Startup-Interview

Phizzard: Einkaufsberatung mit Big Data
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Das Online-Shopping-Erlebnis in den örtlichen Retail-Store bringen – das ist die Vision von Phizzard. Das Berliner Startup erklärt Webmagazin die digitale Einkaufsberatung.

Phizzard will mit Hilfe von Big Data eine individuelle Einkaufsberatung direkt aus der Umkleidekabine möglich machen. Dies geschieht mit einen Screen in der Kabine, über den der Kunde bei der Anprobe durch das restliche Sortiment des Ladens browsen kann. Ist ein Teil zu groß oder zu klein oder gefällt die Farbe nicht, kann er sich direkt die Alternativen auf dem Bildschirm anzeigen und von den Verkäufern bringen lassen. Auch ein Feature für Kombinationsmöglichkeiten von verschiedenen Kleidungsstücken ist in Planung.

Wir haben die Gründer von Phizzard zum Interview gebeten.

WebMagazin: Erklär uns doch bitte das Prinzip von Phizzard, wie funktioniert Eure Idee?

Wir bei Phizzard arbeiten daran, die Vorteile des eCommerce (Datenanalyse, digitale Transparenz und Optimierung) auf den stationären Handel zu übertragen und die Stärke des stationären Händlers (Kundenkontakt, Emotionalität) dabei zu potenzieren. Dazu haben wir einen digitalen Einkaufsberater entwickelt, der diese Eigenschaften miteinander verschmilzt. Der Kunde erlebt dabei ein völlig neues Einkaufserlebnis. Wir unterstützen Kunde und Verkäufer gleichermaßen durch unsere Lösung und sorgen so für einen sorgen- und stressfreieren Einkauf. Unser Ansatz steigert sowohl die durchschnittlichen Warenkörbe der Kunden als auch die Kaufwahrscheinlichkeit und damit am Ende auch Umsatz und Gewinn des Händlers. Ich denke, es ist auch viel Einfacher unsere Lösung zu erleben als sie zu erzählen und laden jeden gerne ein, sich bei uns in Adlershof die komplette Lösung in unserem Showroom anzuschauen.

WebMagazin:  Was macht Phizzard besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Ich denke das besondere an Phizzard ist die Art, wie wir Probleme lösen und uns immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Wir versuchen so praktikabel wie möglich zu denken, um nicht eine Lösung zu bauen, die nachher keiner versteht. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Händlern und den Endkunden ist für uns sehr wichtig. Als Mitbewerber im ähnlichen Umfeld ist uns bisher nur RichRelevance aufgefallen. Deren Lösung ist dabei sehr global und versteht sich mehr als Advertiser und nicht als Berater. Ebay hat angekündigt in den USA einen Testlauf mit einem digitalen Spiegel zu machen, aber bisher ist dies noch nicht im produktiven Einsatz.

Wir versuchen unseren Konkurrenten immer einen Schritt voraus zu sein in dem wir uns zum einen auf den Modemarkt konzentrieren und zum anderen arbeiten wir verstärkt an starken Partnerschaften mit anderen Herstellern und Dienstleistern, so dass unser Kunde sicher sein kann, immer das aktuellste Produkt zu erhalten. Unsere Lösung ist eine integrierte Lösung, das heißt unsere Kunden erhalten von uns alles, was Sie brauchen um Ihr Geschäft auf den Handel 4.0 vorzubereiten. Wir produzieren dabei nicht nur die Software selber, sondern eben auch die Hardware um sicher zu stellen, dass all unsere Produkte nahtlos ineinander greifen. Der Kunde entscheidet sich also für Phizzard und wir übernehmen den Rest.

WebMagazin: Auf welcher Entwicklungsstufe befindet ihr euch gerade bzw. wann seid ihr live gegangen? Wie werdet ihr finanziert

Wir sind seit Juni live und seit Oktober aktiv im Vertrieb. In der kurzen Zeit haben wir extrem schnell gelernt, was sicher auch an unserem Lean Ansatz liegt. Mittlerweile haben wir eine solide Lösung, die so auch schon eingesetzt wird. Natürlich entwickeln wir diese ständig weiter und haben noch sehr viele andere Ideen, die wir umsetzen möchten. Aktuell arbeiten wir beispielweise an verschiedenen Zahlungsmethoden auf unserem Gerät und sind aktiv mit verschiedenen Partnern dafür im Gespräch.

Unsere Finanzierung derzeit wird zu neudeutsch Bootstrapping genannt. Wir versuchen also derzeit auf eigenen Beinen zu stehen und finanzieren aus eigener Tasche. Wobei wir sicher nicht abgeneigt sind über Investoren zu sprechen, bisher gab es dazu aber für uns keinen Anlass. Wir haben aber schon einige Anfragen bekommen.

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Wir versuchen die Einstiegshürden niedrig zu halten und haben uns daher für ein Mietmodell mit 24 Monaten Laufzeit entschieden. Unsere Kunden haben also kein hohes Anfangsinvestment und können gleich mit unserer Lösung loslegen und alle Mehrwerte nutzen.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Phizzard gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Wir alle haben sehr unterschiedliche Lebensläufe. Ich zum Beispiel habe lange in der Versicherung gearbeitet. Wir alle haben verschiedene Talente, die uns nun zu Gute kommen. Auf die Idee für Phizzard sind wir sicher durch die Tätigkeit bei unserem gemeinsamen früheren Arbeitgeber gekommen. Einer der Hauptgründe für Retouren im Fashion eCommerce ist, dass den Kunden der Artikel nicht passt. Die Vermutung lag nahe, dass dies im stationären Handel auch der Fall ist. Und so kamen wir auf die Idee, einen „Größenberater“ zu entwickeln. Das Ergebnis aus dieser Überlegung ist der Phizzard Ansatz. Das klingt natürlich viel einfacher, als es am Anfang war. Ohne unser tolles Team, wären wir niemals so schnell voran gekommen.

WebMagazin: Und zum Schluss, warum Berlin?

Zum einen kommen wir alle aus Berlin. Zum anderen, glaube ich, bietet Berlin eine super Infrastruktur und natürlich eine große Startup-Szene.

Uns gefällt Berlin einfach und wir haben alle eine starke Bindung hier. Und wie unser Bürgermeister zu sagen pflegte, Berlin ist pleite, aber sexy. Das bietet für Gründer wie uns enorme Vorteile.

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