die Qualifikation und Erfahrung jedes Experten. Zusätzlich erhält er Auskunft über Bewertungen anderer Kunden sowie den Preis, den jeder Experte selbst festlegt.

Seinem Wunschexperten kann der Ratsuchende dann eine Direktanfrage für eine Beratungssitzung stellen oder einen Termin für eine Sitzung über die Plattform vereinbaren. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte oder mit vorher aufgeladenem Guthaben auf dem Flexperto-Konto. Im Anschluss an die Kontaktaufnahme können Experten die Verbindung zu ihren Kunden über Flexperto aufrechterhalten, sodass eine nachhaltige Kundenbeziehung sowie ein soziales Netzwerk für Wissen entsteht.

WebMagazin: Wo steht Ihr bei der Entwicklung von Flexperto gerade und wie finanziert Ihr Euch? 

Seit Sommer 2013 arbeiten wir mit 4 Vollzeit- und 3 Teilzeitkräften an Flexperto und haben die Plattform in diesem September für Ratsuchende und Experten gelauncht. Seither sind schon einige Beratungsgespräche über Flexperto geführt worden – mit sehr viel positivem Feedback! Allerdings sehen wir uns immer noch am Anfang unserer Entwicklung, da wir noch zahlreiche Funktionen in unserer Produkt-Pipeline haben, um mit unserer Plattform ein echtes Substitut für die Präsenzberatung zu schaffen.

Zu Beginn des Flexperto Projekts im Herbst 2012 haben wir für den Aufbau der Plattform eine Finanzierung von einem Business Angel erhalten. Zur Zeit haben wir das Ziel noch einmal Geld von Business Angel einzusammeln, bevor wir uns spätestens im Frühjahr 2014 verstärkt an VC-Fonds wenden.

WebMagazin: Was macht Flexperto besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Flexperto macht besonders, dass es nicht nur ein Kommunikationstool wie zum Beispiel Skype ist, sondern den gesamten Beratungsprozess online abdeckt: Buchungs- und Abrechnungssystem, Projektmanagementtool, CRM und Kommunikationstool. Dadurch sind wir die erste „All-in-one“ Lösung für die Onlineberatung und vereinen die Vorteile der Onlineberatung (zeit- und ortsunabhängig, geringere Hemmschwelle etc.) mit den Vorteilen der Präsenzberatung (face-to-face, persönlich, individuell, etc.).

Unser bekanntester Mitbewerber dürfte wohl Google mit dem kürzlich gelaunchten Service „Helpouts“ sein. Allerdings sehen wir einen großen Unterschied: Anders als „Helpouts“ bieten wir keine Experten für Alltagsprobleme, die unserer Meinung nach durch Foreneinträge oder Smart-Software leicht ersetzt werden können. Flexperto bietet professionelle Experten und legt sehr viel Wert auf Qualität, um auch komplexe Frage- und Problemstellungen interaktiv per Onlineberatung lösen zu können.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzepts, wie verdient Ihr Geld?

Flexperto bietet Nutzern zahlreiche kostenlose Funktionen. Gebühren fallen nur nach einer erfolgreich abgeschlossenen Beratung an. Den Preis für seine Beratungssitzung legt jeder Berater selbst fest. Flexperto stellt dem Experten eine Kommission in Höhe von 20 Prozent in Rechnung.

Ein Experten-Partnerprogramm gibt Anbietern allerdings die Möglichkeit, Bestandskunden mitzubringen und auf ihrer eigenen Webseite Eigenwerbung in Form von Bannern oder Buttons zu platzieren. Wird der Kunde durch diese Marketingaktivitäten des Experten auf Flexperto aufmerksam, beträgt die Kommission für den Experten lediglich 2 Prozent. Kunden profitieren darüber hinaus von unserer Zufriedenheitsgarantie und dem kostenlosen Start jeder Sitzung.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Flexperto gekommen, und was habt Ihr vorher gemacht?

Die Idee stammt von dem Flexperto Gründer Felix Anthonj. Während des Studiums an der ESB Business School in Reutlingen standen häufig Präsentationen auf dem Programm. Dazu betrieb er, wie heutzutage selbstverständlich,  zunächst Recherche im Internet. Ihm fiel auf, dass zwar sehr viel Wissen in Form von Texten im Netz kursiert, dieses allerdings völlig unstrukturiert und schlecht auffindbar war. Man hat zudem nie Gewissheit ob die Inhalte auf Foren oder anderen Internetseiten von qualifizierten Experten verfasst wurden, oder Scharlatane am Werk waren. Hinzu kommt, dass sich viele Internet-Autoren hinter fragwürdigen Pseudonymen wie beispielsweise „Joker63“ verstecken.

Daraus entstand die Idee, eine Plattform ins Leben zu rufen, auf der durch transparente Profile und Qualitätssiegel von professionellen Einrichtungen klar wird, warum eine Person über ein bestimmtes Fachwissen verfügt. Indem diese Person direkt per Videochat kontaktiert wird, kann eine kurze Frage in kürzester Zeit geklärt werden oder ein größerer Themenkomplex wie bei einer Präsenzberatung anschaulich, individuell und zielführend erläutert werden, als würde die Person vor einem stehen. Das war der Anstoß für Flexperto.

Wie Felix Anthonj haben aus dem Flexperto Team auch Marcel Schmid und Tobias Krauß im selben Jahrgang bis Juni 2013 an der ESB Business School International Management studiert und zwei Jahre in Reutlingen, sowie zwei Jahre an ausländischen Partnerhochschule verbracht.

Daniel Mewes, der Lead Developer, der nach Felix Anthonj als Nummer Zwei bei Flexperto einstieg, verfügte bereits über mehr als 5 Jahre professionelle Erfahrung unter anderem bei der Software AG, dem Weltmarktführer für Unternehmensmanagement-Software.

Die drei Teilzeitmitarbeiter, die sich um die Web-Entwicklung sowie das Web-Design kümmern, befinden sich derzeit noch im Studium oder sind als Freelancer aktiv.

flexperto

Screenshot: Flexperto.com

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine, und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

In den nächsten Monaten liegt ein Fokus definitiv auf dem Kundenmarketing, um die Plattform schnellstmöglich deutschlandweit bekannt zu machen. Des Weiteren wollen wir weitere Investoren für uns gewinnen, um die vielen geplanten Funktionen so schnell wie möglich in die Tat umsetzen zu können. Auch strategische Partnerschaften stehen bei uns ganz oben auf der Liste.

Hier wollen wir mit High-Traffic-Seiten zusammenarbeiten, um möglichst viele neue User zu generieren. Dank eines eigenen Affiliate-Programms können wir die Partnerseiten hoffentlich einfach und schnell für uns gewinnen. Auf Produktseite steht zunächst die Weiterentwicklung unserer Videochat-Technologie im Vordergrund, um Experten und Kunden ein optimales Beratungserlebnis zu bieten.

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